Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
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Spielpause in Axams

Das Axamer Volkstheater-Haus erhält einen Zubau und eine Generalsanierung

Seit 1928 probt und spielt die Laienbühne „Volkstheater Axams“ im Theaterhaus im Dorfzentrum. Nun wird das Haus generalsaniert und um einen dringend nötigen Zubau erweitert. So lange steht der Spielbetrieb.
21. Feber 2022 | von Lia Buchner
Spielpause in Axams

Auf der linken Seite des jetzigen Gebäudes entsteht der Zubau mit Foyer, Ausschank und der Toilettenanlage. Foto: Doris Leis
Von Lia Buchner

Die Wurzeln des Axamer Volkstheaters reichen bis weit ins 17. Jahrhundert zurück. 1613 gab es bereits eine „Spieltenne“, um 1650 ist das religiöse „Spiel vom Letzten Gericht und vom Antichrist“ dokumentiert. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen weltlichere Stoffe dazu, viel Platz wurde und wird den Stücken des gebürtigen Axamer Dramatikers Karl Schönherr eingeräumt. „In den dreier- und siebener-Jahren spielen wir traditionell eine Schönherr Produktion“, erzählt Doris Leis, die Obfrau des Theatervereins, „jeweils zum Geburtsjahr 1867 und zum Todesjahr 1943“.

Der ägyptische Josef. Eine weitere Tradition ist aus den Anfangszeiten des Axamer Volksschauspiels erhalten geblieben: das berühmte „Josefnspiel“, das nach einem Gelöbnis von 1683 über die Generationen hinweg alle zehn Jahre aufgeführt wird. Damit dürfte Axams nach Erl die längste ununterbrochene Volksschauspieltradition Tirols haben. Die wechselvolle Geschichte des „Ägyptischen Josef und seiner Brüder“ versammelte einst quasi alle Dorfbewohner auf der Bühne, wurde unter Maria Theresia als unaufgeklärt in die heimlichen Hinterzimmer vertrieben, fand später auf Gasthaus-Terrassen statt, wurde wieder und wieder neu inszeniert und seit 1983 erneut im Urtext aus dem 17. Jahrhundert aufgeführt. Im Sommer 2023 ist es wieder soweit, und Doris Leis hofft inständig, dass die Sanierung des Theaters bis dahin abgeschlossen ist.
Nur der Saal bleibt unverändert. Denn die Instandsetzung des Theaters ist dringend notwendig. Der Theaterverein ist zwar für die Instandhaltung des Theatergebäudes verantwortlich und hat in den letzten Jahren viel in die Erneuerung der Bühnentechnik, der Böden in Zuschauer- und Bühnenraum und in die Heizung investiert. Für die nun nötigen baulichen Sanierungen ist aber die Gemeinde zuständig. Auf der ganzen brunnenseitigen Länge des Gebäudes ist ein Zubau geplant. Dort wird das neue barrierefreie Foyer, zeitgenössische Toiletten, eine Ausschank untergebracht. Das Dach ist zu reparieren, der Saal wird thermisch saniert, „damit wir ihn auch geheizt bekommen“. Der Saal selbst in seiner Einmaligkeit „mit der wunderbaren alten Kinobestuhlung aus den ehemaligen ‚Laurin Lichtspielen‘ in Innsbruck bleibt so erhalten“, erzählt Leis. Auch der Bühnenbereich wird nicht verändert. Im Moment befindet sich das Projekt noch in der Ausschreibungsphase, ein Baubeginn in Frühjahr sei geplant und „wäre ideal, denn wir hoffen, dass wir im Sommer 2023 schon mit dem ‚Josefnspiel‘ wiedereröffnen können“.

Drei Jahre ohne Theater. Bis dahin ist für die Amateurtruppe aus Axams voraussichtlich Spielpause. Ein Ausweichquartier hat Doris Leis bisher nicht aufgetrieben. Bisher konnten bis zu drei Produktionen pro Jahr gestemmt werden, zwei große Stücke und eine Kinderproduktion. Die letzte Inszenierung „Honigmond“ lief bis Januar 2020, das wären dann reichliche drei Jahre ohne Proben- und Spielbetrieb bis zur Wiedereröffnung. Eine lange Zeit für einen Verein. „Die Menschen haben sich ein bisschen an das Zuhause bleiben gewöhnt. Und da das Bauende – auch pandemiebedingt – so schwer abzuschätzen ist, können wir kaum planen. Aber ich bin sehr optimistisch, dass wir im Sommer 23 wieder beginnen können. Dann wäre ja auch wieder ein Schönherr Jahr.“
 

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