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Telfs | Kultur | 7. November 2022 | Lia Buchner

Vater sein dagegen sehr

Vater sein dagegen sehr
Das große Ensemble des Theatervereins Polling glänzt in der neuen Produktion „Die spanische Fliege“. Mit viel Witz und Spielfreude gelang eine rundum unterhaltsame Premiere. RS-Foto: Buchner
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Premiere von „Die spanische Fliege“, der neuen Produktion des Theatervereins Polling

Wer rasante Verwechslungskomödien mag, sollte in den nächsten Tagen nach Polling pilgern. Der Theaterverein zeigt mit seiner aktuellen Herbstproduktion „Die spanische Fliege“ einen deutschsprachigen Klassiker des Genres. Die temporeiche Inszenierung wird vom ganzen Ensemble bravourös getragen, viel Witz und gelungene Charaktere machen den Abend im Vereinshaus Polling ausgesprochen vergnüglich.
Von Lia Buchner

Das detailverliebte Bühnenbild im vollbesetzten Vereinshaus versetzt die Zuschauer in die Welt der 50er Jahre: Altdeutsche Möbel und Petticoat, inklusive der damaligen Moralvorstellungen. Damit ist die Geschichte auch schon umrissen: Die sittenstrenge Frau Mama möchte ihr in den Falschen verliebtes Töchterchen so schnell wie möglich unter die Haube bringen. Der ideale Kandidat ist schnell gefunden und wird zwecks Eheanbahnung eingeladen. Doch dieser gerät an den Papa der jungen Dame, der selbst mit der Geheimhaltung einer vorehelichen Liaison mit Nachwuchsfolgen beschäftigt ist – und messerscharf sein lediges Kind in dem heiratswilligen jungen Mann vermutet, den er also schnellstmöglich und durchaus rabiat wieder loswerden will.

Turbulenzen. In drei Akten treibt das mit sieben Herren- und fünf Damen-Rollen recht große Ensemble des Pollinger Theatervereins die Verwicklungen und Verwechslungen auf den Gipfel. Mit viel Szenenapplaus honoriert das Publikum den immer wieder sehr gelungenen Witz der Inszenierung von Markus Arnold. Das gesamte Ensemble ist sehr gut eingespielt und trägt die ziemlich breite Produktion meisterhaft. Besonders das komische Talent von Daniel Burger als verklemmter Brautwerber Heinrich Meisel sorgt für viel Begeisterung beim Publikum. Aber auch Evelin Weirather als strenge Gattin des Senffabrikanten Klinke glänzt mit wunderbarer Matronenhaftigkeit, Karl Rott, Obmann des Theatervereins gibt den verzweifelt lügenden Klinke. In den Nebenrollen gelingt Susanne Gabriel-Mader ein ausgesprochen frisches Hausmädchen Marie.

Weitere Termine. „Die spanische Fliege“ ist noch drei Mal zu sehen: am Freitag 11. November (20 Uhr), Samstag 12. November (20 Uhr) und Sonntag 13. November (19 Uhr). Der Einlass erfolgt zwei Stunden vor Aufführungsbeginn, für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Die Eintrittskarte kostet zehn Euro, wovon ein Euro an bedürftige Kinder gespendet wird. Kartenreservierung im Sparmarkt Knabl in Polling oder unter 0676/5369679.
 
Vater sein dagegen sehr
Fabrikant Klinke vermutet im verklemmten Brautwerber den verheimlichten ledigen Sohn: Daniel Burger mit viel Witz und Karl Rott zunehmend verzweifelt (v.l.). RS-Foto: Buchner
Vater sein dagegen sehr
Übermut auf der Bühne: Walter Stippler und Karl Rott (v.l.). RS-Foto: Buchner
Vater sein dagegen sehr
Zwei ungleiche Paare: Sonja Gstraunthaler mit Christoph Gritsch und Karl Rott mit Evelin Weirather (v.l.). RS-Foto: Buchner
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