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Telfs | Kultur | 8. September 2022 | Lia Buchner

Wasserfrauenmusik

Wasserfrauenmusik<br />
Zum Abschluss einen Jodler, wie man ihn noch nicht gehört hat: Die drei Sängerinnen des Ensembles „Ganes“ verzauberten mit bester Weltmusik zum Abschluß der Tiroler Volksschauspiele 2022. RS-Foto: Buchner
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Tiroler Volksschauspiele ladinische Ensemble „Ganes“ Ganes Rathaussaal in Telfs
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Letztes Konzert im Rahmenprogramm der Tiroler Volksschauspiele mit dem Ensemble „Ganes“

Das ladinische Ensemble „Ganes“ betörte als Schlusspunkt der diesjährigen Tiroler Volksschauspiele sein Publikum mit sirenenhaft schönen Klängen.
Von Lia Buchner

Zu allererst ist der Name des Ensembles „Ganes“ spannend. Denn eine Gana ist in der ladinischen Sagenwelt eine Art gutes Wasserwesen, vielleicht eine Nixe, die in der Nähe von Quellen, Bächen und Seen zu Hause ist und den Menschen mit ihrem Glückssegen hilft. Die drei Ganes auf der Bühne sind auf jeden Fall ein Glückssegen. Elisabeth und Marlene Schuen sind hochmusikalische Schwestern aus dem südtiroler Dörfchen La Val, Natalie Plöger, die der Cousine der beiden als Bassistin nachfolgte, stammt hingegen aus dem höchsten Norden Deutschlands, also eher vom Meer.

Wassermusik. Und um das Wasser geht es auch im aktuellen Album der drei, das sie bei diesem Konzert präsentieren: Or Brüm, blaues Gold. Das ist schön zu wissen, aber man hört es auch ohne diesen Hinweis. Die fließenden, verträumten Klänge, die ganz schnell auch kraftvoll, rhythmisch und enorm mitreißend werden können, singen vom Wasser, von weisen Frauen, von der sagenhaften Prinzessin Dolasila, vom Volk der Fanes, das bei den Murmeltieren wohnt und auf die verheißene Zeit wartet. Einen Gutteil des Zaubers macht die ladinische Sprache aus, die zwar romanisch ist, aber immer wieder so fremd und fern klingt, wie die Feenreiche, von denen sie erzählt.

Weltmusik. Musikalisch tauchen viele Assoziationen auf. Lyrisch wie irische Volksmusik, kraftvoll mitreißend wie Balkan Sound, zauberhaft wie seinerzeit Enya. Beste Weltmusik eben. Das macht auch die musikalische Sozialisierung der Künstlerinnen deutlich. Marlene Schuen war in den frühen 2000er Jahren in der Band von Hubert von Goisern als Sängerin und Geigerin dabei, ihre Schwester Elisabeth stieg fünf Jahre später als Tournee-Backgroundsängerin ein. Mit ihrer akustischen Traumreise setzten Ganes den perfekten Schlusspunkt unter diese wunderbare Spielzeit 2022 der Tiroler Volksschauspiele. Selten gelingt es einem Festival, bei jeder einzelnen Produktion einen künstlerischen Volltreffer zu landen. Man darf auf die Spielzeit 2023 gespannt sein.
Wasserfrauenmusik<br />
Singen von Sagenwelten, Wasserfrauen und Murmeltieren: „Ganes“ im kleinen Rathaussaal in Telfs. RS-Foto: Buchner
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