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Telfs | Kultur | 3. Mai 2021 | Lia Buchner

Wieder Licht auf der Bühne

Wieder Licht auf der Bühne<br />
Theater soll etwas machen mit den Menschen: Katharina Trojer geht mit dem Amateurtheater „Senderbühne“ in Grinzens ungewöhnliche Wege. Foto: Lia Buchner
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Grinzens Katharina Trojer Katharina Trojer – Obfrau des Laientheatervereins in Grinzens 25 Jahre Sendersbühne
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25 Jahre Sendersbühne in Grinzens

Die große Jubiläumsproduktion zu ihrem 25-jährigen Bestehen hat die Sendersbühne in Grinzens schon relativ früh abgesagt. Zu groß wäre der Aufwand gewesen, auf gut Glück den uralten Stall auf der Kemater Alm zu einem temporären Theater zu machen. Theater gespielt wird trotzdem.
Von Lia Buchner

Wie aus der Pistole geschossen sagt Katharina Trojer: Sofort. Sofort am 19. Mai, dem ersten Tag der versprochenen Theateröffnungen, nimmt die Sendersbühne ihren Spielbetrieb wieder auf. Katharina Trojer ist die Obfrau des Laientheatervereins in Grinzens, seit acht Jahren entscheidet sie über Stückauswahl, Gastregisseure und Spielorte. Und eben auch über den Spielplan. Zwei Produktionen sind fertig geprobt in der Warteschleife, am 19. Mai startet „Der letzte der feurigen Liebhaber“ von Komödien-Großmeister Neil Simon in Kufstein. An sich war das Stück für den „KuHlturstall“ in Axams geplant, in dem winzigen Raum sind allerdings die Abstandsregeln schwierig umsetzbar. Vielleicht geht es ja im Juni besser. Die zweite Premiere mit „Du kommst nicht mehr zurück“ unter der Regie von Philipp Rudig startet dann im Herbst, da einer der Hauptdarsteller für einige Monate beruflich im Ausland ist. Laienbühnen arbeiten ohne doppelten Boden und Zweitbesetzung.

Keine Berührungsängste. Die Sendersbühne hatte sich sehr rasch nach der Gründung 1996 entschlossen, mit professionellen Regisseuren zu arbeiten. Anfangs war vorwiegend Ekkehard Schönwiese als Autor und Regisseur tätig, in den letzten Jahren kamen junge Tiroler Profis wie Caroline Hochfelner, Thomas Gassner oder Philipp Rudig dazu. „Der Anspruch von professionellen Regisseuren ist sehr hoch, für uns als Laienensemble ist das eine wunderbare Möglichkeit, zu lernen und uns weiterzuentwickeln.“ Honoriert wurde das konsequente Bemühen um Qualität zuletzt 2016 mit dem Volksbühnenpreis für das Mitterer-Zwei-Personenstück „Mein Ungeheuer“.

Theatersport für die Jungen. Schon in der Jugendtruppe fördern die Grinzener gezielt das schauspielerische Handwerk ihrer Mitglieder. Mit intensiven Theaterwochenenden, Improvisationstheater und Theatersport bekommen die 10-Jährigen die darstellerischen Mittel an die Hand, die ihnen dann auf der Bühne helfen. Inzwischen wird die Jugendtruppe von zwei Jungschauspielerinnen geleitet, die selbst aus der Nachwuchsförderung der Sendersbühne stammen. Die 15 Kinder und Jugendlichen proben jährlich eine eigene Jugendproduktion, zuletzt haben sie mit „Punkt“ auch das Stück selbst entwickelt. „Die Aufführung ist sich vor den Theaterschließungen gerade noch ausgegangen“, erzählt Katharina Trojer.

Premiere Volksschauspiele. Heuer kommt zum Spielplan noch die Uraufführung von „Allerhand Kreutzköpf“ für die Tiroler Volksschauspiele dazu, eine Koproduktion mit zehn weiteren Tiroler Amateurbühnen. Miniaturen des Volksschauspiel-Altmeisters Karl Schönherr werden zu einer Collage verwoben, der Text liegt schon vor. „Als der Theaterverband angefragt hat, ob wir uns das vorstellen können, habe ich sofort ja gesagt. Ich wusste damals noch nicht einmal, dass es für die Volksschauspiele sein wird. Aber wir lieben Gastspiele und wir lieben die Zusammenarbeit mit anderen Bühnen.“ Die Proben mit der Sendersbühne wird Peter Wolf leiten, wer die Gesamtproduktion in Telfs dann inszeniert, weiß Katharina Trojer selbst noch nicht. 

Gutes Theater. Auch der Spielplan für 2022 ist schon fixiert, ein Agatha Christie Klassiker wird dabei sein: „Der unerwartete Gast“, wieder in der Regie von Philipp Rudig. Die Stückauswahl entscheidet Katharina Trojer meist selbst, Vorschläge aus der Truppe oder von Gastregisseuren sind aber sehr willkommen. „Du kommst nicht mehr zurück“, ein Drama um die Zerbrechlichkeit des Lebens und die Kraft, die Menschen dennoch entwickeln, hatte der Regisseur Philipp Rudig vorgeschlagen. „Ja, wir muten unserem Publikum auch ernste Themen zu“, sagt Katharina Trojer, die die weibliche Hauptrolle spielen wird. „Wir wollen nicht in erster Linie gefallen. Wir wollen gutes Theater machen, Theater mit Tiefgang. Wir wollen unser Publikum berühren. Theater soll etwas machen mit den Menschen im Publikum und auch mit uns Schauspielern. Und das gilt für Komödien genauso wie für Dramen.“
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