Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Telfs | Kultur | 27. Juli 2020 | 18:00 | Christine Le Bec

Zu Hause bei einem Tiroler Ausnahmetalent

Zu Hause bei einem Tiroler Ausnahmetalent <br />
Zu Hause im Studio von Simon Eichinger, dem Gewinner des „Internationalen ESP Lockdown Rockdown Contests“.
Foto: Christine Le Bec
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Telfs  Christine Le Bec
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RS-Gespräch mit Simon Eichinger – Der junge Inzinger holte sich auf der E-Gitarre den ESP-WM-Titel

In der weltweiten Covid-19-Lockdownphase ließ sich das US-amerikanisch/japanische Unternehmen ESP, Produzent von E-Gitarren und E-Bässen, für seine Kunden etwas Besonderes einfallen und rief zu einem internationalen Online- Gitarrenwettbewerb auf. Gewonnen hat diesen der 20-jährige Inzinger Simon Eichinger. Die RUNDSCHAU gratuliert dem „E-Gitarren Weltmeister“ zu seinem grandiosen Erfolg, dem ersten Platz des „ESP Lockdown Rockdown Contest“, und besuchte ihn zu Hause in seinem Studio, um mehr zu erfahren über den bescheidenen, äußerst sympathischen Gitarrenwundermann.
Von Christine Le Bec

RUNDSCHAU: Gratulation, Herr Eichinger, zum ersten Platz beim „ESP Lockdown Rockdown Contest“! Welche Kriterien waren Ihrer Meinung nach ausschlaggebend dafür, dass Sie den internationalen Wettbewerb mit mehr als 100 Teilnehmern gewinnen konnten?
Simon Eichinger: Ich bin selbst Kunde der Firma ESP. Als ich von dem Wettbewerb erfuhr, hörte ich mir den „backing track“ des amerikanischen Metalgitarristen Alex Skolnick an und begann, dazu zu improvisieren. Das Grundgerüst stand in zehn Minuten. Dann habe ich mit dem Feinschliff begonnen. Mir war wichtig, etwas Auffälliges zu komponieren, etwas abseits des klassischen Metalsounds. Ich überlegte mir, was dem Stück dienen könnte. Begann mit einer Melodie/einer Struktur, die sich durchzog, ließ meine Interpretation aber orientalisch klingen, baute Dissonanzen ein, ließ aus ihnen Töne entstehen, vermied die klassischen Metalriffs und trumpfte erst gegen Ende mit meinem ganzen Können, meiner Schnelligkeit, auf.
RS: Wer war Ihr größter Konkurrent?
Eichinger:
Der absolute Wahnsinn! Ich hätte mir nie gedacht, dass ich gegen den Zweitplatzierten, Pavel Popov, gewinnen könnte.

RS: Wie wird man der Beste unter den Besten – und das mit jungen 20 Jahren?
Eichinger:
Indem ich den Großteil des Tages und meiner Freizeit hier im Studio verbringe. Ich bin ein krankhafter Perfektionist, das heißt, ich übe täglich drei bis vier Stunden und arbeite im Anschluss sicher zwei Stunden pro Tag an der Bearbeitung meiner Videos, bevor ich sie ins Netz stelle. Bei meiner Arbeit ist mir wichtig, authentisch und qualitativ hochwertig zu sein. Doch gibt es für mich nichts Erfüllenderes, als mit meiner größten Leidenschaft Geld zu verdienen. Meine Arbeit ist eigentlich nur Spaß.

RS: Sie nutzen als Musiker die sozialen Netzwerke?
Eichinger:
Da, sehr! Social Media ist 2020 alles. Mittels sozialer Netzwerke knüpfe ich Kontakte und erreiche von meinem Studio aus viele Menschen. Vor ungefähr einem Jahr lud ich mein erstes Video hoch, eigentlich nur, um es meinen Freunden zu zeigen, doch kaum im Netz, verbreitete es sich explosiv. In der Zwischenzeit habe ich um die 10000 Follower. Nur zwei Prozent davon kommen aus Österreich. Die restlichen 98 folgen mir vor allem aus den USA und Asien.

RS: Sehen Sie sich als „Influencer“?
Eichinger:
Nein, meine Arbeit ist nicht für die breite Masse gedacht und kann nicht mit der eines „normalen Influencers“ verglichen werden. Im Gegenteil, ich habe mich auf eine Nische in der Metalszene spezialisiert, die sich sehr vom klassischen Klischeemetal unterscheidet. Es handelt sich dabei um verrückte, artistische, superschnelle und sehr schwierig zu spielende Soli, von denen es wenig Covers gibt. Musiker von überall auf der Welt sehen sich meine Videos entweder einfach an oder sie treten mit mir in Kontakt, um diese Soli mittels Skype – sozusagen im Fernunterricht – von mir zu lernen und mit mir zu üben.

RS: Wo sehen Sie sich, sagen wir, in sechs Jahren?
Eichinger:
Ich hoffe, dass ich bis dahin selbstständig sein werde und von meiner Arbeit leben kann, dass meine Reichweite auf den sozialen Netzwerken stets wächst. Und ich sehe mich mit einem Bachelor in Germanistik in der Tasche – meinem Plan B.

RS: Danke für das nette Gespräch und alles Gute!

 
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