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6.363 Höhenmeter gegen Brustkrebs

24 Stunden nonstop ging Lea Gratl auf Tourenski so oft wie möglich auf die Rosshütte in Seefeld

Innerhalb von 24 Stunden versuchte Lea Gratl kürzlich, mit Tourenski möglichst viele Aufstiege auf die Rosshütte in Seefeld zu absolvieren. Ihre private Benefizaktion startete sie zugunsten der Krebshilfe Tirol. „Ich habe selber Betroffene mit (Brust-)Krebs im Verwandten- und Freundeskreis, deshalb wollte ich Spenden sammeln und Bewusstsein für die Krankheit bilden“, erklärt die ambitionierte Breitensportlerin ihre Aktion.
3. März 2026 | von Christina Hötzel
6.363 Höhenmeter gegen Brustkrebs
Benedikt Gratl , Florian Klotz (Krebshilfe Tirol) , Lea Gratl und Karoline Gratl bei der Übergabe des Spendenschecks (v. l.). Foto: Clemens Kunater
Da viele Betroffene nicht in der Lage seien, sich die Therapien zu leisten, wollte Gratl aktiv etwas tun. Die Route auf die Rosshütte kennt sie in- und auswendig, da sie dort viele Skitouren im Winter geht. Um 10 Uhr morgens startete die ehemalige Leistungssportlerin im Springreiten ihre erste Tour. Mit viel Disziplin und Durchhaltevermögen schaffte sie insgesamt zwölf Aufstiege. Höhenmeter für Höhenmeter summierten sich die Spenden und die teils mühsamen Aufstiege, besonders während der Nachtstunden, sollten auch den Kampf gegen den Brustkrebs widerspiegeln, erklärt die 25-jährige gebürtige Hallerin, die aktuell in Schwaz wohnt. Beruflich ist sie Polizistin in Innsbruck. „Aufgeben war in den gesamten 24 Stunden keine Option. Ich habe bis am nächsten Morgen gekämpft, bis ich es geschafft habe“, beschreibt die Sportlerin. Die Spendenaktion war offen für alle Interessierten. Jede und jeder war herzlich eingeladen, einzelne Aufstiege gemeinsam mit Lea Gratl zu bewältigen und so Höhenmeter für Höhenmeter für den guten Zweck zu sammeln. Alternativ oder zusätzlich bestand die Möglichkeit, die Initiative mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen. „Ich habe immer wieder Leute vor Ort getroffen. Es ist aber nicht jeder gleichzeitig mit mir aufgestiegen. Martin Krug ist spontan 24 Stunden mit mir gegangen und Maximilian Slamik und Stefan Zweckmair haben mich vom Einbruch der Dunkelheit bis 10 Uhr begleitet“.

TROTZDEM ZEIT FÜR GESPRÄCHE MIT BETROFFENEN. Obwohl die ehrgeizige Tourengeherin sich kaum Zeit fürs Umziehen und für Toilettengänge ließ, schenkte sie den Betroffenen, die extra gekommen waren, viel Aufmerksamkeit. „Es war ein Auf und Ab der Gefühle. Ich habe viele Leute kennengelernt. Viel geredet und während der Nachtstunden natürlich auch viel geschwiegen. Während eines Aufstieges bin ich dann auch noch Zeugin einer Skikollision geworden. Die habe ich dokumentiert und konnte so vielleicht eine Fahrerflucht verhindern und erste Hilfe leisten“, so die hauptberufliche Gesetzeshüterin.

BEWUSSTSEIN BILDEN. Mit viel Koffein habe sie die Nacht durchgehalten. Ihre Eltern waren 24 Stunden vor Ort und sie hatte einen Bereitschaftsraum an der Talstation zur Verfügung. Zu Anfang dauerten die einzelnen Touren noch etwa eine Stunde, zum Schluss 90 Minuten. „Natürlich bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. Die sportliche Leistung stand auch nicht im Vordergrund. Ich wollte Bewusstsein für die Krankheit sowie für die wertvolle Arbeit der Krebshilfe Tirol bilden, und das habe ich geschafft“. Am Montag nach der 24-Stunden-Benefizaktion konnte Gratl den gesamten Erlös der Spendenaktion, ohne Abzüge, an die Pink-Ribbon-Aktion zugunsten der Krebshilfe Tirol weitergegeben. 12.369,51 Euro kamen schlussendlich zusammen. Das erste Projekt dieser Art soll aber nicht das letzte bleiben. Vielleicht gibt es bald eine 24-Stunden-Challenge mit dem Rennrad, verrät Gratl.
6.363 Höhenmeter gegen Brustkrebs
Lea Gratl stieg ganze zwölfmal auf die Rosshütte auf. Foto: Clemens Kunater
6.363 Höhenmeter gegen Brustkrebs
Ein Kuss von Vater Benedikt Gratl nach 24 Stunden Skitour. Foto: Karoline Gratl

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