Auf Augenhöhe mit Armin Wolf
Telfer Schüler erhielten die Chance, den ORF-Journalisten im Rathaussaal mit Fragen zu löchern
17. März 2026 | von
Christina Hötzel
Armin Wolf, Sophie Baumgartner, Annemarie Steinbach, Nick Ullmann, Bettina Larl-Zögernitz, Sarah Delvai auf der Bühne des Rathaussaals. Foto: Hötzel
Zu Beginn wurde Armin Wolf von den Schülerinnen auf der Bühne als gebürtiger Innsbrucker und ehemaliger HAK-Absolvent kurz vorgestellt. „Das ist eigentlich nicht meine Tageszeit“, scherzte er. „Vielen Dank für die supernette Vorstellung“, bedankte er sich für die souveräne Anmoderation. Er begab sich sofort auf Augenhöhe mit den Jugendlichen. Wissbegierig löcherten sie ihn mit Fragen zu seinem Werdegang, Interviews mit besonderen Persönlichkeiten und seinen persönlichen Interviewtaktiken. Neben seiner journalistischen Arbeit ist Wolf der Austausch mit jungen Menschen ein besonderes Anliegen. Ursprünglich wollte er selbst Lehrer an der HAK werden. Dass er beim ORF gelandet ist, sei ein Zufall gewesen. „Ich wollte eigentlich nur einen Job, um mein Studium zu finanzieren.“ Zwar könne man heutzutage nicht mehr so einfach in diesen Beruf hereinrutschen wie er damals, er ermutigte die Schüler aber dazu, ihre eigenen „zufälligen“ Chancen zu nutzen. „Wenn ihr im Studium nicht ganz in der Mindestzeit fertig werdet, könnt ihr immer noch ORF-Journalist werden“, scherzte er.
BRENNENDE FRAGEN. „Was müsste man in der Gesellschaft ändern, dass Menschen keine autoritären Parteien wählen?“ Auf diese Frage zögerte der erfahrene Journalist kurz. Seit Corona sei die Welt unrunder geworden, es habe bei manchen auch viel Verunsicherung durch die Flüchtlingsbewegung gegeben. Es könne aber auch niemand ernsthaft glauben, dass durch solche Parteien Kriege beendet würden oder Postämter oder Wirtshäuser in die Dörfer zurückkämen. „Wir leben aber auch immer noch in einer der ziemlich besten Welten. Wir haben einen Fünfer mit Zusatzzahl erhalten“, relativierte er. Trotzdem habe er auch für sich keine befriedigende Antwort auf die Frage gefunden, so viel er auch darüber nachdenke. Personen, die er noch gerne interviewen würde, fielen ihm dafür einige ein. „So viel Zeit haben wir nicht. Viele internationale Politiker erreichen in Österreich keine Wähler, so ist der ORF etwa für amerikanische Präsidenten nicht interessant. Barack Obama würde ich gerne interviewen. Da bin ich aber total chancenlos“, erklärte Wolf. Und historische Personen? Da nannte er Napoleon, Churchill, aber am liebsten seine zwei Opas, die leider viel zu früh verstorben seien. Sportler würde er dahingegen nicht gerne interviewen, weil er sich fürchte, keine Ahnung zu haben, und sich auch privat nicht so sehr für Sport interessiere. Als besonderes Erlebnis nannte er sein Interview mit Saddam Hussein in Bagdad, bei dem er Angst gehabt hätte, als menschlicher Schutzschild zu enden. „Da überlegt man sich kritische Fragen.“ Auch sei bei dem Termin eines der peinlichsten Fotos von ihm entstanden, da er aufgrund des Radiointerviews mit dem Mikrofon vor dem Diktator oder vielleicht auch einem seiner Doppelgänger gekniet habe. Bei Themen, über die es ihm schwerfällt zu berichten, nannte er Gewalt, Missbrauch und seelische Gewalt an Kindern. „Über Kriege zu berichten, finde ich erschreckend weniger schlimm“, da habe er sich wie ein Chirurg oder Pathologe in seinem Beruf einfach distanzieren müssen, um schlafen zu können.
WIE KAM ARMIN WOLF NACH TELFS? Den Kontakt zu dem ZIB2-Moderator hatte Bettina Larl-Zögernitz über das Tiroler Kulturservice hergestellt. Das TKS bietet Schulen ein großes Angebot an diversen Veranstaltungen (sportlich, kulturell, journalistisch, musikalisch oder kreativ) an, für das man sich bewerben kann. Die Telfer Schulen hatten das Glück, den Zuschlag zu bekommen.
BRENNENDE FRAGEN. „Was müsste man in der Gesellschaft ändern, dass Menschen keine autoritären Parteien wählen?“ Auf diese Frage zögerte der erfahrene Journalist kurz. Seit Corona sei die Welt unrunder geworden, es habe bei manchen auch viel Verunsicherung durch die Flüchtlingsbewegung gegeben. Es könne aber auch niemand ernsthaft glauben, dass durch solche Parteien Kriege beendet würden oder Postämter oder Wirtshäuser in die Dörfer zurückkämen. „Wir leben aber auch immer noch in einer der ziemlich besten Welten. Wir haben einen Fünfer mit Zusatzzahl erhalten“, relativierte er. Trotzdem habe er auch für sich keine befriedigende Antwort auf die Frage gefunden, so viel er auch darüber nachdenke. Personen, die er noch gerne interviewen würde, fielen ihm dafür einige ein. „So viel Zeit haben wir nicht. Viele internationale Politiker erreichen in Österreich keine Wähler, so ist der ORF etwa für amerikanische Präsidenten nicht interessant. Barack Obama würde ich gerne interviewen. Da bin ich aber total chancenlos“, erklärte Wolf. Und historische Personen? Da nannte er Napoleon, Churchill, aber am liebsten seine zwei Opas, die leider viel zu früh verstorben seien. Sportler würde er dahingegen nicht gerne interviewen, weil er sich fürchte, keine Ahnung zu haben, und sich auch privat nicht so sehr für Sport interessiere. Als besonderes Erlebnis nannte er sein Interview mit Saddam Hussein in Bagdad, bei dem er Angst gehabt hätte, als menschlicher Schutzschild zu enden. „Da überlegt man sich kritische Fragen.“ Auch sei bei dem Termin eines der peinlichsten Fotos von ihm entstanden, da er aufgrund des Radiointerviews mit dem Mikrofon vor dem Diktator oder vielleicht auch einem seiner Doppelgänger gekniet habe. Bei Themen, über die es ihm schwerfällt zu berichten, nannte er Gewalt, Missbrauch und seelische Gewalt an Kindern. „Über Kriege zu berichten, finde ich erschreckend weniger schlimm“, da habe er sich wie ein Chirurg oder Pathologe in seinem Beruf einfach distanzieren müssen, um schlafen zu können.
WIE KAM ARMIN WOLF NACH TELFS? Den Kontakt zu dem ZIB2-Moderator hatte Bettina Larl-Zögernitz über das Tiroler Kulturservice hergestellt. Das TKS bietet Schulen ein großes Angebot an diversen Veranstaltungen (sportlich, kulturell, journalistisch, musikalisch oder kreativ) an, für das man sich bewerben kann. Die Telfer Schulen hatten das Glück, den Zuschlag zu bekommen.
Auf der Bühne regte Armin Wolf die Schüler dazu an, Informationen immer genau zu überprüfen und sich zu fragen, wem man vertrauen kann. Foto: Hötzel

