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Diskussionen wegen Aushubdeponie bei Völs

Beim Weiler Vellenberg sollen 370.000 Kubikmeter Aushub gelagert werden, nicht alle Bürger sehen das positiv

In Völs sorgte eine geplante Bodenaushubdeponie am Vellenberg für Diskussionen. Die Pläne existieren seit mehreren Jahren, jetzt strebt die Projektbetreiberin – dabei handelt es sich um eine ARGE – endgültig eine Genehmigung an. 15 Jahre lang würden schwer beladene Lastwagen zum Vellenberg rollen, rund 370.000 Kubikmeter Bodenaushub sollen antransportiert und deponiert werden. Markus Einkemmer von den „Völser Grünen“ kann, gleich wie viele andere Dorfbewohner, den Deponieplänen nichts abgewinnen, und auch Liste-Fritz-Klubobmann Markus Sint lehnt sich gegen eine Deponie am Vellenberg auf.
10. Feber 2026 | von Gebi G. Schnöll
Diskussionen wegen Aushubdeponie bei Völs <br />
Nur unweit vom Völser Weiler Vellenberg entfernt soll eine Bodenaushubdeponie angelegt werden. Viele Anrainer befürchten Lärm und Staub. Foto: Schnöll
Am Dienstag vergangener Woche hat eine mündliche Verhandlung für die geplante Mega-Deponie am Vellenberg stattgefunden, bei der die Deponiegegner nochmals ihre Bedenken vorgebracht haben. Markus Einkemmer hat bereits am 29. Jänner fristgerecht einen Einspruch erhoben, mit welchem er seinerseits im Amt der Tiroler Landesregierung Zweifel über die Sinnhaftigkeit der geplanten Bodenaushubdeponie deponiert. Elf Punkte hat Einkemmer in dem Einspruch aufgelistet. Er befürchtet unter anderem massive Einschränkungen für Freizeitsuchende, die auf dem Forstweg zwischen Völs und Götzens unterwegs sind. Die Deponie-Betriebszeiten (Mo bis Fr 7 bis 19 Uhr, Sa 7 bis 15 Uhr) würden die Lebensqualität der Anrainer am Vellenberg und im angrenzenden Götzens beeinträchtigen, und die bisher durchgeführten Luftgüte- und Lärmmessungen seien ausschließlich für die Anrainer in Götzens, nicht aber für die Bürger von Völs bewertet worden. Ebenso seien laut Einkemmer die geplanten Lärm- und Sichtschutzmaßnahmen ebenfalls nur auf Götzner Wohngebiete ausgerichtet, von Vorkehrungen gegen Stauberosionen (z. B. Befeuchtung) auf den Deponieflächen sei keine Rede, und auch meteorologische Einflüsse wie Talwinde, mit denen der Staub zu den Siedlungsgebieten in der Talsohle transportiert wird, sollen bisher kaum bis gar nicht berücksichtigt worden sein. Für Markus Einkemmer ist klar: „Diese Deponie darf nach den bisher vorliegenden Gutachten nicht genehmigt werden!“   

„KEINE NOTWENDIGKEIT!“ Liste-Fritz-Klubobmann Markus Sint, der in Götzens wohnt, sieht derzeit überhaupt keine dringende Notwendigkeit für die Deponie am Vellenberg. „In den letzten acht Jahren ist diese Mega-Deponie niemandem abgegangen, dringend notwendig kann sie also nicht sein. Der Bedarf nach Deponien im Bezirk Innsbruck-Land ist mehr als gedeckt. Laut Zahlen des Landes Tirol braucht es in den nächsten sieben Jahren keine Deponien. Wenn es aber keinen konkreten Bedarf dafür gibt, dann soll die Bevölkerung auch nicht derart massiv belastet werden“, ist Sint überzeugt.

„NICHT ZUMUTBARE BELASTUNG!“ Die geplante Deponie Vellenberg soll ein Füllvolumen von 370.500 Kubikmetern auf 15 Jahre haben und würde rund 75.000 LKW-Fahrten verursachen. „Dieser massive LKW-Verkehr auf der ohnehin stark befahrenen Götzner Straße ist für die Bevölkerung eine enorme Belastung und nicht zumutbar. Die Ein- und Ausfahrt bei der Deponie ist problematisch. Zudem beeinträchtigen Staub, Feinstaub und Lärm die Lebensqualität der Anrainer und Bürger massiv. Und das alles, ohne dass die Gemeinde Götzens einen Vorteil hat“, warnt Sint. Ein häufig verwendetes Argument für Bodenaushubdeponien ist seiner Ansicht nach der Wohnbau.  „Für ein Einfamilienhaus fallen rund 300 Kubikmeter Bodenaushub an. In diese geplante Deponie würde der Aushub von rund 1.200 Häusern passen. Das entspräche über 3.000 zusätzlichen Bewohnern im westlichen Mittelgebirge. So viel wird nie gebaut, weil die Gemeinden das mit ihrer Infrastruktur gar nicht schaffen können.“
Diskussionen wegen Aushubdeponie bei Völs <br />
Markus Einkemmer von den Völser Grünen hat Einspruch gegen die Deponie erhoben. Foto: Schnöll

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