Gefahrenzonenplan in Reith revidiert
Die Gemeinde investiert laufend in die Infrastruktur, heuer insbesondere in den Hochwasserschutz
2. Dezember 2025 | von
Christina Hötzel
Die alte Geschiebesperre war über 90 Jahre alt. Beschädigte Sperren und Gerinneabschnitte werden erneuert. Foto: Gemeinde Reith
Die Gemeinde Reith bei Seefeld hat gemeinsam mit der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) die Revision des Gefahrenzonenplans abgeschlossen. Der bisher gültige Plan stammt noch aus dem Jahr 2001 und entsprach nicht mehr den aktuellen hydrologischen und raumplanerischen Bedingungen. Veränderungen im Einzugsgebiet des Niederbachs und Mühlbachs, neue Messdaten sowie Erfahrungen aus vergangenen Hochwasserereignissen machten eine Aktualisierung notwendig. „In einigen Bereichen konnte der Gefahrenbereich dabei sogar zurückgenommen werden“, beschreibt Hiltpolt. Der Verfahrensablauf für die Revision begann mit umfangreichen Voruntersuchungen, Geländebegehungen und Modellrechnungen durch die WLV. Anschließend wurden die Ergebnisse in die kommissionelle Verhandlung eingebracht, die am 28. Oktober stattfand. Dort wurden die vorgeschlagenen Anpassungen von Vertretern der Gemeinde, der zuständigen Behörden und Fachstellen geprüft und diskutiert. Nach erfolgreicher Prüfung liegt nun die ministerielle Genehmigung vor, wodurch der neue Gefahrenzonenplan rechtsverbindlich ist.
WICHTIG FÜR GRUNDEIGENTÜMER. Der Plan zeigt die unterschiedlich gefährdeten Bereiche der Gemeinde auf: Die rote Zone umfasst stark gefährdete Flächen, auf denen eine Bebauung grundsätzlich nicht zulässig ist. Die gelbe Zone weist ein geringeres Risiko auf; Bauvorhaben sind hier grundsätzlich möglich, erfordern jedoch oft zusätzliche Gutachten oder bauliche Schutzmaßnahmen. Damit erhalten Grundstückseigentümer sowie Bauwerber mehr Planungssicherheit.
SANIERUNG DES NIEDER- UND KALTWASSERBACHES. Ein weiterer zentraler Bestandteil des Hochwasserschutzes ist die derzeit laufende Sanierung des aus dem Jahr 1929 stammenden Hochwasserschutzes. Dabei werden beschädigte Sperren und Gerinneabschnitte erneuert und verstärkt, um das Hochwasserrisiko im Siedlungsbereich zu minimieren und die Sicherheit für die Bevölkerung auch langfristig zu erhalten. Rund fünf Millionen Euro wird die Sanierung kosten. Bürgermeister Dominik Hiltpolt unterstreicht: „Mit der Revision des Gefahrenzonenplans und den geplanten Maßnahmen am Niederbach sorgen wir dafür, dass Reith auch in Zukunft bestmöglich geschützt ist. Sicherheit und eine verlässliche Grundlage für unsere weitere Entwicklung stehen für uns an erster Stelle.“ Der aktuell gültige Gefahrenzonenplan ist auf der Homepage der Gemeinde unter www.reith-seefeld.at im Bereich Bürgerservice einsehbar. So können sich alle Bürgerinnen und Bürger über die ausgewiesenen Gefahrenbereiche und die Änderungen informieren.
LÄRMSCHUTZWAND KRINZ. Weiters wird die Lärmschutzwand Krinz an der B177 Seefelder Straße saniert. Am 1. November wurde mit dem ersten Abschnitt der Bauarbeiten begonnen. Rund 700.000 Euro kostet das Projekt, wovon zehn Prozent die Gemeinde aufbringt. Hinsichtlich des Nahversorgers, der ab 31. Oktober nicht mehr betrieben wird, gab es zahlreiche Ideen für eine Weiterführung durch die Bürger. „Wir sind daran interessiert, einen nachhaltigen Nachfolger zu finden“, bekräftigt Hiltpolt.
