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Telfer zeigen Justizia die kalte Schulter

„Wir werden um unser Bezirksgericht kämpfen“, lautet seit der jüngsten GR-Sitzung die gemeinsame Parole

Der Telfer Gemeinderat hat am vergangenen Donnerstag – so wie bereits zwei Wochen vorher angekündigt – ein starkes Zeichen für den Erhalt des Bezirksgerichts Telfs gesetzt. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für eine parteiübergreifende parlamentarische Bürgerinitiative aus und man will gemeinsam mit Nationalratsabgeordneten aller Parteien für den Fortbestand des Gerichtsstandortes eintreten. Die Bürgerinitiative kann im Bürgerservice der Marktgemeinde Telfs (Obermarktstraße 1) sowie in allen anderen zwölf Gemeinden des Gerichtsbezirkes Telfs unterschrieben werden.

7. Juli 2026
Telfer zeigen Justizia die kalte Schulter<br />
Der Telfer Gemeinderat bekennt sich geschlossen zum Erhalt des Bezirksgerichtes. Foto: MG Telfs/Pichler
„Der einstimmige Beschluss ist ein starkes Bekenntnis unseres Gemeinderates zur Region. Es freut mich besonders, dass wir in dieser Frage völlig unabhängig von Parteigrenzen an einem Strang ziehen. Hier geht es nicht um politische Interessen, sondern um die Lebensqualität und die Versorgung der Menschen in unserem Gerichtsbezirk“, betonte Bürgermeister Christian Härting (WFT) nach der Sitzung. Die vorliegenden Zahlen belegen klar, dass das Bezirksgericht weit mehr als ein kleiner Gerichtsstandort ist. Das BG Telfs ist für 13 Gemeinden (Telfs, Pfaffenhofen, Oberhofen, Flaurling, Polling, Hatting, Inzing, Ranggen, Unterperfuss, Oberperfuss, Zirl, Pettnau, Wildermieming) zuständig und damit für mehr als 43.000 Einwohner. Auch das Arbeitsaufkommen spricht eine deutliche Sprache: Im Jahr 2025 wurden am Bezirksgericht Telfs 2.759 Grundbuchsanträge, rund 1.700 Zivilverfahren, 3.360 Exekutionsverfahren, 357 Verlassenschaftsverfahren sowie zahlreiche Pflegschafts-, Erwachsenenschutz-, Straf- und Scheidungsverfahren bearbeitet. Hinzu kommen noch die wöchentlichen Amtstage, bei denen jährlich rund 1.000 Bürger kostenlose Rechtsauskünfte in Anspruch nehmen.

Unverzichtbare drehscheibe. Für den Gemeinderat ist damit klar, dass das BG Telfs eine unverzichtbare Drehscheibe der regionalen Rechtspflege ist. Neben den hohen Fallzahlen sprechen zahlreiche weitere Gründe für den Erhalt des Standortes. Eine Schließung würde für tausende Bürger längere Anfahrtswege und höhere Kosten verursachen, das Verkehrsaufkommen in Richtung Hall erhöhen und damit den Klima- und Verkehrszielen widersprechen. Besonders ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität wären davon betroffen. Darüber hinaus ist das Bezirksgericht ein bedeutender Wirtschafts- und Standortfaktor: Zahlreiche Rechtsanwält:innen und Notar:innen arbeiten eng mit dem Gericht zusammen, zugleich sorgt es als wichtiger Frequenzbringer für zusätzliche Belebung des Ortszentrums und stärkt die öffentliche Infrastruktur der gesamten Region.

700 jahr fester Teil einer ganzen region. Ein weiteres gewichtiges Argument ist die erst kürzlich abgeschlossene Generalsanierung des Gerichtsgebäudes. Erst 2025 wurde der Standort umfassend modernisiert und mit erheblichen öffentlichen Mitteln auf den neuesten Stand gebracht. Eine Schließung unmittelbar nach dieser Investition wäre aus Sicht des Gemeinderates weder nachvollziehbar noch verantwortungsvoll im Umgang mit Steuergeld. „Das Bezirksgericht Telfs ist seit mehr als 700 Jahren ein fester Bestandteil unserer Region. Es garantiert Bürgernähe, kurze Wege und einen unkomplizierten Zugang zur Justiz. Wer von der Stärkung des ländlichen Raums spricht, darf funktionierende Einrichtungen wie diese nicht gleichzeitig abbauen. Deshalb werden wir gemeinsam mit den Gemeinden unseres Gerichtssprengels, den Standesvertretungen und der Bevölkerung alles unternehmen, um diesen wichtigen Standort zu sichern“, so Bürgermeister Christian Härting.

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