Viel Allgemeines bei Gemeindeversammlung
Örtliches Raumordnungskonzept der Marktgemeinde Telfs wurde vor allem im Groben behandelt
26. November 2025 | von
Agnes Dorn
Bauamtsleiter Andreas Kluibenschädl und Markus Geyr vom Bauamt erläuterten Details des Örtlichen Raumordnungskonzepts. Foto: Agnes Dorn
Der Bauausschuss, das Bauamt und der Gemeinderat Telfs hatten sich drei Jahre mit der zweiten Fortschreibung des Örtlichen Raumordnungskonzepts beschäftigt. Herausgekommen ist nun ein großes Werk an Plänen, Berichten, Erläuterungen und einem Verordnungstext, der bis ins kleinste Detail jeden Quadratmeter der Gemeinde Telfs von der Munde bis zum Inn und von Wildmoos bis zum Zimmerberg erfasst und ihre zukünftige Entwicklungsmöglichkeit für die nächsten zehn Jahre festlegt. Telfs hat sich ein „moderates Wachstum“ verordnet, sprich, es gibt kaum Freiland- oder Waldflächen, die angetastet werden sollen. Nachverdichtung im Zentrum ist dagegen das Zauberwort, das es der Gemeinde ermöglichen soll, das prognostizierte Bevölkerungswachstum von 2.000 Einwohnern bis 2036 aufzufangen. So hat Telfs noch 50 Hektar gewidmeten Grund, von denen vermutlich in den nächsten zehn Jahren nur 20 Hektar benötigt werden. „Das Freiland sollte geschützt und bereits gewidmete Flächen sollen genutzt werden“, fasste Bürgermeister Christian Härting zusammen.
NACHVERDICHTUNG. Sieben Hektar sind im ÖRK außerdem als Gewerbegebiet vorbereitet, ergänzte Bauamtsleiter Andreas Kluibenschädl. Eine Bestandsaufnahme in Telfs machte sichtbar, dass sich die Grundversorgung im Zentrum konzentriert und von dort aus fußläufig gut erreichbar ist. Der Verkehr in der Anton-Auer-Straße sei dadurch hausgemacht, dass die Bevölkerung von den anderen Ortsteilen ins Zentrum mit dem Auto fahren müsse. Förderung des öffentlichen und des Radverkehrs wäre deshalb sinnvoll, ebenso wie eine Nachverdichtung im Zentrum, weil man dort eben kein Auto brauche. Um den vom Land vorgeschriebenen Baulandüberschuss abzubauen, wurden auf mehreren, seit 30 Jahren nicht bebauten Baulandflächen Bausperren verhängt, unter anderem drei im Talboden von Telfs, die erst bebaut werden dürfen, wenn gewisse Voraussetzungen nachgewiesen werden können. So ist bei manchen die Erschließung schwierig, bei anderen wiederum muss der Bedarf nachgewiesen werden können. Ein Besitzer eines dieser mit einer Bausperre versehenen Grundstücke meldete sich dann auch im Anschluss an die Präsentation als einer der wenigen Zuhörer zu Wort. Das Örtliche Raumordnungskonzept liegt seit dem 17. November für sechs Wochen auf und ist auch online auf der Gemeindehomepage einsehbar. Die Stellungnahmefrist endet dann eine Woche später.