Artikel teilen
Artikel teilen >

Wolfsentnahmen müssen schneller passieren

FPÖ, Liste Fritz und Neos stellen im Juli-Landtag einen Dringlichkeitsantrag nach dem Kärntner Modell

Der Almsommer hat noch gar nicht richtig begonnen, bedient sich der Wolf an den Schafherden. Innerhalb von nur 19 Tagen wurden landesweit 114 Risse an Nutztieren dokumentiert. Angesichts der drastisch zunehmenden Wolfsrisse auf Tirols Almen fordern FPÖ, Liste Fritz und NEOS in einem gemeinsamen Dringlichkeitsantrag für den Juli-Landtag eine sofortige Änderung des Tiroler Almschutzgesetzes. Ziel ist es, Nutztiere auf Tirols Almen zu schützen.
1. Juli 2025 | von Gebi G. Schnöll
Wolfsentnahmen müssen schneller passieren
„Wir wollen kein Wolfsgemetzel auf den Tiroler Almen, wir wollen nur Sicherheit für die Landwirte, die unsere Almen pflegen“, erklärten „Weidezone Tirol“-Obmann Stefan Brugger, FPÖ-Klubobmann Markus Abwerzger, „Liste Fritz“-Klubobmann Markus Sint und „Neos“-Klubobfrau Birgit Obermüller bei der Pressekonferenz. RS-Foto: Schnöll
Mittels Gesetzesänderung wollen die Oppositionsparteien rechtlich sicherstellen, dass Wölfe entnommen werden können, wenn sie eine Gefahr oder Bedrohung für Nutztiere sind. Als Vorbild gilt das entsprechende Gesetz in Kärnten. „Die Lage auf den Tiroler Almen hat sich mit Beginn der diesjährigen Almsaison zugespitzt: Innerhalb von nur 19 Tagen wurden 114 Risse an Nutztieren dokumentiert. Ärger, Frust und Wut bei den Schafbauern wachsen und viele sehen sich trotz gesetzlicher Regelungen weitgehend schutzlos ausgeliefert. Denn der Abschuss von Risiko- und Schadwölfen via Tiroler Jagdgesetz ist kompliziert und das Almschutzgesetz verweist lediglich auf Maßnahmen des Herdenschutzes, etwa mit Zäunen oder Herdenschutzhunden. Die Landesregierung hat festgestellt, dass keine der rund 2.100 Tiroler Almen für Herdenschutz geeignet ist“, erklärte „Weidezone Tirol“-Obmann Stefan Brugger am vergangenen Donnerstag bei einer Pressekonferenz am „Maxnhof“ in Arzl b. Innsbruck.

KÄRNTEN ALS VORBILD. Das Kärntner Alm- und Weideschutzgesetz erlaubt bereits seit 2024 die gezielte Tötung von Wölfen durch befugtes Jagdpersonal, wenn das Leben und die Gesundheit von Nutztieren konkret gefährdet oder unmittelbar bedroht sind. Dieses Modell bietet Rechtssicherheit und hat sich in der Praxis bewährt. Für FPÖ-Klubobmann Markus Abwerzger zeigt sich aufgrund der dramatischen Vorgänge in den letzten Wochen, dass sich die jahrelange Wolfsromantik der Tiroler ÖVP nun als Damoklesschwert für die heimische Almwirtschaft herausgestellt hat. „Die von der schwarz-roten Landesregierung geplante Novelle des Jagdgesetzes im Jahr 2026 kommt viel zu spät. Auch heuer sind die Böden der Tiroler Almen bereits mit Blut getränkt“, ärgert sich Abwerzger, für den das jahrelange Zaudern der ÖVP fatale Folgen hat. „Wir wollen auf den Almen kein Gemetzel an Wölfen anrichten, wir hören aber den Hilferuf der Bauern. Wir wollen diesen Menschen helfen und unsere Almen schützen“, so Abwerzger weiter. „Liste Fritz“-Klubobmann Markus Sint nimmt die Hilferufe der Tiroler Bauern ebenfalls ernst und fordert zum schnellen Handeln auf. „Uns als Liste Fritz ist es wichtig, den Bauern zu helfen, die Almen zu schützen, Tierleid zu verhindern und den Tirolern wie auch den Touristen ein Gefühl der Sicherheit zu geben. Wenn ein Raubtier wie der Wolf Nutztieren und Menschen gefährlich nahekommt, muss die Politik handeln. Wir laden ÖVP und SPÖ ein, diesen Weg der Vernunft und Sicherheit gemeinsam mit uns zu gehen.“ „NEOS“-Klubchefin Birgit Obermüller sieht ebenfalls dringenden Handlungsbedarf. „Die Almwirtschaft ist nicht nur für die Bauernschaft überlebenswichtig, sondern stiftet auch einen immensen Nutzen für den Tourismus und die heimische Wertschöpfung. Wer glaubt, dass sich Weidetiere, Menschen und Wölfe einen Lebensraum teilen können, ignoriert die Realität auf unseren Almen.“ Für Stefan Brugger, Obmann des Vereins Weidezone, muss das Massaker auf den Tiroler Almen, verursacht durch den Wolf, der im Blutrausch weit mehr Tiere tötet, als er frisst, endlich aufhören: „Wir brauchen endlich Weidezonen, in denen unsere Tiere geschützt sind. Und dazu ist die Änderung des Tiroler Almschutzgesetzes unbedingt notwendig.“

ETAPPENSIEG. Von Seiten der ÖVP heißt es in einer Aussendung: „Tirol geht beim Wolf weiterhin einen mutigen Weg. Wir schützen unsere Almwirtschaft mit Hausverstand, Rechtssicherheit und Konsequenz. Bereits 2023 hat Tirol die Entnahme von Schad- und Risikowölfen auf dem Verordnungsweg ermöglicht. Seitdem hat es 37 Abschussverordnungen gegeben, acht Wölfe sind entnommen worden. Die Tiroler Landesregierung handelt, während andere noch diskutieren. Die Tiroler Volkspartei steht hinter den fleißigen Bauernfamilien in unserem Land. Wir wollen, dass unsere Almen erhalten bleiben, als Kulturgut und für die Freizeitgestaltung. Wir handeln mit Verantwortung, nicht mit Populismus!“

Feedback geben

Feedback abschicken >
Nach oben
Wir verwenden Cookies, Tracking- und (Re-) Targeting-Technologien. Damit wollen wir unsere Webseite nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie unsere Webseite weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu – ausgenommen sind Cookies für Google-Marketing-Produkte.
Einverstanden
Weiter ohne Google-Marketing-Produkte.
Weitere Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.