Zwischen Rekordzahlen und Kostendruck
Tiroler Tourismus: Nach durchwachsener Wintersaison folgt ein leicht optimistischer Blick auf den Sommer
29. April 2026 | von
Georg Newesely
Tourismus als Lebensnerv: Tirol Werbung-Geschäftsführerin Karin Seiler, Tourismuslandesrat Mario Gerber und Spartenobmann Alois Rainer (v. l.) zogen Bilanz über die vergangene Wintersaison. Foto: Newesely
„Die ungebrochene Lust auf Urlaub in Tirol und die damit verbundene robuste Entwicklung der Nachfrage ist angesichts der aktuellen geopolitischen Lage keine Selbstverständlichkeit, sondern zeugt vom großen Engagement der Branche“, betont Landesrat Gerber. Welche Bedeutung der Tourismus für die Tiroler Wirtschaft hat, belegt eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW). Demnach generiert der Tourismus eine jährliche Wertschöpfung von 10,2 Milliarden Euro. Das bedeutet: Mehr als jeder vierte Euro in Tirol wird, direkt oder indirekt, durch den Tourismus erwirtschaftet. Auch als Arbeitgeber bleibt die Branche unangefochten, rund 83.000 Vollzeit-Arbeitsplätze hängen an der heimischen Gastfreundschaft.
TREUE GÄSTE AUS DEM NORDEN. Das Fundament dieses Erfolgs bleibt der deutsche Markt. Mit 12,4 Millionen Übernachtungen stellen Gäste aus Deutschland weiterhin die Hälfte des gesamten Volumens. Trotz wirtschaftlicher Schwächephasen im Nachbarland bleibt die Treue zu Tirols
Pisten und Wanderwegen bestehen. Auch der heimische Markt Österreich und die Niederlande stützen das Ergebnis als verlässliche Säulen.
SCHERE ZWISCHEN UMSATZ UND ERTRAG. Doch die beachtlichen Ankunftszahlen dürfen nicht über die schwierige Situation in den Betrieben hinwegtäuschen. Alois Rainer, Spartenobmann in der Wirtschaftskammer, warnt: „Hohe Nachfrage ist nicht gleichbedeutend mit hohen Erträgen.“ Vor allem kleine Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Gestiegene Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal können kaum noch an die Gäste weitergegeben werden. Gaben 2024 noch 60 Prozent der Wirte und Hoteliers an, die Teuerung voll einpreisen zu können, ist dieser Wert nun auf dramatische 33 Prozent gesunken.
HERAUSFORDERUNG „FRÜHLINGSLOCH“. Ein weiteres Sorgenkind ist das Saisonende. Während die Kernmonate von Dezember bis Februar je nach Schneelage boomen, zieht es die Gäste im März und April immer früher in den warmen Süden. Die Tirol Werbung steuert hier mit Kampagnen wie dem „Gletscherfrühling“ gegen, um den Ganzjahrestourismus zu stärken und die Wertschöpfung in den Tälern auch im Spätwinter zu halten. Außerdem sollen neue Märkte angesprochen werden.
AUSBLICK AUF DEN SOMMER. Für die kommende Sommersaison, die offiziell am 1. Mai startet, gibt sich die Branche verhalten optimistisch. Die Buchungslage stabilisiert sich derzeit auf dem soliden Niveau des Vorjahres, wobei rund die Hälfte der Betriebe von einer gleichbleibend guten Nachfrage berichtet. Besonders erfreulich ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt: Knapp 85 Prozent der Stellen für die Sommermonate konnten bereits besetzt werden und zeigen die Attraktivität der touristischen Berufe trotz des allgemeinen Fachkräftemangels. Dennoch bleibt die Kurzfristigkeit im Buchungsverhalten eine Herausforderung für die Planung der Betriebe, da viele Gäste ihre Urlaubsentscheidungen von der jeweils aktuellen Welt- und Wetterlage abhängig machen.
LEBENSRAUM FÜR ALLE. Über die reinen Wirtschaftszahlen hinaus rückt die Akzeptanz des Tourismus im eigenen Land immer stärker in den Mittelpunkt. Es geht darum, Tirol nicht nur als erstklassiges Reiseziel zu erhalten, sondern auch als lebenswerte Heimat, und die wertvolle Alpenidylle für Gäste und Einheimische gleichermaßen zu bewahren. Langfristig wird die Balance zwischen Wirtschaftskraft und Lebensraum den Erfolg Tirols als Top-Destination bestimmen.
TREUE GÄSTE AUS DEM NORDEN. Das Fundament dieses Erfolgs bleibt der deutsche Markt. Mit 12,4 Millionen Übernachtungen stellen Gäste aus Deutschland weiterhin die Hälfte des gesamten Volumens. Trotz wirtschaftlicher Schwächephasen im Nachbarland bleibt die Treue zu Tirols
Pisten und Wanderwegen bestehen. Auch der heimische Markt Österreich und die Niederlande stützen das Ergebnis als verlässliche Säulen.
SCHERE ZWISCHEN UMSATZ UND ERTRAG. Doch die beachtlichen Ankunftszahlen dürfen nicht über die schwierige Situation in den Betrieben hinwegtäuschen. Alois Rainer, Spartenobmann in der Wirtschaftskammer, warnt: „Hohe Nachfrage ist nicht gleichbedeutend mit hohen Erträgen.“ Vor allem kleine Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Gestiegene Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal können kaum noch an die Gäste weitergegeben werden. Gaben 2024 noch 60 Prozent der Wirte und Hoteliers an, die Teuerung voll einpreisen zu können, ist dieser Wert nun auf dramatische 33 Prozent gesunken.
HERAUSFORDERUNG „FRÜHLINGSLOCH“. Ein weiteres Sorgenkind ist das Saisonende. Während die Kernmonate von Dezember bis Februar je nach Schneelage boomen, zieht es die Gäste im März und April immer früher in den warmen Süden. Die Tirol Werbung steuert hier mit Kampagnen wie dem „Gletscherfrühling“ gegen, um den Ganzjahrestourismus zu stärken und die Wertschöpfung in den Tälern auch im Spätwinter zu halten. Außerdem sollen neue Märkte angesprochen werden.
AUSBLICK AUF DEN SOMMER. Für die kommende Sommersaison, die offiziell am 1. Mai startet, gibt sich die Branche verhalten optimistisch. Die Buchungslage stabilisiert sich derzeit auf dem soliden Niveau des Vorjahres, wobei rund die Hälfte der Betriebe von einer gleichbleibend guten Nachfrage berichtet. Besonders erfreulich ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt: Knapp 85 Prozent der Stellen für die Sommermonate konnten bereits besetzt werden und zeigen die Attraktivität der touristischen Berufe trotz des allgemeinen Fachkräftemangels. Dennoch bleibt die Kurzfristigkeit im Buchungsverhalten eine Herausforderung für die Planung der Betriebe, da viele Gäste ihre Urlaubsentscheidungen von der jeweils aktuellen Welt- und Wetterlage abhängig machen.
LEBENSRAUM FÜR ALLE. Über die reinen Wirtschaftszahlen hinaus rückt die Akzeptanz des Tourismus im eigenen Land immer stärker in den Mittelpunkt. Es geht darum, Tirol nicht nur als erstklassiges Reiseziel zu erhalten, sondern auch als lebenswerte Heimat, und die wertvolle Alpenidylle für Gäste und Einheimische gleichermaßen zu bewahren. Langfristig wird die Balance zwischen Wirtschaftskraft und Lebensraum den Erfolg Tirols als Top-Destination bestimmen.
