Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Telfs | Politik | 14. September 2020 | Gebi G. Schnöll

GWT-GF Jäger sieht sich Hetzjagd ausgesetzt

GWT-GF Jäger sieht sich Hetzjagd ausgesetzt<br />
Über den GemeindeWerken Telfs haben sich dunkle Schatten breit gemacht, die „Gretchenfrage“ ist, wann scheint endlich die Sonne wieder? Foto: GWT/Schatz
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Innerhalb der GemeindeWerke rumort es: Nicht alle Bediensteten scheinen mit dem GWT-Boss „zu können“

Nach dem „Telfer Blut“-Antrag von VP-Gemeindevorständin Angelika Mader bei der jüngsten Gemeinderatssitzung, den Geschäftsführer der GemeindeWerke Telfs (GWT), Dirk Jäger, abzulösen und durch einen Telfer zu ersetzen, gehen die Wogen hoch. Im Laufe der vergangenen Woche machte auch noch ein Flugblatt die Runde, das unterzeichnet war mit „Die deutlich überwiegende Mehrheit der GWT-Belegschaft“. Das Betriebsklima habe unter der Geschäftsführung von Jäger einen historischen Tiefpunkt erlangt, heißt es in dem Schreiben, von dem sich die GWT-Personalvertretung klar distanziert. Neben GV Mader fordern nun auch die Gemeinderäte Josef Köll (Telfs Neu), Norbert Tanzer (PZT/SPÖ) und Herbert Klieber (BL) die Absetzung von GWT-Chef Dirk Jäger.
Von Gebi G. Schnöll

Befindet sich GV Angelika Mader mit ihrer ÖVP-Gemeindefraktion (3 Mandate) nach den Ereignissen der letzten Tage auf Selbstzerfleischungskurs oder läuft bei den Gemeindewerken Telfs das Regelwerk doch ein wenig unrund? Nach dem „Telfer Blut“-Antrag von VP-Gemeindevorständin Mader, den GWT-Geschäftsführer Dirk Jäger abzusetzen und den Posten neu zu besetzen, gehen die Wogen jedenfalls hoch. Die Gemeindemandatarin entschuldigt sich zwar für ihren „Telfer Blut“-Ausrutscher, von einem Rückzug aus der ÖVP-Fraktion, so wie er von ÖVP-Landesgeschäftsführer Martin Malaun und dem Telfer ÖVP-Ortsparteiobmann Johann Ortner gleich nach dem „Telfer Blut“-Antrag gefordert wurde, nimmt Angelika Mader allerdings Abstand. „Ich bleibe und werde mich weiterhin für die Mitarbeiter der GemeindeWerke einsetzen. Wenn es ein Vergehen ist, dass man sich für Mitarbeiter, die das Kapital einer Firma sind, einsetzt und dann dafür von anderen Gemeinderäten, im Speziellen vom Grünen-Vizebürgermeister Walch ins 'Rechte Eck' gedrängt wird, indem er von drei Antragsseiten lediglich drei Zeilen auf Facebook stellt und dadurch wiederum eine Schmutzkübelkam-pagne gegen mich inszeniert, frage ich mich, wo der Rest der Gemeinderäte – außer Köll, Tanzer und Klieber – war?  Es hat sich keiner die Mühe gemacht, je bei den Mitarbeitern oder bei mir nachzufragen! Weder die ÖVP-Landespartei noch Ortner haben mich jemals in dieser Periode kontaktiert. Willkommen in der heutigen Welt der Kälte und Rücksichtslosigkeit“, so Mader  in einem Statement an die RUNDSCHAU.
Die drei Gemeinderäte Josef Köll (Telfs Neu), Norbert Tanzer (PZT/SPÖ) und Herbert Klieber (BL) stellen sich mit einer Aussendung klar hinter ihre Gemeinderatskollegin. „Wir kennen Angelika Mader jetzt schon viele Jahre, und haben sie in dieser Zeit als Politikerin schätzen gelernt. Als eine Frau die unter allen Prämissen Politik macht, und dafür auch mit harten Bandagen kämpft. Aber niemals hat Mader in diesen Jahren in irgendeiner Art und Weise mit nationalsozialistischen Ideologien sympathisiert. Sie in einer Art und Weise politisch zu diffamieren, ist ein kläglicher Versuch von den Vorgängen rund um die GemeindeWerke abzulenken. Wir verlangen eine lückenlose Aufklärung der Ereignisse, die sofortige Dienstfreistellung des Geschäftsführers und von den politischen Verantwortlichen, dass sie freiwillig Konsequenzen ziehen!“

Anonymes Flugblatt. GV Angelika Mader ist bereits im Juli schwer unter Beschuss geraten. 16 von 21 Gemeinderäten sahen es damals als erwiesen an, dass die ÖVP-Mandatarin einen GWT-Bediensteten in ihrem Privathaus „im Pfusch beschäftigt habe“. Mader bestreitet das und hat gegen Bürgermeister Christian Härting und GR Klaus Schuchter (beide WfT)  Privatklage wegen übler Nachrede eingebracht. Vergangene Woche tauchte ein anonymes „Flugblatt“ auf, in welchem schwere Vorwürfe gegen GWT-GF Dirk Jäger erhoben werden. „Androhungen von Entlassungen, Verwarnungen, Kündigungen, lautstarkes Zurechtweisen durch den Geschäftsführer - all das sei so etwas wie an der Tagesordnung, das Betriebsklima habe inzwischen einen historischen Tiefstand erreicht. GWT-Personalvertretungsobmann Martin Waldhart distanziert sich vom anonym verteilten Flugblatt, in welchem untergriffig eine Reihe von nicht weiter belegten Vorwürfen gegen GWT-GF Jägerr und die Gemeindepolitik erhoben wird. „Betriebsrat und Gewerkschaft haben mit dem Flugblatt gar nichts zu tun. Wir haben es selber erst den Medien entnommen“, so Waldhart.

GWT-GF wehrt die Vorwürfe ab. GWT-GF Dirk Jäger informierte vergangenen Mittwoch die Mitarbeiter über die aktuelle Situation und die rechtliche Lage ausführlich. Er stellte klar, dass es konkret um zwei Mitarbeiter gehe, bei denen Beweise für einen großangelegten Arbeitszeitbetrug und Falschbeurkundung zum Nachteil der GemeindeWerke vorliegen. Gegen einen Mitarbeiter wurde aufgrund dessen ein Kündigungsverfahren eingeleitet, dem zweiten betroffenen Mitarbeiter hat die Geschäftsführung die einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses angeboten, welche allerdings von Seiten des Mitarbeiters nicht angenommen wurde.
Zu im Flugblatt erhobenen Vorwürfen erklärt Jäger: „Ich stehe zu einhundert Prozent hinter den fleißigen und ehrenhaften Mitarbeitern. Das betrifft allerdings nicht die Kollegen, die solcher Verfehlungen beschuldigt werden. Niemand muss Angst um seinen Arbeitsplatz haben. Im Gegenteil: Wir wissen die Arbeit der Mitarbeiter, die im Interesse des Unternehmens mitarbeiten, zu schätzen. Die Belegschaft agiert – bis auf die beiden Genannten – korrekt, ehrlich und fleißig. Einige wenige Mitarbeiter organisieren momentan eine Hetzjagd gegen meine Person. Dieses Vorgehen schadet dem gesamten Unternehmen. Es ist mir rechtlich keine andere Möglichkeit geblieben, als die Staatsanwaltschaft und die Finanzpolizei einzuschalten.“ Bürgermeister Christian Härting hofft, dass bei den GemeindeWerken möglichst schnell wieder Ruhe einkehrt. „Es ist wichtig, dass der Betrieb zur Ruhe kommt. Die Opposition ruft ohne Grundlage einen politischen Wirbel hervor. GF Jäger kann nicht entlassen werden, weil es dazu keinen Grund gibt!“
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