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Telfs | Politik | 6. April 2021 | Gebi G. Schnöll

Pfaffenhofen bläst zum Investitions-Halali

Pfaffenhofen bläst zum Investitions-Halali<br />
Sperrstunde: Der Traditionsgasthof „Schwarzer Adler“ hat seine Pforten geschlossen. Auf dem Areal soll eine Wohnanlage errichtet werden. RS-Fotos: Schnöll
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Rechnungsabschluss 2020 und Voranschlag 2021 abgesegnet - Heuer werden 3,35 Millionen Euro investiert

Das Coronavirus stellte vergangenes Jahr die Gemeinden vor große Herausforderungen und das wird vermutlich auch in den nächsten Jahren so bleiben. In Pfaffenhofen ist man 2020 „mit einem blauen Auge“ davongekommen. „Dank nur geringer Einbußen bei den Einnahmen aus den Kommunalsteuern und der finanziellen Hilfspakete von Land und Bund konnten wir das Rechnungsjahr 2020 mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abschließen“, erklärt Bürgermeister Andreas Schmid. Die gute Finanzlage erlaubte vergangenes Jahr etliche Investitionen und sie wirkt sich auch positiv auf den Voranschlag 2021 aus. 3,35 Millionen Euro werden heuer in wichtige Vorhaben investiert.
Von Gebi G. Schnöll

Zuerst zum Rechnungsabschluss 2020, der vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet wurde. Im Ergebnishaushalt scheinen mit 31. Dezember 2,855.000 Euro auf, 2,931.000 sind an Aufwendungen festgehalten. Unter dem Strich bedeutet das ein ein Nettoergebnis von rund 75.000 Euro minus. Der Finanzierungshaushalt wurde (inklusive operativer Gebarung) mit 2,802.000 Euro abgeschlossen, dem gegenüber steht ein Überschuss von 131.066 Euro. Im Vermögenshaushalt sind  mit 31. Dezember die Aktiva und die Passiva mit je 19,320.000 Euro angegeben. Der Verschuldungsgrad lag mit Ende 2020 bei 36 Prozent. „Ganz besonders freut mich, dass Pfaffenhofen nur wenige Schulden hat“, sagt Bürgermeister Andreas Schmid. Mit 31. Dezember betrug der Schuldenstand 379.000 Euro, der Schuldendienst liegt bei jährlich 65.000 Euro. „In diesem Zusammenhang war wichtig, dass aus steuerlichen Gründen die meisten Gemeindeimmobilien in die 'Gemeinde Paffenhofen KG' eingegliedert wurden. Viel Geld haben wir nicht auf der Seite, weil wir in vergangener Zeit bewusst viel in die Infrastruktur investiert haben. Auch die Vermögensbilanz konnte in den letzten Jahren durch Grundankäufe und durch Grundtauschgeschäfte deutlich angehoben werden. Baugrund und Gewerbegrund sind wichtig für die Entwicklung des Dorfes, Freilandflächen braucht es, wenn ein Grundtausch notwendig ist“, schildert Schmid. 

Investitionsreiches 2020. Als wichtigste Investitionen, die 2020 getätigt wurden, nennt der Pfaffenhofer Dorfchef den Ankauf eines neuen Löschfahrzeuges für die örtliche Feuerwehr, die Einrichtung eines „Essplatzes“ im „Haus der Kinder“, die Erweiterung des Kanal- und Trinkwassernetzes im Gewerbepark, Straßensanierungen und Straßenasphaltierungen, den Neubau einer Erschließungsstraße zum Kloster, die Sanierung des Bergweges sowie die Ausfinanzierung des Beitrags für die Park & Ride-Anlage am Bahnhof Telfs-Pfaffenhofen.   

Start für kostspieliges Trinkwasserprojekt. In ähnlicher Gangart marschiert man in Pfaffenhofen in das Jahr 2021. Im Voranschlag, der bei der jüngsten Gemeinderatssitzung (mit einer Stimmenthaltung) genehmigt wurde, sind 3,35 Millionen Euro an Investitionen vorgesehen. Darin enthalten sind 250.000 Euro für die Tagesbetreuung, weiters wird in die Adaptierung eines multifunktionalen Gemeinschaftsraumes im Kloster investiert, die Erschließung des Klostergebäudes soll heuer ebenfalls abgeschlossen werden, im Investitionspaket sind zudem Asphaltierungsmaßnahmen im Dorf, die Ausfinazierung des neuen Feuerwehr-Löschfahrzeuges sowie Ergänzungs- bzw. Umstellungsmaßnahmen bei der Straßenbeleuchtung auf LED enthalten. Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist die Absicherung der Trinkwasserversorgung. Dazu wurde bei der „Wasser Tirol“ eine Studie über Grundwasserreserven, neue Trinkwasserquellen und Leitungen etc. in Auftrag gegeben. Vorrangig ist die Erneuerung der Wasserleitung von der Pfaffenhofer Alm bis zum „Hochbehälter Schloss Entern“. „Für dieses Vorhaben soll heuer die Planung abgeschlossen werden, zudem will man die Genehmigung des Landes Tirol einholen und einen Finanzierungs- bzw. Umsetzungsplan ausarbeiten. „Man kann davon ausgehen, dass dieses Projekt eine ziemlich teure Angelegenheit wird“, kündigt Bürgermeister Andreas
Schmid an.

Pfaffenhofen derzeit  ohne Gasthof. Teuer dürfte auch die Neugestaltung des Dorfplatzes werden. Dort soll Parkraum mit Parkraumbewirtschaftung und viel Grün geschaffen werden, nachgedacht wird auch über eine Tiefgarage und über Räumlichkeiten für einen kleinen Gastronomiebetrieb. Der Traditionsgasthof  „Schwarzer Adler“ (Grischeler) ist nämlich seit einiger Zeit geschlossen und an einen Wohnbauträger verkauft worden, der auf dem Areal eine Wohnanlage aus dem Boden stampfen will. „Einen Gasthof sollte es im Dorf schon geben, der  Dorfplatz wäre dafür ein idealer Standort. Eine weitere Variante wäre ein kleiner Gastronomiebetrieb im Kloster“, weiß Schmid.  
Schmid lobt gutes Klima im Gemeinderat. Heuer sollen auch die Vorbereitungen (Gesamtkonzept, Finanzierungsplan usw.) für die Generalsanierung der Volksschule, für die Erweiterung des Kindergartens und für die Unterbringung des Kleinkinderhorts im „Haus der Kinder“ getroffen werden. Die dritte Kindergartengruppe, die für heuer ins Auge gefasst ist, wird vorläufig im so genannten „Launerhaus“ untergebracht und später ins „Haus der Kinder“ integriert. Geplant ist in absehbarer Zeit auch noch eine vierte Kindergartengruppe. „Ich bin guter Hoffnung, dass wir diese wichtigen Investitionen stemmen werden. Die Gemeinde Pfaffenhofen ist dank solider und vorausschauender Politik gut aufgestellt. Ein niedriger Schuldenstand und die laufenden Einnahmen aus dem Gewerbepark lassen diese Investitionen zu“, so Dorfchef Andreas Schmid, der beim RUNDSCHAU-Gespräch auch noch eine Prognose wagt: „Ich bin zuversichtlich, dass wir heuer bei den Kommunaleinnahmen die 600.000 Euro-Marke überschreiten werden. In den nächsten Monaten wird das Thöni-Werk in den Vollauslastungsmodus übergehen. Das bringt 50 bis 60 neue Arbeitsplätze, was für die Gemeinde  natürlich sehr erfreulich ist“, sagt Schmid, der – mit Blick auf die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen 2022 – auch noch das gute Klima im Gemeinderat zur Sprache bringt. „Es wird sachliche und konstruktive Gemeindepolitik betrieben. Unter diesen Voraussetzungen stelle ich mich gerne für eine weitere Periode zur Verfügung!“
Pfaffenhofen bläst zum Investitions-Halali<br />
Bürgermeister Andreas Schmid freut das gute Klima im Gemeinderat.
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