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Telfs | Politik | 22. März 2021 | Gebi G. Schnöll

Telfs stellt sich Corona-Herausforderungen

Telfs stellt sich Corona-Herausforderungen<br />
Der Gemeinderat segnete den 476 Seiten starken Rechnungsabschluss 2020 mit 15:4 Stimmen und einer Enthaltung ab. Die Opposition warf Bürgermeister Christian Härting als Rechnungsleger „Schönfärberei“ vor. Foto: MG Telfs/Pichler
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Marktgemeinde steigt trotz massiver Investitionen mit einem Rechnungsplus aus dem Pandemiejahr 2020 aus

Mit 15:4 Stimmen und einer Enthaltung segnete der Telfer Gemeinderat bei der Sitzung am vergangenen Donnerstag den 476 Seiten starken Rechnungsabschluss für das Jahr 2020 ab. Es ist der erste nach den neuen Richtlinien der Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung (VRV) 2015 erstellte Jahresabschluss. Trotz enormer Mindereinnahmen durch die Corona-Pandemie und trotz eines prall gefüllten Investitionspaketes konnte die Marktgemeinde sowohl im Finanzierungs- als auch im Ergebnishaushalt mit einem Plus abschließen.
Von Gebi G. Schnöll

Es ist der erste nach den neuen Richtlinien der Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung (VRV) 2015 erstellte Jahresabschluss, der dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt wurde. „Im Vergleich mit anderen größeren Gemeinden können wir stolz sein, dass wir einen positiven Rechnungsabschluss 2020 zur Beschlussfassung vorlegen können“, meinte Bürgermeister Christian Härting (WFT) eingangs seiner Ausführungen zur Finanzlage der Marktgemeinde Telfs. Gemäß „VRV 2015“ erfolgt die Rechnungslegung mittels integriertem Ergebnis-, Finanzierungs- und Vermögenshaushalt. Im Ergebnishaushalt (39,6 Millionen Euro Erträge, 38,6 Millionen Euro Aufwendungen) weist die Telfer Jahresrechnung 2020 im Nettoergebnis ein Plus von einer Million Euro aus. Im Finanzierungshaushalt (40,5 Millionen Euro Einzahlungen, 45,5 Millionen Euro Auszahlungen) abzüglich 5,5 Millionen Euro aus der nichtvoranschlagswirksamen Gebarung (angesparte Kaution für den Kauf des Sportzentrums) konnten 405.500 Euro erwirtschaftet werden. 1,3 Millionen Euro stehen als liquide Mittel auf der Haben-Seite, bestehende Rücklagen müssen nicht angetastet werden. Und im Vermögenshaushalt betrug mit 31. Dezember 2020 das Gesamtvermögen der Marktgemeinde stolze 160 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2019 waren es knapp 155 Millionen Euro. Erwähnenswert ist, dass 2020 das „Sportzentrum“, das vorher über Leasing finanziert wurde, mit der angesparten Kaution in Höhe von 5,2 Millionen Euro angekauft werden konnte, und auch das „Haus der Telfer Kinder“ wurde vergangenes Jahr ins Gemeindevermögen übernommen.

Investitionspaket. Bei den Einnahmen aus den Abgabenertragsanteilen und den Kommunalsteuern gab es 2020 einen massiven Einbruch. Bei den Abgabenertragsanteilen muss ein Minus von 1,6 Millionen Euro verkraftet werden, bei den Kommunalsteuern gab es Mindereinnahmen in Höhe von 314.00 Euro.  Doch trotz oder auch gerade wegen den Corona-Auswirkungen wurde 2020 kräftig investiert. Dank Bedarfszuweisungen und COVID-19-Förderungen von Land und Bund konnte ein prall gefülltes Investitionspaket geschnürt werden: Begegnungszone (2,1 Mio. Euro), Bücherei (552.000 Euro), Bürgerservice (292.000 Euro) und die Sanierung der Volksschule Thielmann (334.500 Euro) zählen dabei als die größten Brocken. Dazu addieren sich Straßensanierungen und Erweiterungen in Höhe von gut 800.000 Euro sowie weitere kleinere und größere Investitionen in Straßenbeleuchtung, Schulen, gemeindeeigene Gebäude, Ausstattung, Feuerwehr, Hochwasserschutz und Forstgüter in Höhe von 600.000 Euro. Ergibt in Summe 4,7 Millionen. Euro an neuen Investitionen. Weiters schlugen sich beschlossene Investitionen der Vorjahre wie die Park & Ride-Anlage am Bahnhof, der Neubau des Abfallwirtschaftszentrums und Investitionen im Sportzentrum auch im Budget 2020 zu Buche.

Stabile Finanzlage. „Die Tiroler Gemeinden stehen vor großen Herausforderungen, um die Grundversorgung sicherzustellen. Insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass die öffentliche Hand investiert und existenzsichernde Ausgaben tätigen kann. Trotz Corona-Pandemie befindet sich unsere Gemeinde in einer finanziell stabilen Lage. Wir bewegen uns im mittleren Verschuldungsbereich, und wir sind nach wie vor in der Lage, den Schuldendienst leicht aus eigener Kraft abzudecken. Auch haben wir noch einen großen finanziellen Spielraum für Investitionen“, kommentierte Bürgermeister Christian Härting (WfT) den Rechnungsabschluss 2020. Härting bedankte sich in seiner Finanzrede auch beim Land Tirol für die im Jahr 2020 genehmigten Bedarfszuweisungen und Förderungen in Höhe 1,1 Millionen Euro aus dem Gemeinde-Ausgleichsfonds. Dazu kommen noch 617.000 Euro COVID-Sonderfinanzierung des Landes und 275.000 Euro an COVID-Bundesförderung. Aufgrund der zugesagten Corona-Förderungen des Bundes wird die Marktgemeinde-Finanzverwaltung sicher noch vor der Sommerpause ein Nachtragsbudget für das Jahr 2021 erarbeiten.

Abstimmung. 15 Gemeinderäte entlasteten Bürgermeister Härting als Rechnungsleger, GR Norbert Tanzer (PZT/SPÖ), GV Angelika Mader (ÖVP), GR Manfred Lerch (ÖVP) und GR Herbert Klieber (BLT) stimmten dagegen, Ersatz-GR Stefan Stillebacher (Telfs neu) enthielt sich der Stimme.
 
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