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Telfs | Sport | 20. Dezember 2021 | Alex Dosch

„Gunners“ wurden zum Kanonenfutter

„Gunners“ wurden zum Kanonenfutter
Die Heimspielpremiere endete für Thomas Wenter und seine Zirler in einem Debakel. Fotos: sportszene.tirol
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Bemitleidenswertes Zirl läuft bei der Heimpremiere gegen Weerberg in ein 0:18-Debakel – Götzens geht in Kundl unter

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ oder „Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt“: zwei Redensarten die zum EC Zirl derzeit passen wie die berühmte Faust auf‘s Auge. Zwar stets bemüht, bekommt die blutjunge Mannschaft von Boris Zahumensky aktuell beinhart vor Augen geführt, dass es zu einem halbwegs vernünftigen Landesliga-Niveau noch ein weiter Weg ist.
Von Alex Dosch

Eine Erkenntnis, die sich bei der Heimpremiere gegen Weerberg verhärtete. Nach 60 Minuten stand ein denkwürdiges 0:18 auf der Anzeigentafel. Dabei begannen Pohl & Co. durchaus engagiert, konnten sich sogar das ein oder andere Mal gekonnt im gegnerischen Drittel in Szene setzen. Und just in dem Moment, in dem sich die „Gunners“ aus der anfänglichen Umklammerung befreien konnten, passierte in Überzahl etwas, das sinnbildlich für einen letztendlich völlig verkorksten Abend sein sollte.

Weit im eigenen Drittel stehend bugsierte der Weerberger Andreas Haltmeier das Spielgerät nach vorne, um Zeit für einen Spielerwechsel zu gewinnen. Zirl-Goalie Marco Triendl versuchte den Schuss, der weit neben das Tor gegangen wäre, zu bändigen, schlug sich den Puck dabei selbst ins eigene Gehäuse. „So ein Tor bekommst du nicht alle Tage. Das kam völlig aus dem Nichts und hat irgendwie zu diesem Abend gepasst“, war Zirl-Präsident Pepi Baumann noch am Tag nach der historischen Pleite – im Schlussdrittel verzeichneten die Hausherren nur einen Schuss auf des Gegners Tor – angeknockt.

Auch deshalb, weil es nicht der einzige Fauxpas einer alles andere denn sattelfesten Defensive war. „Dennoch mache ich der Mannschaft keinen Vorwurf. In den ersten zehn Minuten hat man gesehen, dass die Burschen Eishockey spielen können. Es fehlt halt an der nötigen Erfahrung. Und wenn du dann solche Fehler machst, ist es klar, wenn das Selbstvertrauen drunter leidet. Dennoch haben die Burschen weitergespielt und keine Sekunde ans Aufgeben gedacht“, wollte Baumann auch die Stärke des Gegners nicht unerwähnt lassen. „Da stehen schon einige Kapazunder in den Reihen von Weerberg, ist der Unterschied in Sachen Schnelligkeit, eisläuferischem Können und Spielverständnis einfach zu groß. Das war eine kompakte Mannschaft ohne Schwächen.“

Tugenden, die man auch dem kommendem Gegner zuschreiben kann. Am Sonntag geht‘s zum ewig reizvollen Derby nach Silz. „Das wird noch eine Spur härter als gegen Weerberg. Aber wir werden unseren Weg mit jungen Spielern unbeirrt weiter gehen. Auch wenn sich der Erfolg nicht sofort einstellen sollte.“

Alles andere denn erfolgsverwöhnt ist man aktuell auch bei Lokalrivalen Götzens. Die Mannschaft von Manuel Weichselbraun schlitterte in Kundl in ein 3:13-Debakel. „Heute ist einfach alles schief gegangen. Viel schlechter geht‘s nicht“, war Weichselbraun nach der vierten Niederlage in Folge konsterniert. „Es hat an allem gefehlt. Da war keine Spannung, da war gar nichts. Das hat man schon beim Aufwärmen gemerkt. Ja, wir hätten durchaus noch das eine oder andere Tor mehr erzielen können und Kundl war extrem effektiv... Aber letztendlich haben die Unterländer im Schongang agieren können, weil wir mindestens zwei Drittel lang nicht das gebracht haben, was wir uns vorgenommen hatten.“

Viel mehr als über das 3:13 ärgerte sich der Götzens-Coach allerdings über jene Spieler, die die Reise ins Unterland erst gar nicht mitmachten. „Wenn dir normalerweise 23 Spieler zur Verfügung stehen und du dann gerade mal zwei Linien zusammenbringst, weil alles andere wichtiger ist, dann muss man das schon hinterfragen. Das ist nicht mein Zugang zum Sport und auch den anderen Kollegen gegenüber unfair. Deshalb ziehe ich trotz der Klatsche den Hut vor jenen Spielern, die mit dabei waren, weil sie den Verein nicht im Stich gelassen haben.“

Bleibt nur zu hoffen, dass Weichselbraun am Sonntag gegen Kufstein (am Dienstag nach Red. Schluss gastierte Götzens in Mils) wieder halbwegs aus dem Vollen schöpfen kann. „Für die Stimmung wäre es ganz wichtig, dass wir endlich in Fahrt kommen und endlich einmal ein Erfolgserlebnis feiern können.“  

Die Ergebnisse vom Wochenende: Zirl – Weerberg 0:18 (0:4, 0:7, 0:7). Strafminuten: 8:10. Schüsse auf das Tor: 17:49.  Kundl II – Götzens 13:3 (4:0, 6:1, 3:2). Tore für Götzens: 1:6 Schmid (28.), 2:11 Schmid (46.), 3:12 Peer (58.). Strafminuten: 8:6. Schüsse auf das Tor: 29:15. Kufstein II – Silz 4:7 (1:3, 0:1, 3:3), Ehrwald/Imst – Mils 3:8 (0:2, 2:3, 1:3).     

Die Spiele der 6. Runde: Sonntag, 26. Dezember: Götzens – Kufstein II (18.00), Silz – Zirl (19.00). Montag, 27. Dezember: Weerberg – Mils (19.30), Wattens II – Kundl II (19.30).

Die Spiele der 7. Runde: Dienstag, 28. Dezember: Zirl - Götzens (20.00).  Donnerstag, 30. Dezember: Mils – Silz, Kufstein II – Wattens II (19.45), Ehrwald/Imst – Weerberg (20.00).

 
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Samuel Pohl und Kollegen wurden von Weerberg beinhart ausgehebelt.
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