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Irre! Verloren geglaubtes Spiel gedreht

Nach einer heroischen Aufholjagd sichert sich Götzens am letzten Drücker das Ticket für das Obere Play-Off

Nur knapp 50 Zuschauer pilgerten am Sonntag in die Kufstein-Arena, um das letzte Spiel der Qualifikationsrunde zwischen den „Dragons“ und Götzens zu verfolgen. Kein Wunder, lief zur selben Zeit doch das hochdramatische WM-Finale zwischen Argentinien und Frankreich. Aber auch das Endspiel um das letzte Play-Off-Ticket hatte so einiges zu bieten. Nach 0:3-Rückstand mutierten Strobl & Co. doch noch zu „Drachentötern“, qualifizierten sich dank eines 8:4-Erfolges doch noch für das Play Off der besten vier Landesliga-Teams.
19. Dezember 2022 | von Alex Dosch
Irre! Verloren geglaubtes Spiel gedreht
Die Cracks der Götzens (Johannes Wolfram, vorne) bissen die Zähne zusammen, drehten in Kufstein ein verloren geglaubtes Spiel und qualifizierten sich sensationell für das Obere Play Off. Foto: sportszene.tirol
Von Alex Dosch

„Ich bin irrsinnig stolz auf die Mannschaft. Die Qualifikation für das Obere Play Off ist ein Riesenerfolg, den man in Anbetracht unserer finanziellen Mittel nicht hoch genug einschätzen kann“, konnte die Laune bei Headcoach Manuel Weichselbraun nach Spielende viel besser nicht sein. Dabei gab es lange Zeit Bedenken, ob seine Mannschaft das letzte Spiel überhaupt ernst nimmt, zumal es auch Stimmen gab, die Götzens lieber im Unteren Play Off gesehen hätten. „Wir haben am Donnerstag nochmals besprochen ,wo die Reise hingehen soll, und die Mannschaft hat sich klar dafür ausgesprochen, alles zu geben um ins Obere Play Off einzuziehen.“

Allerdings sah es beim entscheidenden Match in Kufstein lange Zeit danach aus, als ob die Mannschaft einen Stimmungswechsel vollzogen hätte und sich wehrlos ergeben wollte. Nach dem ersten Drittel stand ein 3:0 für die Hausherren auf der Anzeigentafel. Und es dauerte bis zur 29. Minute ehe Götzens durch Nico Strobl erstmals anschrieb. „Wir haben das erste Drittel komplett verschlafen“, musste Weichselbraun in der Kabine ungewohnt laut werden. „Ich war einfach schwer enttäuscht, weil man zu keiner Zeit den unbedingten Willen, gewinnen zu wollen, gesehen hat.“ Der war dann mit Fortdauer des Spiels immer mehr zu spüren. „Nach dem zweiten Treffer ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, und sie hat sich Tor um Tor erarbeitet. Vielleicht war sich Kuf-
stein nach dem 3:0 aber auch eine Spur zu sicher.“

Für das bereits am Donnerstag beginnende Obere Play Off – Götzens gastiert abermals in der Kufstein-Arena – gibt sich der Coach angriffslustig. „Die Burschen haben sich das hart erarbeitet und können jetzt zeigen, dass sie richtige Männer sind. Aber man hat schon in der Qualifikationsrunde gesehen, dass wir Teams wie Weerberg oder Kufstein durchaus schlagen können.“ Ein genaues Ziel lässt sich Weichselbraun dann doch nicht entlocken. „Wir werden von Spiel zu Spiel schauen. Aber natürlich wollen wir einem etwaigen Duell mit Mils aus dem Weg gehen. Stellt sich nur die Frage, ob Weerberg ein viel angenehmerer Gegner ist.“

Derbytime. Für den EC Zirl startet die „Division 2“ gleich mit einem richtigen Kracher, geht es doch am Montag (voraussichtlicher Beginn ist um 19.30) zum Erzrivalen nach Silz. „Die Motivation ist extrem hoch, weil zwischen beiden Teams seit Jahren eine gewisse Hassliebe herrscht. Wir fahren jedenfalls nach Silz, um dort etwas zu holen“, so Marco Triendl. Dass die „Bullen“, bei denen es zuletzt teamintern ordentlich kriselte, durchaus zu zähmen sind, bewiesen die „Gunners“ im Spiel des Grunddurchgangs. Knapp 30 Minuten lang stand die Null, ehe Ergün Pece für den Umschwung zu Gunsten der „Silzbulls“ sorgte. Am Ende stand eine dann doch recht deutliche 0:5-Niederlage. „Aber man hat schon gesehen, dass wir durchaus mithalten können“, will Zirls sportlicher Leiter die vermeintlich schlechte Stimmung im Lager der Stocker-Truppe nicht überbewerten. „Klar hört man das eine oder andere. Aber wir lassen uns davon nicht beeinflussen.“ Zusätzliche Brisanz verleiht dem Derby die Tatsache, dass seit Ende November mit Dominik Althaller und Tobias Föger zwei Ex-Silzer für Zirl tätig sind. „Die beiden verleihen unserem Kader nochmal mehr Qualität und werden extra motiviert sein.“

Beim Gastspiel in Weerberg erzielten sowohl Althaller als auch Föger einen Treffer. Die deutliche 4:10-Pleite konnten aber auch sie nicht verhindern. „Uns hat unter der Woche die Grippewelle erwischt, deshalb konnten wir nur mit zehn Feldspielern die Reise nach Weerberg antreten. Und von den zehn waren nur sieben wirklich fit“, stand sogar eine Absage im Raum. „Aber wir wollten unbedingt spielen – auch um eine Strafe zu vermeiden“, war Triendl, der den erkrankten Headcoach Stephan Steinacher an der Bande vertrat, mit Einsatz und Einstellung zufrieden. „Wenn man die Umstände berücksichtigt, unter denen wir gespielt haben, hat das schon gepasst. Die Jungs haben alles raus gehauen.“ Was die Zielsetzung für die „Division 2“ angeht, gibt sich Triendl nicht minder kämpferisch. „Das Minimalziel ist, nicht Letzter zu werden und in die Play-Offs zu kommen. 

Die jüngsten Ergebnisse: Kufstein II – Götzens 4:8 (3:0, 0:3, 1:5). Tore für Götzens: 3:1 Strobl (29.), 3:2 Peer (30.), 3:3 Weichselbraun (34.), 3:4 Weichselbraun (43.), 3:5 Eller (46.), 3:6 Strobl (50.), 3:7 Obser (54.), 4:8 Weichselbraun (60.). Strafminuten: 10:8. Schüsse auf das Tor: 32:34. Weerberg – Zirl 10:4 (4:0, 3:2, 3:2). Tore für Zirl: 4:1 Föger (24.), 5:2 Kandler (31.), 10:3 Reichenfelser (48.), 10:4 Althaller (54.). Strafminuten: 6:6. Schüsse auf das Tor: 72:35. Mils – Ehrwald/Imst 2:0 (1:0, 0:0, 1:0), Kundl II – Wattens II 5:4 (2:3, 1:0, 2:1), Silz – Mils 3:9 (1:6, 1:1, 1:2).
 
Irre! Verloren geglaubtes Spiel gedreht
Beim ersten Duell mit Silz gingen die „Gunners“ (Martin Nocker, rechts) in die Knie. Und diesmal? Foto: sportszene.tirol

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