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Telfs | Wirtschaft | 14. April 2020 | Beatrice Hackl

Bittere Pille für Möbelhandel

Bittere Pille für Möbelhandel
Bauhäuser verkaufen Gartenmöbel, Bodenbelege und Lampen, während Einrichtungshäuser durch die Finger schauen. Stefan Föger, Inhaber vom Einrichtungshaus Föger, sieht darin eine Ungleichbehandlung.Foto: Föger Einrichtungshaus
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Gleiches Recht für alle – hätte sich Stefan Föger gewünscht

Der Frühling ist da, die Sonne scheint und die Gartensaison ist eröffnet. Jedoch nicht für Möbelhäuser. Seit Dienstag haben kleinere Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis 400 Quadratmetern ebenso geöffnet wie Bau- und Gartenmärkte. Letztere bieten auch Gartenmöbel, Bodenbeläge, Leuchten und dergleichen. Produkte, die einen nicht unwesentlichen Teil des Sortiments von Möbelhäusern darstellen. Diese dürfen jedoch erst drei Wochen später, folglich am 2. Mai, ihre Pforten für Kunden öffnen, wodurch ihnen unter anderem die stärkste Zeit für den Verkauf von Gartenmöbeln entgeht. Dadurch würde es laut Stefan Föger, dem Geschäftsführer vom Einrichtungshaus Föger in Telfs, zu einer Ungleichbehandlung kommen.
Von Beatrice Hackl

Auch den Telfer Betrieb habe die Corona-Krise vor völlig neue Herausforderungen gestellt. „In unserem Familienbetrieb herrscht zum Glück ein gutes Miteinander und die Krise hat den großen Zusammenhalt und die Loyalität der rund 150 Mitarbeiter untermauert. Wir haben niemanden entlassen, aber auch wir mussten auf das Modell der Kurzarbeit zurückgreifen, wofür die Belegschaft dankenswerterweise viel Verständnis aufbringt“, schildert Stefan Föger. 

UNGLEICHBEHANDLUNG DER BRANCHEN. „Aktuell kommt es erneut zu einer Ungleichbehandlung. Jener Fehler, der bereits im Lebensmittelhandel und dem Verkauf der Non-Food-Produkte gemacht wurde, wiederholt sich gerade auf ähnliche Art und Weise. Wir als Einrichtungshaus müssen noch drei Wochen zusehen, wie Bauhäuser Produkte – die auch zu unserem Sortiment gehören – bereits verkaufen dürfen. Ich hätte mir hier gleiches Recht für alle gewünscht. Zudem gibt es viele kleine Küchen- und Möbelstudios, die ebenfalls aufsperren dürfen. Laut Verordnung sind auf 400 Quadratmetern Verkaufsfläche 20 Personen erlaubt beziehungsweise ein Kunde pro 20 Quadratmeter. Wir verfügen beispielsweise über eine Verkaufsfläche von 13000 Quadratmetern. Somit würden bei uns 650 Kunden Platz finden, ohne dabei die vorgeschriebenen 20 Quadratmeter pro Person zu unterschreiten. Aus Erfahrung wissen wir, dass wir selbst bei guter Frequenz auf den ganzen Tag verteilt höchstens 200 Besucher zu verzeichnen haben. Bei uns würden sich die Kunden folglich bestens aufteilen. Ich kann diese Regelung nicht nachvollziehen, aber es ist leider so und wir müssen noch drei Wochen durchhalten.“

EIN BLAUES AUGE UND EINE NEUE CHANCE. „Ich hoffe einfach, dass wir trotz allem mit einem blauen Auge davonkommen. In den nahezu sieben Wochen, in denen wir unser Geschäft nicht öffnen können, werden wir zwischen drei bis vier Millionen unseres Jahresumsatzes verlieren. Der Onlineverkauf hält sich bei uns in Grenzen, da wir keine Billigmöbel anbieten. Unsere Produkte sind eine Investition, die Jahre halten soll und von deren Optik und Haptik wollen sich Kunden natürlich vor Ort ein Bild machen.“ Stefan Föger selbst sei stets auf der Suche nach dem Positiven: „Es wird sich vieles verändern. Die Entschleunigung und Deglobalisierung könnte dafür sorgen, dass wir als Branche mit Chancen aus der Krise herausgehen. Auf der Suche nach einem sicheren Hafen beziehungsweise sicheren Investitionen und Regionalität, erhält die Gestaltung der eigenen vier Wände eine neue Gewichtung.“ Zudem sei es laut Föger nun essenziell, bei den Konsumenten ein Bewusstsein für die heimische Wirtschaft zu schaffen.
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