Tempo 40: Fuß weg vom Gaspedal in Telfs

Wegen der flächendeckenden Temporeduzierung im Ortsgebiet von Telfs gab es heftige Diskussionen. Foto: MGT/Dietrich

In der Marktgemeinde soll schon bald flächendeckend eine 40-km/h-Beschränkung eingeführt werden

Heuer im März wurde vom Telfer Gemeinderat ein Verkehrsgutachten beauftragt, das nun vorliegt. „Es spricht sich eindeutig für eine flächendeckende Tempo 40-Verordnung aus, um die Lebensqualität der Telfer Bevölkerung zu steigern und auch die Verkehrssicherheit im gesamten Ortsgebiet zu erhöhen“, berichtete der Obmann des Verkehrsausschusses, Vize-Bgm. Christoph Walch (Grüne), bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag. Die Tempo 40-Verordnung wurde nach zum Teil heftigen Debatten mit 14:7 Stimmen beschlossen. 

Verkehr und Lärm sollen bei allen Telfer Ortsteilgesprächen ein großes Thema gewesen sein. Das betonte bei der jüngsten Gemeinderatssitzung auch Vizebürgermeister Walchs Fraktionskollegin Theresa Braun. Für Bürgermeister Christian Härting (WFT) ist jedenfalls klar, dass gegen die Verkehrsbelastung und den daraus resultierenden Lärm Maßnahmen gesetzt werden müssen. Eine davon sei eine 40-km/h-Beschränkung. „Es gibt aber auch 30er-Zonen in unserer Gemeinde, die nicht mehr zeitgemäß sind und evaluiert werden müssen“, meinte der Marktgemeinde-Chef. In die Tempo 40-Regelung sollen neben den Gemeindesstraßen auch die  Möserer Landesstraße L 35 vom Kreisverkehr Sagl bis zum Ortsende und die Mieminger Landesstraße B 189 vom Kreisverkehr Obermarkt bis zum Ortsende einbezogen werden.

„TEMPO 40 KANN PROBLEM NICHT LÖSEN!“ Die Kritik der Opposition an der Einführung der Tempo 40-Verordnung war unüberhörbar. Gemeinderat Sepp Köll (Telfs Neu) bezweifelt sogar, dass die Verordnung hält. „Es war schon einmal, dass der Verfassungsgerichtshof eine  40er-Verordnung gekippt hat. Sollte jemand gegen die Verordnung Klage einbringen, wird sie wahrscheinlich auch diesmal nicht bestehen können!“ Bürgermeister Härting konterte: „In Hall wurde Tempo 40 vor etlichen Jahren eingeführt und hält bis heute!“ GV Angelika Mader (ÖVP) ist der Meinung, dass mit einer 40-km/h-Beschränkung die Probleme Verkehr und Verkehrslärm nicht gelöst werden können. „Es fehlt im Dorf an neuralgischen Stellen an Polizeikontrollen, insbesondere was die lauten Mopeds angeht!“ GR Theresa Braun (Grüne) ist anderer Meinung: „Wir haben im Gemeinderat die Interessen der Bürger zu vertreten, Tempo 40 ist ein Schritt in die richtige Richtung!“ GR Norbert Tanzer (PZT/SPÖ) wies darauf hin, dass in österreichischen Ortsgebieten eine Regelgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern gelte. „In Telfs wird nur mehr überwacht und bestraft. So machen wir nur die Leute narrisch!“ Auch GV Michael Ebenbichler (FPÖ) sprach sich gegen eine Tempo 40-Verordnung aus. „Bei 16.000 Einwohnern gibt es halt viel Verkehr. Eine 40er-Beschränkung bringt gar nichts, das ist Augenauswischerei. Messungen haben ergeben, dass die Autos entlang der Saglstraße zwischen 40 und 46 km/h schnell unterwegs sind!“ GR Herbert Klieber (BL) stellte die Frage, wie viele Verkehrsunfälle es im Ortsgebiet von Telfs durch überhöhte Geschwindigkeit gibt? „Der 40er bringt gar nichts. Es kommt noch so weit, dass wir uns irgendwann alle ein Ross kaufen müssen!“ Vizebürgermeisterin LA Cornelia Hagele dazu: „Jeder Unfall ist es wert, eine Diskussion in Kauf zu nehmen!“ Bürgermeister Christian Härting glaubt, dass die Tempo 40-Verordnung tatsächlich etwas bringt und er kündigte an, dass man in Zukunft den Radverkehr deutlich aufwerten werde. Ein in der Sitzung beschlossener Mehrzweckstreifen in der Saglstraße, der zugleich eine Fahrbahneinengung bewirkt, sei ein Baustein davon.

Auch auf der B 189 soll ab dem Kreisverkehr im Obermarkt bis zum Ortsende eine 40-km/h-Beschränkung eingeführt werden. RS-Foto: Schnöll