Theater-Nachwuchs der NMS Lechtal erzählt vom Leben „Im Um Auf dem Lech“

Donald Trump schmiedet Pläne zum Projekt „Mülldeponie Lechtal“. Hashtag kommentiert trocken „#makeamericagreatagain“. RS-Foto: Zeller

Geschichten über Mobbing, Aliens, Donald Trump und den Lech

Im Zuge des tirolweiten Jugend-Theaterfestivals „Kultur wächst nach“ verbrachten die 3. Klassen der NMS Lechtal, unter der Leitung von Bernhard Wolf und Regie von Thomas Kramer, das ganze Schuljahr mit den Vorbereitungen zu ihrem Theaterstück, das sie letzte Woche in Elmen vorführten.

Von Jenni Zeller

Strahlende Gesichter nach der Premiere: Elmer Bürgermeister Heinrich Ginther, Projektleiter Bernhard Singer und Festivalleiterin Bernadette Arenstein (v.l.). RS-Foto: Zeller

„Kultur wächst nach“ ist ein neues Tiroler Theaterfestival, das speziell für junges Publikum konzipiert wurde und die Jugend zum kreativen Schaffen, Denken und Staunen anregen soll. Das Festival erstreckt sich über neun Tage und 100 kunterbunte Veranstaltungen in 37 Gemeinden. Neben Theaterstücken von den Gebrüdern Grimm, Felix Mitterer und Henrik Ibsen schreiben und spielen Jugendliche auch ihre eigenen Geschichten; wie etwa die Schüler der 3. Klassen der NMS Lechtal. Im ersten Halbjahr verfassten sie Aufsätze, aus denen Bernhard Wolf, auch künstlerischer Leiter der Geierwally Freilichtbühne und Thomas Kramer dann ein Stück bastelten. Wie Wolf schmunzelnd berichtete, war es eine Herausforderung, 40 Teenager für das Theater zu begeistern und bei der Premiere am Sonntag hatte selbst der Profi-Schauspieler für seine Schützlinge Lampenfieber. Jedoch kam das Potpourri aus Gesellschaftskritik, Politik und Humor großartig an. Lebhaft berichteten die jungen „Schreiber vom Lech“ von ihrer Heimat, wo „jeder Stein, Wassertropfen und Baum etwas zu erzählen hat“. Umsichtig behandelten sie dabei das Thema Mobbing wegen beispielsweise billiger Kleidung oder komischen Dialekts und betonten ein Mitein-ander. Ähnlich verstand der Bluatschink gar nicht, weshalb jeder sich vor ihm fürchtete. Er sei doch nur ein bruchgelandetes Alien und seine Muttersprache „RAAAA!“ machte den Lechtalern scheinbar Angst. Angsteinflößend wären auch Umweltverschmutzung, die Zukunft und die Präsidentschaft Donald Trumps, der sinnierte, das Lechtal als globale Mülldeponie bis zu den Bergspitzen zu füllen. Und selbst eine Lektion zu Einsteins Relativitätstheorie war dabei: „Drei Hoar aufm Kopf, des isch it viel. Drei Hoar in de Suppe aber schu. Des isch alles relativ!“ #richtigcool

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