Tierische Gaudi bei der Tannheimer Alpfahrt

Neben den prächtigen Blumenkronen sind auch die festlichen Glocken der Kühe sowohl ein Hingucker als auch ein echter „Hinhörer“. Wie hier zu sehen ist, haben viele Almen ihre eigens verzierten Schellen. RS-Fotos: Zeller

1000 Tiere und noch mehr Besucher tummelten sich im Tannheimer Tal

Nach den gelungenen Almabtrieben der letzten Woche in Nesselwängle, Grän und Jungholz beschlossen Tannheim und Schattwald die diesjährige Tannheimer Taler Almabtrieb-Saison. Erstere, als größte Alpfahrt des Tals, beeindruckte wie immer mit unglaublichen Besuchermassen, großem Rahmenprogramm und über 500 Kühen sowie zahlreichen anderen Tieren von sechs Almen.

Von Jenni Zeller.

Einmal im Jahr befindet sich der Hauptort des Tannheimer Tales im Ausnahmezustand, wenn tausende Schaulustige durch die Dorfgassen wuseln und es kaum erwarten können, den prachtvollen Viehtrieb und ein facettenreiches Tiroler Fest mitzuerleben. Mit zwei Musikgruppen – den zünftigen „Grenzwertig Böhmisch“ und den fetzigen „4 Steirer“,  einem bunten Trödelmarkt und über 120 Helfern lud die Landjugend Tannheim – unter Florian Schautzgy und Lisa Rief – zur Gaudi der besonderen Art ein. Im Zentrum standen dabei natürlich die Älpler und ihre Tiere, die ihren Almsommer ausklingen und sich hochleben lassen ließen. Vier der sechs Almen durften nach einem unfallfreien Sommer ihre Tiere kunstvoll schmücken. Alpfahrt-Urgestein Bertram Eberle moderierte den Viehtrieb und bot den Besuchern interessante Informationen zu den Almen.

DIE SECHS TANNHEIMER ALMEN IM DETAIL

Die Usseralpe eröffnete mit rund 100 geschmückten Kühen den Viehtrieb. Sie wurde bereits 1342 erstmals urkundlich erwähnt und ist heute die letzte Sennalpe mit Käserei im Tal. Auf ihr – sowie auf dem Älpele und der Vilsalpe – tummeln sich neben Rindern im Sommer auch Schweine und Pferde. Die 90 Rinder des Älpele preschten vor den knapp 50 Tieren der Vilsalpe durchs Dorf. Mit bunten Blumenkränzen geschmückt, stolzierten letztere und die rund 40 Kühe der Heimweide Unterhöfen und die über 100 Tiere der Roßalpe – die Hühner, Ziegen, Pferde und momentan sogar fünf neugeborene Kälber zählt – an den Besuchermassen vorbei. Mit fast 200 Rindern beeindruckte die Gappenfeldalpe, auf der sich sonst noch vier Hirtenhunde und 40 Schafe tummeln. Auf einer Seehöhe von 1830 Metern gelegen, ist sie die höchste Alm Tannheims. Den unverkennbaren Abschluss des Viehtriebs machte die Traualpe mit acht drolligen Lamas und über 100 Kühen. Auf der Alm, die außerdem das Zuhause von Schweinen, Hühnern und Ziegen ist, feierte Familie Müller heuer ihr großartiges 21. Jubiläum. Die beachtlichen Mühen der Älpler wurden abends dann mit der traditionellen feierlichen Schellenübergabe belohnt, ehe die Besucher der Tannheimer Alpfahrt die Nacht zum Tag machten.

 

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