Tirols Feuerwehren waren 2017 gefordert

Das Projektteam des Bezirks-Feuerwehrverbandes Kufstein rund um Stefan Thaler, Andreas Oblasser und Robert Marksteiner (v.l.) präsentierten gemeinsam mit LH-Stv. Josef Geisler (2. v. r.) die neue Feuerwehrdrohne „Twin Fold Kat 2.1“. Foto: Rives

Landes-Feuerwehrverband verzeichnete im vergangenen Jahr eine deutliche Steigerung der Einsatzzahlen 

Der Landes-Feuerwehrverband präsentierte kürzlich die Einsatzstatistik des abgelaufenen Kalenderjahres. Dabei kamen eindrucksvolle Zahlen auf den Tisch. So rückten die Kameraden der 358 Tiroler Feuerwehren im Jahr 2017 zu exakt 16.824 Einsätzen aus. In der vorgelegten Statistik gab es in allen Bereichen eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Mit Ausnahme von Innsbruck Stadt verzeichneten sämtliche Tiroler Bezirke eine Zunahme an Einsatzzeiten. Insgesamt leisteten die Feuerwehrleute 175.728 Einsatzstunden und damit um 8.401 Stunden mehr als noch im Jahr 2016. Unerfreuliches weist die Statistik in Bezug auf die Mitgliederzahlen auf. Die Gesamtzahl ist um 132 aktive Mitglieder auf 32.229 gesunken.

„Die Mitglieder der Tiroler Feuerwehren haben auch im letzten Jahr wieder ihr Bestes gegeben, um die große Zahl an Einsätzen bewältigen zu können“, betont Landes-Feuerwehrkommandant Peter Hölzl. „Besonders herausfordernd sind jene Einsätze, bei denen Todesopfer zu beklagen sind. Im Vorjahr ließen sieben Menschen bei Bränden ihr Leben. So viele wie seit Jahren nicht. Damit unsere Feuerwehrleute mit diesen äußerst belastenden Situationen umgehen können, gibt es in unserem Landesverband Einrichtungen, die nach jedem schwierigen Einsatz professionelle psychologische Hilfe anbieten“, führt Hölzl fort. Auch LH-Stv. Josef Geisler liegt es am Herzen, sich bei den Tiroler Feuerwehren für deren Einsatz zu bedanken: „Als Sicherheitsreferent des Landes möchte ich mich ausdrücklich bei unseren Florianijüngern bedanken. Es ist nicht selbstverständlich, welche Leistungen die Frauen und Männer hierbei ehrenamtlich erbringen“, so Geisler.

LEISTUNGSBILANZ DER BEZIRKE. Welch großartige Leistung die Feuerwehren im Erscheinungsgebiet der Oberländer RUNDSCHAU erbrachten, zeigt sich in den Detailergebnissen der Leistungsbilanz 2017. Im Bezirk Imst leisteten 3.386 Feuerwehrleute von 38 Feuerwehren insgesamt 18.205 Einsatzstunden bei 1.484 Einsätzen. Der Bezirk Reutte stellt 2.877 Mitglieder in 41 Feuerwehren. Für 710 Einsätze mussten 11.055 Einsatzstunden geleistet werden. Im Bezirk Landeck rückten die 36 Feuerwehren mit 3.456 Mitgliedern zu 889 Einsätzen aus. Dabei wurden 15.375 Einsatzstunden gezählt. Der Bezirk Innsbruck Land (Ost und West) verzeichnete mit seinen 76 Feuerwehren exakt 3.000 Alarmierungen. Dabei leisteten 7.399 Mitglieder insgesamt 27.660 Einsatzstunden freiwillig und ehrenamtlich ab.

DIE FEUERWEHR GEHT IN DIE LUFT. FEUERWEHRDROHNE GEHT IN BETRIEB.Um für künftige Einsätze weiterhin gut gerüstet zu sein, präsentierte der Landes-Feuerwehrverband eine technische Neuerung im Dienste der Tiroler Feuerwehren. Ein Projektteam des Bezirks-Feuerwehrverbandes Kufstein erstellte ein Konzept zum Einsatz einer Drohne für den Feuerwehrdienst. Das fliegende Auge ist künftig im „Pilotbezirk“ Kufstein stationiert und kann jederzeit kostengünstig und flexibel tirolweit eingesetzt werden. „Für den Einsatz einer Drohne gibt es zahlreiche Verwendungsmöglichkeiten“, weiß Landes-Feuerwehrkommandant-Stv. Hannes Mayr zu berichten. So kann etwa bei größeren Unfällen (Massenkarambolagen) in kürzester Zeit ein Gesamtüberblick geschaffen werden. Ebenso soll die Feuerwehrdrohne zur Personensuche, bei Wald- und Flächenbränden sowie zur Dokumentation von Schadensereignissen zum Einsatz kommen. Ausgestattet ist das 36.000 Euro teure Gerät mit der neuesten Technik, darunter auch einer hochentwickelten Wärmebildkamera.

Von Wolfgang Rives

Landes-Feuerwehrkommandant Peter Hölzl (li.) und LH-Stv. Josef Geisler (Sicherheitsreferent des Landes Tirol präsentierten die Zahlen zur Einsatzstatistik 2017. Foto: Rives

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.