Touristiker trafen sich zum Stammtischgespräch

Stammtischrunde der Außerferner Hoteliers. RS-Fotos: Weber

Positive Tourismusgesinnung im Fokus

Kürzlich versammelten sich Außerferner Gastronomen mit Mario Gerber, Obmann der Österreichischen Hotelier Vereinigung (ÖHV), zum ersten Tourismus-Stammtisch.

Mario Gerber, Hotelier aus dem Kühtai, setzt sich nicht nur als Obmann der ÖHV für die Interessen seiner Fachgruppe ein. Er steht auf Platz drei der ÖVP-Landesliste. Der regelmäßige Austausch mit den Praktikern vor Ort sei ihm ein Anliegen, um Probleme der Branche offen zu diskutieren. Wichtig sei ihm vor allem eine positive Tourismusgesinnung. Aus dem „Nein” zu Olympia habe man Lehren gezogen. Auch die Einheimischen dürfe man nicht vergessen. Mit Werbung nach innen müsse man neben dem Gast auch die Bevölkerung mit auf den Weg nehmen. Dies will Gerber durch Bewusstseinsstärkung und Ausgleichsmaßnahmen für die Bevölkerung erreichen.

Gastgewerbe attraktivieren. Dem Problem des Fachkräftemangels will Gerber mit flexiblen Arbeitszeiten – unter Berücksichtigung des Willens der Arbeitnehmer – entgegensteuern. Auch die Ausbildung im Gastgewerbe müsse neu überdacht werden und „für die Jungen cool und sexy gestaltet werden“. Handwerk und Lehre brauche wieder einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft. „Tue Gutes und sprich darüber“, dieses Motto bestärke und verbessere das Image im Gastgewerbe, meint Gerber. „Für eine positive Entwicklung brauche es nachhaltige Knowhow-Konzepte und Motivation in der Politik“, erklärt Florian Werner, Vizepräsident der ÖHV, in einer Presseaussendung. Qualitätstourismus in allen Facetten, vom Zimmervermieter bis zum Fünf-Sterne-Superior Hotel wird laut Gerber Bestand haben. Die Neuerungen im Regierungsprogramm stimmen die Touristiker positiv. Dazu gehören die angekündigte Senkung der Umsatzsteuer von 13 auf zehn Prozent sowie die Anpassung der Abschreibungszeiträume. Gerber fordert gleiche Rahmenbedingungen für alle: „Die Ungleichbehandlung muss ein Ende haben, wir vor Ort werden überreguliert, daneben gibt es einen rechtsfreien Raum für AirBnB.“
Der Außerferner Hotelier Franz Dengg beschreibt die Stimmung  im Bezirk als grundsätzlich gut. Die Zahlen sprechen für sich. Mit 3,4 Millionen Nächtigungen (Winter- und Sommersaison insgesamt) steht das Außerfern an der Spitze Tirols. In Sachen Verkehr und Naturschutz sieht Dengg die Politik gefordert: „Ich bin kein Verkehrsexperte und werde mich nicht in Tunneldiskussionen verstricken.“ Gespräche über die kostenlose Nutzung der Schiene für Einheimische wolle der Tourismus wieder mit den Gemeindevertretern anregen. Der Seilbahnunternehmer und Hotelier sieht auch eine steigende Tendenz zur Bahn bei den Urlaubern, sofern das Service bei den Transfers in der Urlaubsregion stimmt.

Von Michaela Weber

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