„Tragt Frieden in die Welt hinaus!“

Über Frieden reden: Die beiden Friedenbotschafter Prof. Raimund Margreiter und Ingeborg Freudenthaler.  Foto: Lia Buchner

Ingrid Freudenthaler und Prof. Raimund Margreiter als neue Botschafter der Friedensglocke in Mösern ernannt

Vom Frieden im Herzen war beim Festakt in Mösern viel die Rede und vom Frieden für die Welt. Im Kleinen wie im Großen ist Frieden ein Geschenk – und das Ergebnis beharrlichen Wirkens mutiger und großzügiger Menschen. Zwei dieser Menschen wurden am vergangenen Wochenende zu den neuen Botschaftern der Friedensglocke ernannt.

Die Friedensbotschafter für die nächsten zwei Jahre „mögen den Gedanken des Friedens in die Welt tragen“, bat Bürgermeister Christian Härting in seiner Eröffnungsrede beim Festakt im Gasthof Alt Mösern. Und erinnerte an die Anfänge der Friedensinitiative der ARGE-Alp in den 70er Jahren. Nach Jahrzehnten der Bedrohung, der Teilung und Trennung gingen mutige Politiker aufeinander zu und schufen die Grundlagen für ein friedvolles Miteinander der Nachbarn im Alpenraum. Eine heute nachdenklich stimmende politische Geste: Frieden statt Abgrenzung, Verständnis statt Populismus. 

ENGAGIERT UND TATKRÄFTIG. Mit den beiden Friedensbotschaftern Ingeborg Freudenthaler und Prof. Raimund Margreiter fiel die Wahl auf zwei enorm engagierte, tatkräftige Menschen. Ingeborg Freudenthaler wurde durch die Erkrankung ihres Vaters mit dem Thema Demenz konfrontiert und gründete den Verein „Lichtblicke“. Die Demenzhilfe Tirol versucht, die Dinge beim Namen zu nennen und Angehörigen mit Information, Enttabuisierung und konkreter Hilfestellung zur Seite zu stehen. Mit großer Rührigkeit kümmert sich die Unternehmerin um die Mittelbeschaffung für den Verein. „Frieden fängt zu Hause an, und ein besseres Verstehen der Krankheit und des Verhaltens Demenzkranker schafft ein Stück Frieden in den Familien,“ erzählt Ingeborg Freudenthaler. 

DIMENSIONEN DES FRIEDENS. Prof. Raimund Margreiter, Pionier der Transplantationschirurgie, begeisterter Sportler und Expeditionsteilnehmer, berichtet von der anderen Dimension des Friedens. „Ich habe selbst erlebt, wie aus friedlichen Landschaften im Hindukusch Kriegsgebiete wurden, ich habe die von den Taliban zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan noch gesehen.“ Margreiter begann in den 70er Jahren mit den ersten Organ-Transplantationen, initiierte „Eurotransplant“, um die Verfügbarkeit für Organe zu erweitern und verhalf im Jahr 2000 dem Kärntner Polizisten und Bombenopfer Theo Kelz mit einer Doppeltransplantation zu zwei neuen Händen. Pünktlich zum Friedensgebet von Abt German Erd riss der Nebel über Mösern auf und die beiden Neu-Botschafter konnten bei vorsichtigem Sonnenschein „ihre“ Friedensglocke läuten. Mit mächtigen Klängen gab sie den Festgästen ihre Botschaft mit auf den Weg: Tragt Frieden in die Welt.

Von Lia Buchner

Die gewaltigen Schläge der Friedensglocke beeindruckten ihre neuen Botschafter: V.l. Prof. Raimund Margreiter, Ingeborg Freudenthaler, Bgm. Christian Härting und
GV Josef Federspiel. Foto: Lia Buchner
Prof. Margreiter mit seinem Laudator und Schüler Doz. Herbert Maier. Foto: Lia Buchner

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