Trotz großer Hürden

Bezirksstellenleiter Dr. Stefan Mascher

Tirols Wirtschaft zeigt Leistungsstärke – Imster Kammerfunktionäre luden zum Pressegespräch

Letzte Woche lud die Wirtschaftskammer des Bezirkes Imst zum Neujahrsempfang. Zuvor stellten sich die Bezirksführung und einige Funktionäre der Presse. Auch der Präsident der Wirtschaftskammer Tirol, Jürgen Bodenseer, kam nach Imst angereist. Die gravierenden Themen waren Vergabedialog, die Wichtigkeit von Investitionen und die Etablierung einer höheren Schule für Holzbau an der hiesigen HTL.

Tirol verzeichnete im letzten Jahr ein Wachstum von 1,3 Prozent. Das sind deutlich mehr als der Österreichdurchschnitt von 0,8 Prozent. Auch in der Produktion steht Tirol mit einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Österreichschnitt von minus 1,7 Prozent an vorderster Front und zudem hat der Tiroler Tourismus mit 45 Millionen Nächtigungen einmal mehr seine Vormachtstellung bewiesen. Somit legten Tirols Unternehmer einmal mehr bestes Zeugnis ab über ihre Leistungsfähigkeit, was sich wohl auch auf die Arbeitslosenrate von sieben Prozent, gegenüber den 9,1 Prozent auf Bundesebene, niederschlägt. „Dieser Trend wird sich auch im heurigen Jahr fortsetzen“, sind sich die Kammerfunktionäre sicher. „Trotzdem darf der Bundesregierung ein Jahr wie das letzte nicht noch einmal passieren“, erklärt WK-Präsident Bodenseer. Damit meint der Präsident die Hürden, wie die Allergen-Verordnung, die Registrierkassenpflicht, die zahlreichen Gegenfinanzierungen zur Steuerreform und weitere wirtschaftsschädigende Maßnahmen, welche die Unternehmer – auch in Zukunft – zu überwinden hätten. „Die Unternehmen brauchen mehr Luft und Spielräume für innovative Projekte, dann springt auch der Konjunkturmotor endlich an“, fordert Bodenseer.
In Anbetracht der kommenden Gemeindratswahlen wird sich in den Gemeindestuben sicherlich die eine oder andere personelle Veränderung ergeben. „Daher ist es für uns Unternehmer wichtig, dass sich neu hinzukommende Mandatare über die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge und deren Stellenwert für die heimische Wirtschaft im Klaren sind“ hebt der Imster WK-Obmann Josef Huber hervor, „denn bei Investitionsentscheidungen braucht es umfassende Kenntnisse des Vergaberechts bzw. der Schwellenwertverordnung.“ Bis zu 100.000 Euro können Gemeinden Aufträge direkt an heimische Unternehmen vergeben. Allerdings soll mit der jüngst beschlossenen Vergaberechtsnovelle das verpflichtende Bestbieterprinzip verstärkt werden, ebenso auch die neuen EU-Vergaberichtlinien, die den kommunalen Auftraggeber mehr Handlungsspielraum ermöglichen. Deshalb lädt die Wirtschaftskammer zu einem Vergabedialog, bei dem sich Kommunalpolitiker über Situation und Möglichkeiten informieren könne.
Derzeit beschäftigt sich der Landesschulrat mit Überlegungen, eine Abteilung für Holzbau (Holzfertigteilbauweise, Holztechnologie) an der HTL Imst anzusiedeln, was Kammerobmann Josef Huber, selbst auch Holzbauunternehmer, besonders freut.
Kommerzialrat Ulf Schmid, WKO-Spartenobmann Transport und Verkehr, bestätigt, dass die 25 Punkte beinhaltende Fernpassstrategie zwar ihrer endgültigen Ausformulierung entgegen schreite – nicht aber der Weisheit letzter Schluss sein könne und deshalb unabdingbar die Tunnellösung fordert.

NEUJAHRSEMPFANG. Auch die Funktionäre der Imster Bezirksstelle der Tiroler Wirtschaftskammer lassen es sich nicht nehmen, ihren Mitgliedern einen Neujahrsempfang zu bereiten. Der Einladung folgten eine Menge Unternehmerinnen und Unternehmer, sodass der Platz im Saal und später im Foyer kaum ausreichte. Am Beginn stand ein weiteres Mal ein, die Gäste in ihren Bann ziehender Auftritt der Wiltener Sängerknaben unter der Leitung ihres Chorleiters Mag. Johannes Stecher. Anschließend die Begrüßungs- und Festrede von WK-Bezirksobmann Josef Huber und zu guter Letzt ein gemütliches Plauderstündchen mit Genussvollem vom reichhaltigem Buffet und Keller.

Von Ewald Krismer

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