„Tür unseres Herzens öffnen“

Europaparlamentarierin Karoline Graswander-Hainz wurde in die Bruderschaft St. Christoph aufgenommen: Gatte Roland Graswander (Regionalsekretär ÖGB)

St. Christoph: 630-Jahr-Feier der Bruderschaft & Autoweihe

Die Bruderschaft St. Christoph wurde 1386 von Heinrich Findelkind gegründet, um Geld für den Bau des Hospiz auf dem Arlbergpass als Schutzhaus für in Not geratene Reisende zu sammeln. 630 Jahre später zählt sie knapp 22.000 Mitglieder aus 55 Ländern der Welt. Anlässlich des Jubiläums wurde vom 3. bis 10. Juli ein umfangreiches Programm geboten, Höhepunkt war die traditionelle Autoweihe.

Mit einer Reihe von Veranstaltungen wurde das 630-jährige Jubiläum der Bruderschaft St. Christoph vergangene Woche begangen – Konzerte, Ehrungen langjähriger Mitglieder, Wanderungen auf den Spuren Heinrich Findelkinds, Besuch des 50 Jahre alten Bruderschaftskreuzes am Mattunjoch, kulinarische Events als auch der traditionelle Festgottesdienst mit Autosegnung am 10. Juli waren Bestandteile dieser Feierlichkeiten. Zum Präsidenten der Bruderschaft wurde Bischof Dr. Benno Elbs aus Feldkirch als Nachfolger Bischof Manfred Scheuers ernannt. Dem Festgottesdienst, abgehalten von Bischof Elbs, Pfarrer Augustin Kouanvih und Pfarrer Anton Schimpfössl, wohnten zahlreiche Ehrengäste bei. Bischof Elbs appellierte in seiner Predigt, sich der Flüchtlingsthematik auf politischer Ebene anzunehmen: „Die Verantwortlichen stehen unter Druck – sie sind getrieben von Medien, populistischen Strömungen und Wahlen und schauen nicht mehr auf den Menschen, sondern reden distanzierend von Zahlen, Grenzen oder Strömen.“ Der Auftrag der Bruderschaft St. Christoph sei, den einzelnen Menschen in den Blick zu nehmen. Und angesichts des von Papst Franziskus ausgerufenen Jahres der Barmherzigkeit meinte Elbs: „Wir sollten die Tür unseres Herzens offen halten.“

„SOZIALER GEDANKE WICHTIGER DENN JE“. Zum 630-jährigen Jubiläum gratulierte auch LH Günther Platter, der im Rahmen des Festgottesdienstes eine Ehrung für seine 35-jährige Mitgliedschaft erhielt und von Bruderschaftsmeister Adi Werner erneut mit dem Bihänder zum „Bruder“ geschlagen wurde. „Es macht mich stolz, Mitglied der Bruderschaft zu sein – der soziale Gedanke der Bruderschaft ist wichtiger denn je“, erklärte der Landeshauptmann in der Festrede. Es sei neben staatlichen Hilfen notwendig, dass es karitative Einrichtungen wie die Bruderschaft St. Christoph gebe, die schnell, effizient und unbürokratisch helfen.

AUFNAHME IN DIE BRUDERSCHAFT. Der Festgottesdienst wurde musikalisch von der Musikkapelle St. Anton umrahmt, die Schützenkompanie St. Anton schoß Ehrensalven. Anschließend an die Heilige Messe erfolgte die traditionelle Autosegnung durch Bischof Benno Elbs. Nach dem traditionellen Festmahl, dem „Heinrich-Findelkind-Eintopf“, fand im feierlichen Rahmen die Aufnahme der Abgeordneten zum Europäischen Parlament, Karoline Graswander-Hainz statt – die ehrenvolle Rolle des Paten übernahm RUNDSCHAU-Herausgeber Kurt Egger.

Von Elisabeth Zangerl

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