Über die Wichtigkeit der Berglandwirtschaft

Bauernbunddirektor Peter Raggl

Sommergespräche des Tiroler Bauernbundes am Hof von Ferdinand Grüner

(ado) Vergangene Woche folgten rund 350 Interessierte der Einladung des Tiroler Bauernbundes zu den alljährlich stattfindenden Sommergesprächen des Tiroler Bauernbundes, die heuer auf dem Hof des designierten Landwirtschaftskammerdirektors Ferdinand Grüner in Silz stattfanden. Prominenter Gastredner war Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, der gemeinsam mit Bauernbundobmann Josef Geisler und Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger den Kleinbauern Tirols Lobesreden widmete.

Noch vor den Sommergesprächen traf man sich in der Stube der Familie Grüner, um beim gemütlichen Pressegespräch ein Plädoyer für die Bauern und den bewussten Konsum lokaler Lebensmittel abzugeben. Denn darin waren sich alle einig, dass gerade die Tiroler Kleinbauern einen besonders hohen Beitrag für die Menschen der Region liefern. Aufgrund des derzeit sehr niedrigen Milchpreises geht es bekanntermaßen gerade für die Milchbauern derzeit teilweise ums nackte Überleben. Die Verdoppelung der EU-Prämie für nicht gelieferte Milch bezeichnete Rupprechter als „wirksamste Maßnahme“ zur notwendigen Reduktion des Überangebots an Milch auf dem Markt, um den Preis längerfristig wieder zu stabilisieren. Auch wenn der Tourismus inzwischen bei der Verwendung regionaler Produkte aufgeholt hätte, sei die Stärkung der regionalen Kreisläufe weiterhin der treibende Motor auf dem Weg zum Überleben der Landwirtschaft. Dass die Leistung der Bergbauern aber nicht nur an der Produktion von Lebensmitteln, sondern sehr wohl auch an anderen Tätigkeiten wie der Landschaftspflege zu bewerten sei und diese deshalb auch mit einer Leistungsabgeltung zu entlohnen sei, stellte Geisler fest. So könnte man den hundertfach höheren Preis einer technischen Verbauung mit der durch die Land- und Forstwirte ermöglichten Aufrechterhaltung eines stabilen Schutzwaldes vergleichen.

LANDSCHAFTSPFLEGE UND ZUSAMMENHALT. Dass gerade die kleinstrukturierte Berglandwirtschaft unbedingt erhalten werden muss, sahen alle Anwesenden als selbstverständlich an, zumal nicht nur die Kulturlandschaft beim Wegfall der Landschaftspflege unwiederbringlich verloren wäre, sondern wohl auch die Landflucht stark zunehmen würde. So warnte auch Geisler mit eindringlichen Worten: „Wenn die Landwirtschaft weg ist, werden die Dörfer auch langsam zusperren.“ Verbesserungen würde sich Gastgeber Ferdinand Grüner bei der überbetrieblichen Zusammenarbeit wünschen, die den einzelnen Höfen Einsparungen ermöglichen würde. Als Beispiel führte er dabei die Gemeinde Silz an, deren Bauern sich zum Beispiel einen gemeinsamen Mähdrescher teilen. Ab September wird Grüner sein Amt als neuer LK-Direktor ausüben, doch schon jetzt bekam er von Präsident Hechenberger großes Lob ausgesprochen: „Wir haben mit Ferdinand Grüner einen der fähigsten Männer als Kammeramtsdirektor für Tirol, was mich als Präsident besonders freut.“

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