Übergeben – nimma leben?

Frühzeitig, strukturiert, verbindlich – die wesentlichen Schlagworte im Vortrag von Helmut Erler. RS-Foto: Schretter

Veranstaltungsreihe der Experts Group für Betriebsübergabe der Wirtschaftskammer Tirol und der Tiroler Raiffeisenbanken

Interssierte und Betroffene erhielten wertvolle Inputs zu unterschiedlichen Thementeilbereichen – von Konfliktprävention im Zuge der Unternehmensnachfolge bis hin zu finanziellen Aspekten der Betriebsübergabe.

Johannes Gomig, MBA, der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Reutte, begrüßte zur Veranstaltung und hob die Brisanz des Themas Unternehmensübergabe hevor.
Im ersten von vier Impulsvorträgen betonte BA phil., MBA, CMC, CSE Helmut Erler, der sich selbst als Wirtschaftsphilosoph bezeichnet, dass eine Unternehmensübergabe strukturiert und mit einem ausreichenden Zeithorizont geplant werden muss. Drei bis fünf Jahre dauert der Prozess einer Übergabe durchschnittlich. Um diesen Weg erfolgreich bestreiten zu können, sind sowohl auf Übergeber- als auch auf Übernehmerseite wesentliche Fragen zu klären. Weil zwei Bereiche – Unternehmen und Unternehmerfamilie – gleichermaßen von einem Übergabeprozess betroffen sind, spielen emotionale, wirtschaft-liche und finanzielle Aspekte eine Rolle. Expertenhilfe und -begleitung von außen ist daher empfohlen. Helmut Erler fasst seine Ausführungen in den drei Schlagworten frühzeitig – strukturiert – verbindlich zusammen.

Manfred Weis (linkes Bild) und Susanne Erhart (rechtes Bild) stellten den Dialog und die Bereitschaft dazu in den Fokus. RS-Foto: Schretter

Der beiden nächsten Vortragenden, Mag. Susanne Erhart und lic. iur., Dipl. BW (BA) Manfred Weis stellten sich in einer Art

Susanne Erhart. RS-Foto: Schretter

Doppelconference dem Thema Konfliktbewältigung und sprachen mögliche Gedanken eines Vaters als Übergeber und seiner Tochter als potentieller Übernehmerin aus. Fazit: im Fokus steht der Dialog. Alle Beteiligten gehören an einen Tisch und müssen bereit für eine gemeinsame Lösung sein. Nur wenn miteinander gesprochen wird, kann auch erfahren werden, was das Gegenüber denkt.
Helmut Erler erklärte nach einer kurzen Pause, was es mit dem Übergabe-Übernahmecheck auf sich hat und warum dafür ein externer Experte hinzugezogen werden soll.

Alexander Trs erklärt die Nachfolge zur Chefsache und rät, sich einen starken, regionalen Partner zu suchen. RS-Foto: Schretter

Prok. Alexander Trs, Leiter der Firmenkundenberatung der Raiffeisenbank Reutte, hebt hervor, dass die finanziellen Aspekte der Nachfolge für den Übergeber und den Übernehmer rechtzeitig geklärt werden müssen. „Nachfolge ist Chefsache“, betont er, „der Unternehmer muss selbst mit der Bank sprechen, denn er kennt seinen Betrieb am besten.“ Ein Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmern und Gespräche mit Familie und Freunden können hilfreich sein. Ein regionaler, starker Partner ist bei einer Übergabe ein guter Begleiter.