„Umweltbaustelle“ auf Zirler Almen

Die Freiwilligen waren mit viel Freude an der Arbeit. Schaferobmann Michael Auer, Vize-Bürgermeisterin Iris Zangerl-Walser (stehend 3. u. 4. v.l.), „Zirler Goaßer“-Obmann Franz Reinhart und Solsteinhaus-Wirt Robert Fankhauser (vorne v.l.) freute das Engagement. Foto: ÖAV

18 Freiwillige pflegten nun eine Woche lang mit viel Engagement die Weiden- und Futterflächen

18 Freiwillige aus Österreich und Deutschland packten vom vorletzten Sonntag bis vergangenen Samstag gemeinsam auf den Zirler Almen an, um die Weide- und Futterflächen zu pflegen. Der Einsatz im alpinen Gelände erfolgte im Rahmen der „Umweltbaustellen“, die der Österreichische Alpenverein wieder bundesweit organisierte.

Im Herzstück des Alpenparks Karwendel wurde erstmals nicht nur auf die Hilfe bei der Entfernung der Latschen gesetzt, sondern auch gezielt mit den jungen Volontären daran gearbeitet, die Weide- und Futterflächen zu pflegen und zu erhalten. Dabei packten dieses Jahr 18 Jugendliche tatkräftig mit an, um die ganzjährig tätigen, ortsansässigen Ziegen- und Schafhalter bei der Weidebewirtschaftung und -erhaltung zu unterstützen. In das ÖAV-Projekt  „Umweltbaustelle“ waren aber nicht nur die Schaf- und Ziegenbauern, sondern auch die Jägerschaft und etliche Zirler Landwirte eingebunden, die auch einen Teil der Kosten (Nächtigung, Verpflegung etc.) übernommen haben. Einen finanziellen Beitrag gab es zudem vom Bundeministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

VOLL MOTIVIERT. Die Motivation für die 18 Freiwilligen, die aus Österreich und sogar aus dem höchsten Norden Deutschlands auf Eigenkosten nach Zirl gekommen waren, war klar. Sie wollten einer Tätigkeit an der frischen Luft nachgehen, die Sinn macht. „Die Umweltbaustellen sind ein wunderschönes Beispiel für handfeste Arbeit in und für die Natur“, erklärte Liliana Dagostin von der Abteilung Naturschutz des Österreichischen Alpenvereins vergangenen Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Gemeindeamt Zirl. Dass dabei auch die lokale Kulturlandschaft wieder aufgewertet sowie die Artenvielfalt erhöht und geschützt wird ist ein wichtiger Zusatzeffekt des Projekts, fügte Magdalena, Studentin und Teilnehmerin der Umweltbaustelle, hinzu.

EINBLICKE IN DIE ALMWIRTSCHAFT. Unterkunft und täglicher Ausgangspunkt für die Freiwilligen war das Solsteinhaus. Allgemeines Highlight für die Naturfans dieses Jahr war, dass die Umweltbaustelle genau in der Schafabtriebswoche stattfand. „Somit konnten sich die Teilnehmer nicht nur an den Schafen erfreuen, sondern bekamen sogar tiefergehende Einblicke in die Almwirtschaft“, berichtet der Zirler Schaferobmann Michael Auer. Viel Lob gabe für die engagierten Freiwilligen auch von der Zirler Vize-Bürgermeisterin Iris Zangerl-Walser und von Franz Reinhart, dem Obmann des Ziegenzuchtvereins „Zirler Goaßer“.  Hubert Weiler-Auer, Landessprecher der Grünen Tirol, ist sich sicher, dass die Erfahrungen, die die jungen Leute dabei machten, wesentlich zu deren Umweltbildung beitragen.

Heuernte oberhalb der Baumgrenze. Für die meisten Freiwilligen war das ein einmaliges Erlebnis. Foto: ÖAV