…und die Sonne schaute zu

Unterhalb des auf 2.054 Meter gelegenen Reisenschuhjoch befand sich der Start der als Riesentorlauf ausgewiesene Rennstrecke, welche die Rennläufer in Angriff nehmen mussten. RS-Foto: Krismer

Tarrenz: 31. Auflage des traditionsreichen „Åbargrennen“

Nach 13 Jahren erlebte am Sonntag das „Åbargrennen“ eine Wiedergeburt. Es war das 31. Skirennen im Abergtal – um die 1900 Meter Seehöhe – zwischen Rauchberg und Alpleskopf auf Tarrenzer Gemeindegebiet gelegen. Daran teilgenommen haben 28 Rennläufer, die den beschwerlichen Aufstieg mit Skiern und Rucksäcken auf sich genommen haben, um sich noch einmal im Wettkampf zu messen, aber auch um einen herrlichen Skitag zu genießen.

Von Ewald Krismer

Schöner hätte das Wetter nicht sein können. Die zweimalige Verschiebung des Rennens der Wetterkapriolen der vergangenen Wochen wegen hatte sich gelohnt. Schon zeitig in der Früh wurde der Aufstieg über das Wallfahrtskirchlein Sinnesbrunn, Sinnesgatter bis unterhalb des Reisenschuhjoch in Angriff genommen.

Die Sieger in den jeweiligen Klassen mit dem Leiter der Sektion Ski, Daniel Köll (l.), und Rennleiter Dietmar Gastl (r.): SU Obmann Bernhard Berghammer (Herren bis Jg. 1970), Eva Kiechl (Jugend weiblich), Abergsieger SK Imst-Obmann Thomas Covini (Herren ab Jg. 1971), Leon Kandutsch (Kinder männlich), Bianca Polmans (Damen) und Steffi Polmans (Kinder weiblich) (v.l.).RS-Foto: Krismer
Skirennen mit Skihüttenfest

Für die Organisatoren hieß es aber schon Tage zuvor, die vielen Torstangen und am Renntag die Zeitnehmung und sonstiges benötigtes Equipment hinaufzuschaffen. Pünktlich um 8 Uhr Früh erfolgte der Start für das traditionsreiche Rennen, das wie immer in Form eines Riesentorlaufes ausgetragen wurde. Sehr zur Freude der Veranstalter kamen alle 28 Rennasse sturzfrei und ohne Verletzungen ins Ziel, was für sie immer wieder eine Erlösung bedeutet, wenn dieses Sportereignis ohne Zwischenfälle über die Bühne gebracht werden konnte. Das Skihüttenfest, das im Gegensatz zum Skirennen in der Vergangenheit alle Jahre stattgefunden hat, war ein weiter Höhepunkt des Renntags. Dort fand neben einem kameradschaftlichen Beisammensein dann auch die Siegerehrung statt, bei der alle Teilnehmer eine Urkunde und die jeweils drei Erstplazierten noch eine Trophäe übereicht bekamen.

Die Kinder hatten nach dem Rennen noch Energie genug für eine richtige Hetz. Noch einmal eine letzte Rutschpartie zu machen bevor der Schnee endgültig von den vorausgesagten heißen Temperaturen dahingeschmolzen wird. RS-Foto: Krismer
Aus der Geschichte des „Åbergrennens“

Wann das erste „Åbergrennen“ stattgefunden hat, ist aus den Protokollbüchern leider nicht ersichtlich. Da aus den unterschiedlichsten Umständen nicht jedes Jahr ein „Åbergrennen“ veranstaltet werden konnte, ist das 31. Rennen daher nicht als Maß zu zu verwenden. Es dürfte aber gleich nach Ende des Zweiten Weltkriegs gewesen sein, bestätigt Ludwig Zoller (geb. 1939), der an der ersten Austragung als Volksschüler im Alter von sechs oder sieben Jahren teilgenommen hat. Er war auch der Erste, der bei einem „Åbergrennen“ später in den 50er Jahren einen Eierbecher ähnlichen Siegespokal bekommen hat, den er heute noch in höchsten Ehren hält.

 

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