„Unser Motto mit Leben erfüllt“

Frauenpower für das Reuttener Rote Kreuz: Sabrina Frandl, Melissa Storf, Marie-Christine Mayr, Marie Beiser, Stephanie Wohlgenannt und Petra Krabacher wurden bei der Hauptversammlung in die Reihen der Sanitäter aufgenommen und feierlich angelobt. (v.l.). RS-Foto: Herrmann
Das Reuttener Rote Kreuz kann sich auf seine ehrenamtlichen Helfer verlassen. Bezirksstellenleiter Jürgen Ginther und Dr. Robert Moser, Tirols RK-Präsident, ehrten bei der Hauptversammlung sechs Menschen, die sich lange für die Aktion „Essen auf Rädern” engagieren: Ursula Leuprecht ist schon 30 Jahre mit dabei, Peter Kurz, Peter Hohenegg, Herbert Schennach, Elfriede Chladil und Renate Vindl je ein Jahrzehnt (v.l.). RS-Foto: Herrmann

„Wir helfen Menschen“ – Generalversammlung des Roten Kreuzes im Außerfern

84 000 Leistungsstunden (davon über 43 000 ehrenamtlich), engagierte Mitarbeiter und Mitglieder, die sich umfassend fortbilden, junge Leute, die sich für die Idee Henry Dunants begeistern lassen und neu zu den Lebensrettern stoßen – kein Wunder also, dass es vor Kurzem bei der 91. Generalversammlung der Bezirksstelle Reutte des Österreichischen Roten Kreuzes Lob von allen Seiten gab.

Von Jürgen Gerrmann

Der Bericht von Bezirksstellenleiter Jürgen Ginther war in der Tat beeindruckend: Insgesamt 3856 Rettungseinsätze standen da für das Jahr 2017 zu Buche – davon 1232 in der Nacht. 6039 Mal bewies man die Kompetenz des ÖRK beim Krankentransport, hinzu kamen 2844 Ambulanztransporte. Das Notarzteinsatzfahrzeug musste 389 Mal ausrücken – mit 213 hatten die Nachteinsätze hier sogar ein Übergewicht.

Die 43 844 freiwilligen Stunden verteilten sich auf 158 Ehrenamtliche – jeder davon tat im Schnitt also 277 Stunden im Jahr Dienst.

Blickt man auf die Alarmierungen der Einsatzleiter, so entfällt fast ein Viertel der insgesamt 86 Einsätze im Außerfern auf die Region Elbigenalp/Lechtal. Viele davon rührten von den beiden Bergstrecken, die Tausende von Motorradfahrern anlocken: das Hahntennjoch und das Namloser Tal.

Bei den 15 Ambulanzdiensten ragt das Tannheimertal mit sechs heraus – nicht zuletzt wegen der Großveranstaltungen wie Radmarathon und Skitrail.

128 Menschen stand man im Rahmen einer Krisenintervention nach traumatischen Ereignissen bei. Dafür kann man beim Reuttener Roten Kreuz auf 13 Mitarbeiter setzen, die sich dieser gewiss nicht einfachen Aufgabe stellen.

Zum breiten Spektrum des ÖRK im Außerfern gehört auch die Zustellung des Essens auf Rädern (ein Service, der kürzlich sein 40-jähriges Bestehen feiern konnte) – in 3126 Einsatzstunden sorgte man da 18 162 Mal für das leibliche Wohl. Diese Aufgabe übernahmen übrigens ausschließlich Ehrenamtliche.

Zu den neun Blutspendeaktionen im Bezirk kamen 1847 Menschen.

Sehr gefragt waren die 72 Erste-Hilfe-Kurse, an denen 914 Teilnehmer teilnahmen – zumeist in den Grund- und Auffrischungskursen.

Auch sonst war das Rotkreuz-Jahr im Außerfern reich an Höhepunkten: In den Ortsstellen Elbigenalp und Tannheim wurden die Schlafräume saniert, in Elbigenalp ein neuer Desinfektionsraum eingerichtet und im Lechtal die Notarztdienste neu geregelt.

Bezirksgeschäftsführer Martin Storf blickte etwas intensiver auf die Schulungen zurück und erwähnte dabei nicht zuletzt ein gemeinsames Training mit der Wasserrettung am und im Plansee. Ein Rettungseinsatz dort sei weit schwieriger, als sich das viele vielleicht vorstellten: Das fange schon damit an, die hilflose Person ins Boot zu bekommen. Und alles andere als leicht sei es, sie dort zu reanimieren. Großes Können erfordere es auch, bei einem verunglückten Taucher die Manschette vom Ärmel zu trennen.

Alles in allem war auch Storf sehr mit der Leistung der Reuttener Truppe zufrieden: „Wir haben unser Motto ,Menschen, die helfen’ mit Leben erfüllt.“

Zuversicht.

Auch von der finanziellen Seite her gab es eine Erfolgsnachricht: „Das wirtschaftliche Ergebnis stimmt mich zuversichtlich, dass wir auch die künftigen Aufgaben meistern können“, freute sich Finanzreferent Alexander Ostheimer. In der Bilanz könne man das Jahr 2017 sogar mit einem Gewinn von knapp 80 000 Euro abschließen. Und so attestierten auch die Rechnungsprüfer Erwin Baldauf und Karl Gratl einen „extrem guten Zustand des Rechnungswesens“. Die Konsequenz: Sowohl Finanzreferent als auch Bezirksausschuss wurden von der Versammlung einstimmig entlastet.

Die Grußworte der Ehrengäste spiegelten letztlich alle die Hochachtung vor der Leistung des Reuttener Roten Kreuzes wider: Konrad Geisler lobte namens der Bezirkshauptmannschaft die „beeindruckenden Zahlen“ und hob dabei besonders das ehrenamtliche Engagement hervor. Für den Bezirksfeuerwehrverband gratulierte Kommandant Dietmar Berktold zu der „tollen Leistung“ und bedankte sich für die Unterstützung bei gemeinsamen Einsätzen. Auch Josef Schnegg von der Wasserrettung sprach von einem „fulminanten Bericht“.

Dr. Wilfried Unterlechner, der Geschäftsführer der Rettungsdienst Tirol GmbH, bescheinigte den Außerfernern, ein „ganz starkes Gefühl der Beständigkeit und des Zusammenhalts“ zu vermitteln.

Und den Reigen des Lobes schloss Dr. Robert Moser, seines Zeichens Präsident des Tiroler Roten Kreuzes. Er wies darauf hin, dass das RK weltweit die Marke Nummer 1 schlechthin sei – vor allen Firmen und sozialen Netzwerken. Und das wegen der Menschen, die sich in dieser Hilfsorganisation engagierten: „Ihr seid das Rote Kreuz, jeder einzelne von Euch!“, rief er den Reuttenern zu: „Es geht immer um die Menschen, darum, für sie da zu sein. So viel Einsatz, so viel junge Menschen, die mitmachen wollen – das ist einfach toll! Macht’s weiter so!“

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.