„Unser Nachwuchs ist unser Kapital!“

Freuen sich jetzt schon auf die nächste Saison: Bastian Eisank (Headcoach)

Jahreshauptversammlung der Silzbulls im Zeichen der Kinder und Jugend

Bei der Jahreshauptversammlung der Silzbulls standen neben einem sportlichen Rückblick mit vier HC Oberland-Vizemeistertitel auch zahlreiche Ehrungen im Mittelpunkt des Geschehens. Die Bilanz der Kampfmannschaft in der Tiroler Eliteliga ist mit dem siebenten Platz freilich nicht zufriedenstellend, wird aber vor allem darauf zurückgeführt, dass der Verein verstärkt auf eigene Nachwuchskräfte setzt. Einen Tagesordnungspunkt nahm auch die Sanierung der Eisarena ein.

Peter Bußjäger, Obmann der Silzbulls, durfte an diesem Abend sehr viele BesucherInnen im Silzer Bierwirt willkommen heißen. Gleich anfangs sprach das Vereinsoberhaupt „einen ganz besonderen Dank an die Gemeinde Silz“ aus. Sportlich gesehen, sei man aufgrund der Vizemeistertitel „ganz stolz auf unsere Jugend“. Bei der Kampfmannschaft sei es nicht so gut gelaufen, „aber wir sind einen neuen Weg gegangen.“ Manager Erwin Althaller blickte anschließend auf eine „organisatorisch zufriedenstellende Saison“ zurück, wobei man den höchsten Anteil an einheimischen Cracks in der Eliteliga habe. „Und einige junge Spieler haben schon super aufgezeigt, da kann man wirklich stolz sein!“ Wirtschaftlich betrachtet sei es ein schwieriges Jahr gewesen, da u.a. ein großer Sponsor ausgefallen ist, und man zudem sehr hohe Eiskosten hatte. Aufgrund der warmen Wetterlage sei sehr viel Fremdeis anzumieten gewesen (rund 6.000,- Euro zusätzliche Eiskosten in Telfs, Anm.), „außerdem haben wir einen fürchterlich schlecht besuchten Vereinsball gehabt, der sogar ein Defizit abgab“, so Althaller. Auch bei den Bereichen Kantine und Eintritt habe es deutliche Einbußen gegeben, denn „wenn man nicht um die vorderen Plätze mitspielt, bleiben viele daheim hinter der Ofenbank“. Man dürfe sich davon aber nicht abschrecken lassen, sondern müsse sich finanziell anders aufstellen, der (sportliche) Platz für die Jugend müsse allerdings gesichert sein. Althaller wollte sich auch persönlich bei der Gemeinde bedanken, „weil es nicht so selbstverständlich ist, dass man eine Sportanlage völlig kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommt – das ist eine Traumsituation!“ Was ihm aber seit Jahren schwer im Magen liege, ist der Zustand der Eisbahn, die in einem katastrophalen Zustand sei. „Da glaube ich, gibt es ein ganz klares Bekenntnis von der Gemeinde und der Gemeindeführung, dass die Eisarena saniert wird. Zumindest die technische Sanierung (z.B. Eisbahn, Banden, Plexiglas) soll heuer über die Bühne gehen, und vielleicht in Schritt zwei die nächste Baustufe (wie etwa sanitäre Anlagen, Kantine, Tribüne) – was halt zu einem vernünftigen Spielbetrieb dazugehört“. Althaller bedankte sich u.a. auch bei Max Heinz (SV Silz-Präsident) „für die vernünftige und fruchtbringende Zusammenarbeit“, und bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern, wobei „die Damen bereits die fundamentalen Säulen des Vereins sind.“

CHANCE GEBEN. Während Nachwuchsleiterin Nina Tommasi einen famosen Rückblick über die Nachwuchssaison gab und zusätzlich etliche stimmungsvolle Ehrungen durchführte, bilanzierte Headcoach Bastian bezüglich der Eliteliga-Saison: „An was wird der Erfolg einer Kampfmannschaft gemessen? An Siegen! Nur das Siegen war für uns heuer sekundär. Wir haben im vergangenen Jahr eine Mordstruppe gehabt, und haben das Playoff nicht geschafft, das hat uns zum Nachdenken gebracht. Deswegen haben wir gesagt: Wir geben den Jungen eine Chance!“ Der siebente Platz sei quasi freilich nicht das Gelbe vom Ei, „denn wir wollen ja alle gewinnen. Nur: Man muss halt aufbauen! Das dauert zwei, drei Jahre bis wir eine Topmannschaft haben. Für nächstes Jahr ist das Ziel, dass wir vorne mitspielen, weil wir den Großteil der Mannschaft halten werden.“ Außerdem: „Man hat heuer gesehen: Das Herz ist bei den Meisten am rechten Fleck!“ Kapitän Martin Praxmarer fügte an: „Trotz einiger schwieriger Vorzeichen wurde großteils Charakter gezeigt“, nur mit Ausnahme von „zwei, drei Spielen“ hätte dieser Charakter gefehlt. Nachsatz: „Trotzdem haben wir für die eine oder andere Überraschung sorgen können.“ Sein persönliches Hauptziel sei gewesen, junge Spieler weiterzuentwickeln und zu integrieren. Schwierig war, die sportliche Situation derweil zu Beginn der Saison auch bei den Ladybulls, doch nachdem eine Torfrau und ein neuer Trainer gefunden wurden, fanden die Damen – die übrigens stets auf der Suche nach Spielerinnen sind – wieder in die Erfolgsspur.

TOLLE ARBEIT. Max Heinz, Präsident SV Silz, bedankte sich beim Vorstand, Mitarbeiter, Spieler und Trainer für die „tolle Arbeit“, die der Verein machte. Bezüglich der Sanierung der Anlage seien „jetzt die ersten Schritte gesetzt, und Angebote eingeholt worden.“ Außerdem seien die ersten Gespräche bezüglich Planungen im Gange. Wichtig sei in diesem Zusammenhang u.a. auch die Kantine, „damit der Verein wieder die Möglichkeit hat, zusätzliche Einnahmen zu lukrieren“. Am Ende der Versammlung sprach Vizebürgermeisterin Daniela Holaus dem Verein „ein ganz großes Kompliment aus, nicht nur für die sportlichen Leistungen – sondern: ich bin überwältigt von der Wertschätzung, die bei euch gelebt wird!“ Dass man Eigenbauspieler und den Nachwuchs forciere, mache es auch einfach, die Sektion Eishockey zu unterstützen. „Unser Nachwuchs ist unser Kapital, das ist auch für das Dorf wichtig!“ Bezüglich Sanierung der Eisarena sei vieles schon im Laufen, und Dinge, „die dringend notwendig sind, die werden jetzt so schnell wie möglich angegangen.“

Freuen sich jetzt schon auf die nächste Saison: Bastian Eisank (Headcoach), Max Heinz (SV Silz-Präsident), Günther „Opa“ Westerthaler (Ehrenobmann), Ronald Zimmermann (Obm. HC Oberland), Vbgm.in Daniela Holaus, Manager Erwin Althaller, Peter Bußjäger (Obm. Silzbulls), Conny Perwög (Sponsorenbetreuung) und Nachwuchsleiterin Nina Tommasi (v.l.). RS-Fotos: Unterpirker

Erwin Althaller: „Junge Spieler haben super aufgezeigt!“

Daniela Holaus: „Der Nachwuchs ist unser Kapital!“

Silzbulls-Star Josef „The Rocket“
Fojtik reiste zur Versammlung extra aus Tschechien an.

Groß war der Jubel als Silzbulls-Urgestein und Ehrenobmann Günther „Opa“
Westerthaler den Saal betrat.

Von Albert Unterpirker

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