Verkleidete Pointen und selbstgefertigte Kostüme

Die Rieder Putzweiber wirbelten mehr mit ihren Worten als mit ihren Besen. RS-Fotos: Plangger

Am vergangenen Samstag hielt der „Prutzer Turafurz“ nach dreijähriger Pause wieder Einzug

 

Das lange Warten hat sich wieder einmal gelohnt. Drei Jahre hat es gedauert, bis der „Prutzer Turafurz“ auf humorvolle Art und Weise das Dorfgeschehen sowie die Dorfpolitik gekonnt aufs Korn nimmt. Um der Prutzer Turafurzgesellschaft dabei Respekt zu zollen, hüllten sich am 2. März sämtliche Akteure aus dem Kindergarten, der Volksschule, den lokalen Vereinen und benachbarten Gemeinden in aufwändige Verkleidungen, grandiose -Wägen und in eine ausgelassene Stimmung.

 

Von Martin Plangger

 

„Der Prutzer Turafurz wurde erstmals im Jahr 1980 abgehalten. Nach zehn Jahren Pause findet diese ausgelassene Tradition seit 1990 im Wechsel aller drei Jahre statt. Heuer feiern wir nicht nur unsere neunte Auflage, sondern auch den Versuch, den ‚Prutzer Turafurz‘ an einem Samstag abzuhalten“, verrät der Obmann alias Abbass Christoph Emmerling. Wie sich auf den ersten Blick zeigt, geht dieser Versuch voll und ganz auf. Den Platz rund um den Pavillon säumten unzählige maskierte Schaulustige aus Prutz und den benachbarten Gemeinden. Grund dafür sind nicht nur die stimmungsvollen Wägen mit ihren „belustigenden“ Getränken, sondern auch die Labara rund um Gernot Pedrazzoli, welche aktuelle Themen aus der Gemeindepolitik auf humoristische Weise aufgreifen. Doch auch Vertreter aus den Gemeinden Kauns und Ried durften dabei nicht fehlen, denn auch diese fanden die passenden Worte und liebevolle Ratschläge zur Dorfgestaltung.

 

MAN MEINT ES NUR GUT. Die richtig großen Akteure sind oftmals die Kleinsten. Mit einer musikalischen Einlage und tänzerischer Performance eroberten die Kinder des Kindergartens Prutz in selbstgenähten Kostümen als Feuerwehrmann Sam, die Minions, Einhörner sowie als Superhelden und Schneemann Olaf die Bühne. Doch auch die Sprösslinge der Volksschule Prutz waren gleichermaßen einfallsreich. Verkleidet als Hasen, Quallen, Fische und Spinnen tanzten auch sie sich ins Herz des Publikums. Liebevolle Sticheleien und eine Menge Schnee hingegen hatten die Kauner im Gepäck. Themen wie die Begegnungszone, die örtliche Schneeräumung sowie die architektonischen Verfehlungen wurden belächelt und den Verantwortlichen unter die Nase gerieben. Auch die Rieder Putzweiber kehrten ordentlich vor den Prutzer Haustüren. Somit war ihnen nicht nur das ungenießbare Trinkwasser auf der Verpeilalm ein Anliegen, sondern auch die gastronomischen Betriebe. In einer gelungenen, von Schildern untermalten Aussprache, lieferten die Rieder Putzweiber gastronomische Hilfestellungen.

 

EIGENREFLEXION. Herzstück des diesjährigen „Prutzer Turafurz’“ waren auch heuer wieder die Laberer. Dabei unterhielt Gernot Pedrazzoli auf humoristische Art und Weise mit gezielten Pointen und einer gewissen Doppeldeutigkeit das gut gelaunte Publikum. Er stützte sich dabei auf die Faschingszeitung, welche seiner Meinung nach viel diffiziler sei, allerdings ein gewisses Maß an lesetechnischer Kompetenz erfordert. Lob fand er dieses Jahr für so viele. Nicht nur die Randalen-Akte haben sich gebessert, sondern auch die Hundehäuferl wurden weniger. Mit aktuellen Themen wie „die Freeman wurden jetzt zu Knastman“, „Prutz wird international“ oder „Lutz’mannsdorf ist unser neuer Ortsteil“ trafen die Laberer jene Themen, welche die Bevölkerung bewegen.

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