„Vernetzung“ bringt neue Chancen für die Landwirtschaft

LK Präsident Josef Hechenberger, Franz Dengg jun., Franz Dengg sen., Vizepräsidentin Helga Brunschmid, Bezirksobmann Christian Angerer, Bezirksstellenleiter Otmar Juen und Kammerdirektor Ferdinand Grüner am Betrieb der Familie Dengg (v.l.). RS-Fotos: Wimmer

Branchenübergreifendes Projekt zur Förderung von Außerferner Produkten gestartet

 

Für kurze Wege, regionale Wertschöpfung und artgerechte Tierhaltung steht der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Dengg vom Hotel „Post” in Lermoos, den die Spitzenvertreter der Landwirtschaftskammer Tirol im Rahmen der Bezirksrunde Ende Mai besucht haben. Denggs Familienbetrieb ist ein gutes Beispiel für die erfolgreiche „Vernetzung“ von Tourismus und Landwirtschaft. „Branchenübergreifende Vernetzung“ steht auch im Mittelpunkt eines fürs gesamte Außerfern heuer gestarteten Projektes, das allen, auch kleineren Betrieben, neue, profitable Chancen bieten soll.

Von Juliane Wimmer.

In einer Zeit, in der Bedeutung und Herkunft von Lebensmitteln immer wichtiger werden, eröffnen sich regionalen Anbietern neue Möglichkeiten.

Wertvolle Lebensmittel aus regionaler Produktion.

Familie Dengg hat dies schon lange erkannt und betreibt bereits seit vielen Jahren neben dem Hotel einen Heumilchbetrieb. „Zusätzlich haben wir Schweine und Hühner, deren Fleisch und Eier wir selbst im Hotel verbrauchen oder im Winter unsere Partnerbetriebe im Skigebiet beliefern“, erklärt Betriebsführer Franz Dengg. Der Familie ist es wichtig, ihren Gästen hochwertige Produkte aus der Region anbieten zu können, wovon auch viele landwirtschaftliche Direktvermarkter profitieren.

Zusammenarbeit als Weg zum Erfolg.

Auch wenn die Tiroler Landwirtschaft (im Berggebiet und mit reinem Grünland als Futtergrundlage) meist nur mit Zuerwerb (z.B. Maschinenring, Urlaub am Bauernhof) oder im Nebenerwerb geführt werden kann, erkennt Bezirksobmann Christian Angerer neue Chancen für die heimischen Höfe.

„Ganz dem heurigen LK-Motto „Vernetzung“ geschuldet, haben wir (REA, WK Reutte, Gemeindegut Agrargemeinschaft Ehenbichl, Maschinenring, Eurogast Speckbacher und die BLK Reutte) im Jänner ein gemeinsames Projekt ‚gewerbliche Schlachtstätte mit Verarbeitung und Vertrieb‘ gestartet.“

Außerferner Schlachtstätte und Vertrieb.

Der erste Schritt war die Bedarfserhebung, die im Zuge des Mehrfachantrages 2018 abgewickelt wurde. Dabei haben die 316 viehhaltenden Betriebe mit 80 % „Bedarf an Schlachten“ angegeben und hiervon zusätzlich 60 % wünschen Hilfe bei „Verarbeitung und Vertrieb“. Ein Standort für so einen Betrieb wurde in Ehenbichl bereits gefunden. „Die größte Herausforderung wird es jedoch sein, möglichst zeitnah einen Metzger im Rahmen eines Gewerbes oder Dienstverhältnisses zu finden.

Ideal wäre es, im Herbst starten zu können“, bringt Bezirksobmann Angerer das Ziel auf den Punkt.

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.