Vils rettet einzigartiges Denkmal

Gebäude, Esse und Kohleschuppen der Vilser Hammerschmiede sind noch erhalten und sollen nachhaltig saniert und gerettet werden. RS-Foto: Schrettl

Hammerschmiede, Ruine Vilsegg und Sankt-Anna-Kirche zählen zu den wichtigsten kulturlandschaftlichen Inseln Tirols

Der Historiker Dr. Rudolf Palme nannte die Geschichte der Stadt Vils einmal „sehr reizvoll“, da sie sehr viele Sonderentwicklungen aufzuweisen hat. Vils ist die einzige Stadt im Bezirk Reut-te und eine der kleinsten in Österreich. In Vils steht eine alte Hammerschmiede, die jetzt saniert und erhalten werden soll.

1327 erhielt Vils von Kaiser Ludwig dem Bayern das Stadtrecht, war aber keine Reichsstadt, sondern ein Lehen des Stiftes Kempten, das an die Edlen  – später Freiherren – von Hoheneck verliehen worden war.
Der erste Lehensinhaber von Vils war Peter von Hoheneck. Sein Sohn Andreas stiftete die Stadtpfarrei. Unter Herzog Friedrich IV. (Friedl mit der leeren Tasche) kam die Lehenschaft Vils vom Stift Kempten durch Kauf an Tirol, das heißt, dass das Lehen an die Hohenecker von nun an vom Tiroler Landesfürsten ausgegeben wurde. Nach dem Tod des letzten Hoheneckers fiel das Lehen an Tirol zurück.
Nun wurde Vils als Afterlehen an die Grafen von Königseck und später an die Freiherren von Rost vergeben. Vils war eine freie Reichsritterschaft. 1671war Vils wohl zu Österreich, nicht aber zu Tirol gekommen.
Nach dem verlorenen Krieg gegen Napoleon musste Österreich 1805 Tirol, seine schwäbischen Besitzungen und auch Vils an Bayern abtreten. Erst im Jahr 1816 kam die Stadt Vils durch Beschluss beim Wiener Kongress – im Tausch mit der Stadt Marktredwitz – wieder zu Österreich. Im selben Jahr erfolgte die Vereinigung mit Tirol. Heute noch verbindet Vils mit der Stadt Marktredwitz eine Städtepartnerschaft.

Waffenschmiede für die Lehensnehmer. Die Hammerschmiede unterhalb der Burg Vilseck wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet. Sie diente den Herren von Hoheneck als Waffenschmiede.
Drei unterschlächtige Wasserräder trieben drei große Hämmer, zwei Blasbälge für die Esse, den Schleifstein und sonstige Geräte über Transmissionsriemen an. Die große gemauerte Esse ist heute noch weitgehend erhalten. Hier wurde das Eisen im Schichtbetrieb geschmiedet und zu Tür- und Torbeschlägen, Schaufeln, Hacken, Sensen und anderen Werkzeugen verarbeitet. Auch Schwengel für Kirchenglocken wurden in Vils hergestellt. Die Hammerschmiede war bis 1965 in Betrieb.
Jetzt soll sie saniert werden. So wertvolles Kulturgut darf nicht verloren gehen.

30 Jahre VilsArt. Was lange währt, wird endlich gut. Nach langer Vorbereitung startet der Kulturverein VilsArt heuer noch mit der Sanierung der Hammerschmiede in Vils. Zur Finanzierung der ersten Bauphase werden ca. 100 000 Euro benötigt.

Benefiz. Zusätzlich zu den Förderungen und Eigenmitteln gibt es am 17. November in Vils eine große Benefiz Veranstaltung mit Künstlern, Kunstwerken, Auktionen, Tombolapreisen u.a. – Der Kulturverein VilsArt feiert heuer sein 30-jähriges Bestehen und lädt am Samstag, dem 30. September, zum Tag der offenen Tür in der Hammerschmiede.
Es wird auch einen Flohmarkt zugunsten der Hammerschmiede  geben. Für ein abwechlsungsreiches Rahmenprogramm ist mit Kaffee und Kuchen, Musik mit Dominik Raiser, Musik in der St. Anna Kirche (am Abend) mit Heidi Abfalter und Hannes Neururer gesorgt. Der Eintritt ist frei, freiwillige Spenden gehen an die Hammerschmiede. Sachspenden für den Flohmarkt können am Freitag, dem 29. September in der Hammerschmiede St. Anna, von 14 bis 16 Uhr abgegeben werden.