Vom Höllenfeuer gerötete Gesichter

Der Heilige Nikolaus mit seinem Gefolge. Er brachte Gaben für die kleinen Kinder mit und für die etwas größeren und ganz großen die eine oder andre Rüge. Nach seinem Aufenthalt in Imst musste er eiligst weiter, denn es gilt auf der Welt noch viele Kinder zu beschenken. RS-Foto: Krismer

17. Krampelerumzug der Imster „Hachletuifl“

Brav und wohlerzogen, ja fast schon ängstlich, begleiteten die Imster „Hachletuifl“ letzten Samstag Sankt Nikolaus durch das Imster Stadtl. Sie hatten wohl riesigen Respekt vor dem Gottesmann.

Von Ewald Krismer

Diesen Respekt verloren sie aber, als Nikolaus – nachdem er mit dem Geschenke verteilen fertig war – von dannen zog. Danach entbrannte entlang der Kramergasse ein schauderhafter Höllenlärm. Schwefelgestank lag in der Luft und hie und da auch eine Duftbrise eines Geißbockes. 18 „Tuifl“-Gruppen aus ganz Tirol sorgten für ein Riesenspektakel und den gefühlten 2000 Zuschauer – oder vielleicht auch mehr – dürfte es eiskalt über den Rücken gelaufen sein. Viele verschiedene schöne und auch hässliche Masken waren zu bewundern, die aber weniger einer Tradition, als vielmehr einem Zeitgeist entsprechen. Nichtsdestotrotz war es ein imposantes Schauspiel, das am Ende nicht in ein amüsantes Höllen- oder Teufelsgelage mündete sondern in eine „After Show Party“.

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