Von Lampenfieber keine Spur

"Du trausch di wos" stand über den Mutproben von Weinbergschnecke, Feldmaus, Laubfrosch, Wildhase und Spatz aus der VS Elmen. Sie freuten sich mit ihrem Direktor Simon Walch über den „Theater-Oskar”.

Schüler machen Theater

„Theater, Theater – der Vorhang geht auf, dann wird die Bühne zur Welt“ heißt es in dem Lied von Katja Ebstein, mit dem sie 1980 beim Eurovision Song Contest den zweiten Platz errang.

Von Uwe Claus

Dieser Vorhang ging auch für rund 170 Kinder aus elf Klassen aus acht Schulen beim 4. Außerferner Kinder- und Jugend-Theaterfestival 2018 auf der Kleinkunstbühne der Reuttener „Kellerei“ auf

Kreativ phantasievoll.

Für Gabriele Stoll und Johannes Leismüller bedeutet „Theater in der Schule”, Fantasie und Kreativität der Kinder anzuregen, ihnen die Chance zu bieten, sich einmal von ganz anderer Seite zu zeigen und letztendlich die positive Beeinflussung im sozialen Miteinander in einer Klasse oder Gruppe. In ihrer Begrüßung dankten sie den engagierten Lehrpersonen, die es geschafft haben, bei den Mitwirkenden die Spielfreude zu entfachen. Und so galt ihr besonderer Dank den Kindern, die den Schritt ins Rampenlicht wagten.
An zwei Nachmittagen und zwei Abenden zeigten die Mädchen und Buben der Volksschulen Elmen, Weißenbach, Pinswang, Lechaschau und Reutte sowie der NMS Ehrwald und Reutte Untermarkt und der PTS Reutte in beeindruckender Art und Weise, was „theatralisch” in ihnen steckt. Ihre Themen waren breit gefächert und reichten von den Bremer Stadtmusikanten über Mutproben besonderer Art bis hin zum Quaken für die Umwelt und zur Entstehung von Leseratten. Es ging um „verlorene Träume”, um „typische Frauen- oder Männerberufe”, „vom Löwen, der nicht schreiben konnte”, das „Kinderleben in Lesotho” und die „Gerüchte in Verona”. Für die vielen Gäste war es beeindruckend, wie professionell die Gruppen auftraten – mit viel Witz, aber auch Nachdenklichem und Hintergründigem. Auch bezüglich der Maske hatten die Schülerinnen und Schüler tief in die Trickkiste gegriffen und somit den präsentierten Stücken eine zusätzliche Ausdruckskraft verliehen. Um den Nachwuchs brauchen sich die Heimatbühnen im Außerfern keine Sorgen zu machen – da wächst einiges heran! Auf jeden Fall hatte sich jede der teilnehmenden Gruppen den erstmalig vergebenen „Theater-Oskar” mehr als verdient, denn sie hatten „das Theater als Tor zur Fantasie” weit aufgestoßen.

Mutig, mutiger, am mutigsten

Isabell, Schülerin der Naturparkschule Elmen meint dazu folgendes:

„Du trauscht die wos“ heißt das Theaterstück, in dem Isabell eine Schnecke spielte . RS-Foto: Claus

„Am Dienstag war Theater in Reutte. Wir Schüler und unser Herr Lehrer Simon übten einige Wochen vor der Aufführung. Am gleichen Tag spielten wir das Theater dem Kindergarten und den restlichen Schulkindern vor. Da war ich schon sehr aufgeregt.
Um 15 Uhr trafen wir uns in der Kellerei in Reutte. Ich war so nervös, dass ich sogar ein bisschen Bauchweh hatte. Kurz vor dem Auftritt fing ich an zu schwitzen. Meine Mama sagte: „Wer gut gelernt hat, braucht nicht aufgeregt sein!“ Dann ging es endlich los. Nach den ersten Schritten auf der Bühne war alles wieder ok.
Als das Theater vorbei war, war die Freude riesengroß! Wir alle waren glücklich und erleichtert, dass alles so gut geklappt hat. Das Publikum hat fest applaudiert. Wir waren sehr stolz auf uns. Ich bin sehr froh, dass ich bei so einem tollen und selbst geschriebenen Theaterstück unseres Lehrers Simon die Schnecke spielen durfte! Für mich und meine Mitschüler wird dieses Erlebnis unvergesslich bleiben.“

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.