Vorbild für Regionalentwicklung in Europa

Geschäftsführer Markus Mauracher bedankt sich mit einer Kiste Ötztaler Bier bei Christian Stampfer (3.v.l.) für die jahrelange Zusammenarbeit. RS-Foto: Dorn

Regio Imst bei 35 Projekten im ganzen Bezirk stark präsent

Erhöhung der Wertschöpfung, Investition in Natur, Kultur und Gemeinwohl sowie in Wachstum und Beschäftigung waren auch im vergangenen Jahr die großen Überschriften des Regionalmanagements Imst. Neben der Begleitung von 35 geförderten Projekten standen auch die Vernetzung und die Organisation von Gemeinwohlaktivitäten auf dem Programm. Die aktuellen zehn Anträge, die im Rahmen des RWP Pitztal gestellt worden sind, werden Anfang April vom Fördergremium behandelt werden. Die Klima- und Energiemodellregion Imst ist ebenfalls in die nächste Förderperiode gestartet.

Von Agnes Dorn

Als „Neue“ im Regio-Team hat Melania Salega bereits einige Ideen. RS-Fotos: Dorn

Schon allein nur die größeren Projekte vom Regionalmanagement Imst, die im vergangenen Jahr begonnen, fortgesetzt oder erfolgreich beendet wurden, zu nennen, nahm bei der diesjährigen Generalversammlung des Vereins einige Zeit in Anspruch: Zu den laufenden Projekten konnten sich im vergangenen Jahr 14 neue hinzugesellen, die dank Fördergelder in der Höhe von rund einer halben Million Euro ein Investitionsvolumen von 1,1 Millionen Euro auslösten, wie Obfrau Brigitte Flür zufrieden bilanzieren konnte. Wohlgemerkt für die Region, die dadurch von der nachhaltigen Wertschöpfung profitieren kann. Dass die Förderprojekte nicht von Brüssel, Wien oder Innsbruck in die Gemeinden hineingefrachtet werden, sondern diese im Gegenteil auf der lokalen Ebene initiiert und dann erst vom Land genehmigt und aus den unterschiedlichsten Fördertöpfen heraus gefördert werden, sei ein Alleinstellungsmerkmal Tirols nicht nur in Österreich, sondern auch im europäischen Vergleich, betont Christian Stampfer von der Landesabteilung Landesentwicklung und Zukunftsstrategie vor der Generalversammlung im Gemeindesaal von Karrösten: „Wenn ich zu euch herkomme, bin ich immer perplex über die Bandbreite eurer Projekte und wie stark die Region in Bewegung ist. Hier wird höchst professionelle Arbeit geleistet“, freut er sich über die Zusammenarbeit mit einem starken Team.

Projektvielfalt.

Der ansehnlich erweiterte Spielplatz wird wie die anderen Maßnahmen den Badesee Mieming in der kommenden Saison für die Badegäste noch attraktiver machen. RS-Foto: Dorn

Zu den Projekten des vergangenen Jahres gehörten unter vielen anderen die Attraktivierungsmaßnahmen am Badesee Mieming, die Apfelmeile Haiming oder die Verbesserungen der Barrierefreiheit im Ötzidorf Umhausen, in Längenfeld oder in Imst. Ins Aktionsfeld 2 „Natur und Kultur“ fielen weiters die Entwicklung eines Kunst- und Kulturkatalogs im Rahmen der Kunststraße 2017, Umbau und Ausstellung der Hohe Mut Alm im Naturpark Ötztal sowie die Konzeption und Planung des Steinbockzentrums in St. Leonhard, wie von Projektmanager Manuel Flür aufgezählt. „Neben der Projektarbeit war der Schwerpunkt im vergangenen Jahr die Vernetzung. Auch das Gemeinwohl, das ja keine Lobby hat, haben wir auf mehreren Ebenen unterstützt“, ergänzt Geschäftsführer Markus Mauracher das Handlungsspektrum des Vereins. Keine Fördergelder, sondern „nur“ Arbeitskraft benötigten Projekte des Aktionsfelds „Gemeinwohl“, wie die Maßnahmen für ein barrierefreies Imst oder die Ausbildung Erste-Hilfe-Beauftragter für Asylunterkünfte. Als Neue im Team konnte das Regionalmanagement Imst die Projektmanagerin Melania Salega gewinnen, die bereits beim Hearing mit der Idee eines „Fahrradkinos“ frischen Wind in den Verein gebracht hat. Ihr Know-how als Diplomingenieurin wird sie zukünftig bei Leaderprojekten beziehungsweise der Terra Raetica einbringen. Zu den gerade angelaufenen beziehungsweise bewilligten Projekten gehören unter anderem die Marketingmaßnahmen für den Starkenberger Panoramaweg, das von der Gemeinde Silz initiierte Leader-Projekt „Das Inntal summt“, die Migrationsausstellung im Ballhaus oder die ebenfalls als Leader-Projekt geförderte regionale Initiative „Lebens.Mittel.Punkt“.

Freiwilligenzentrum, RWP Pitztal und KEM.

Auch das Freiwilligenzentrum Imst unter der Leitung von Marlies Trenkwalder, dessen Fördervertag gerade bis 2020 erneuert wurde, hat für die Zukunft und speziell für das Jahr 2018 unter dem Motto „Engagement trifft Lebenserfahrung“ einiges vor: Zum Beispiel eine Landkarte für Engagierte, die Organisation zweier weiterer Vernetzungstreffen von „Integration und Gemeinwohl“ sowie Schulungsangebote und Projektkooperationen. Als Programm-Geschäftsstelle für das Regionalwirtschaftliche Programm Pitztal ist Regio Imst außerdem erste Anlaufstelle für alle Förderansuchen des insgesamt zehn Millionen Euro schweren Förderprogramms. „Die zehn aktuell auf dem Tisch liegenden Anträge werden am 5. April vom Fördergremium behandelt“, skizziert Mauracher den nächsten Schritt. Die Klima- und Energiemodellregion Imst unter der Leitung von Gisela Egger, die im vergangenen Jahr vor allem mit den Vorbereitungen zum Ansuchen der Fortführung und der Konzeptionierung des Energiebündels beschäftigt war, konnte in der vergangenen Förderperiode 100 Prozent der geplanten Maßnahmen umsetzen. Für die Weiterführung bis 2020 sind bereits zahlreiche Projekte geplant, über die die RUNDSCHAU ebenso berichten wird, wie über die vorbildlichen Einzelmaßnahmen in Sachen Energieeffizienz, die von Privatpersonen, Betrieben und Kommunen laufend gesetzt werden.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.