Vorerst keine Einigung im Gemeinderat Imst

Über 30 Anliegen standen an diesem Abend auf dem Tagesordnungsplan der Imster Gemeinderäte, die diese aber zügig abhandeln konnten. RS-Foto: Heiss

Tagesordnungspunkt zum Bau einer SB-Tankstelle sorgte für Diskussionen

Kürzlich kamen wieder die Gemeinderäte in Imst zusammen, um in der 24. Gemeinderatssitzung ein straffes Tagesordnungsprogramm durchzuarbeiten. Großteils konnte man sich zügig einig werden – allerdings nicht bei der geplanten Errichtung einer Selbstbedienungstankstelle beim ÖAMTC-Kreisverkehr in Imst. Hier trafen unterschiedliche Meinungen aufeinander, als es um den Umwidmungsantrag der Familie Canal ging. Letztendlich wurde ein Zusatzantrag für ein Raumordnungsgutachten angefordert.

Von Barbara Heiss

Bei über 30 Punkten auf der Tagesordnung stellten sich sowohl die Gemeinderäte als auch die an diesem Abend zahlreich anwesenden Zuhörer auf eine etwas längere Gemeinderatssitzung ein. Dennoch konnten die Anträge von den anwesenden Gemeinderäten zügig bearbeitet werden. Zahlreiche Anträge auf Bebauungspläne und Umwidmungsanträge standen auf der Tagesordnung. Einer der diskussionsreichsten Punkte stellte der Antrag von Familie Canal dar: Sie stellte einen Antrag an den Imster Gemeinderat für die Umwidmung in eine Sonderfläche, damit beim ÖAMTC-Kreisverkehr in Imst eine Selbstbedienungstankstelle errichtet werden kann.

Die Positionen.

Helmut Knabl meldet sich nach der Verlesung des Antrags als erstes zu Wort. Für ihn sei die geplante SB-Tankstelle eine gute Möglichkeit, den Tanktoursimus durch die Langgasse zu verringern. „Verkehrstechnisch kann ich mir vorstellen, dass es der Gegend gut tut. Vor allem die Anrainer könnten dadurch entlastet werden“, so der Grüne Gemeinderat Knabl. Der erste Bürgermeister-Stellvertreter Stefan Krismer sieht das Thema Verkehr im Gebiet anders: „Jede Tankstelle bringt zusätzliche Frequenz – mehr Verkehr bedeutet auch mehr Lärm.“ Auch Gemeinderat Norbert Praxmarer stimmt Krismer in diesem Aspekt zu: „In unmittelbarer Nähe befinden sich drei Tankstellen, diese sollten eigentlich ausreichend sein. Ich sehe keinen Grund dafür, eine weitere Verkehrs- und Abgasbelastung in dieses Gebiet zu bringen.“ Ein weiterer Aspekt der gegen die geplante SB-Tankstelle spricht sind vor allem für Gemeinderat Christoph Stillebacher die gefährdeten Arbeitsplätze: „Die anderen Tankstellen können mit einer Selbstbedienungsanlage nur schwer mithalten. Ich fürchte, dass sie mit deren Preisen nicht konkurrieren können und langfristig auch auf Selbstbedienung zurückgreifen müssen. Somit wären wieder Arbeitsplätze in Gefahr. Deshalb kann ich dem nicht zustimmen.“ Gebi Mantl weist hingegen darauf hin, dass das Gebiet im Gegensatz zu früheren Tankstellenprojekten optimal erschlossen sei. „In unmittelbarer Nähe gibt es keine Wohnanlagen oder Lebensmittelgeschäfte, die durch die Tankanlage einer Belästigung ausgesetzt sein könnten. Ich kann daher dem Antrag nur zustimmen“, erklärt Mantl. Am Ende stellte Gemeinderat Helmuth Gstrein den Antrag, ein weiteres Gutachten vom Imster Raumplaner einholen zu lassen: „Wir sollten keine vorschnelle Entscheidung treffen. Mit der Meinung des Raumplaners hätten wir mehr Aspekte, die uns bei der Entscheidung helfen könnten.“ Die Umwidmung wurde mit sechs Gemeinderatsstimmen bejaht, sechs stimmten dagegen, sieben enthielten sich. Bei der Abstimmung zum Zusatzantrag für ein Raumordnungsgutachten stimmten neun Gemeinderäte dafür, sechs dagegen und vier enthielten sich ihrer Stimme. Somit wurde der Antrag auf eine spätere Gemeinderatssitzung vertagt.

Blaulichtorganisationen.

Ein weiterer Punkt auf der Liste der Gemeinderäte war der Bebauungsplan für den Zubau bei der Feuerwehrhalle. Vor allem die Bergrettung Imst beklagt seit längerem das Fehlen eines fixen Standortes für die Bergrettung. Alle Blaulichtorganisation hätten einen geeigneten Standort, nur für die Bergrettung fehle dieser. Bürgermeister Stefan Weirather versicherte, dass das Programm für einen Bau in groben Zügen auf dem Tisch liege und man bereits zwei Standorte im Kopf habe. „Zuerst muss aber der Finanzierungsrahmen fixiert werden. Wir werden auch bei den umliegenden Gemeinden Geld eintreiben. Es heißt zwar Bergrettung Imst, dennoch ist sie auch für die anderen Gemeinden zuständig, weshalb wir deren finanzielle Unterstützung benötigen“, so der Imster Bürgermeister.

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