Vorschläge sind ehrgeizig

Univ.-Prof. Gottfried Tappeiner

Studierende präsentierten am Freitag ihre Projektstudie über die Nutzung des Lebensraumes an der Sanna

Vergangenen Freitag wurde eine von der Stadt Landeck in Auftrag gegebene Projektstudie präsentiert. Der Fokus der Arbeit liegt auf der Herausarbeitung, wie der Lebensraum an der Sanna ausgebaut und genützt werden kann. Die Studie kostet 6.000 Euro und ist gesponsert vom Tiroler Raftingverband.

Elf Studierende des Studienganges Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus sowie des Masterstudiums Ökologie und Biodiversität sind im Sommersemester 2015 unter der Betreuung von drei Universitätsprofessoren, darunter Gottfried Tappeiner, in die Arbeit eingetaucht. Die Details wurden von Tappeiner und den Masterstudentinnen in Ökologie Eva-Maria Weinseisen und Julia Sapinsky vorgetragen. Der Hauptbefund der Studie ist, dass erstens die Sanna als Fluss interessant, aber nicht von herausragender ökologischer Bedeutung ist, und zweitens dass die Sanna im Zusammenhang mit anderen Gewässern wie der Ötztaler Ache oder dem Inn gesehen werden müsse. Dritter Punkt: Der Sommertourismus würde keine umfassenden Investitionen um die Sanna rechtfertigen, da ein touristisches Alleinstellungsmerkmal kaum machbar ist.

ZWEI HAUPTSTRÄNGE. Mit diesen Befunden stellte sich laut Gottfried Tappeiner für die Studienautoren die Aufgabe, etwas für die einheimische Bevölkerung zu entwickeln, „denn dann ist man glaubwürdig gegenüber den Urlaubsgästen“. Verfolgt werden zwei Hauptstränge: der Wildwassersport und ein Erlebnisweg, der in der Studie den Titel „Mir SANN(A) Erlebnis“ trägt. Während beim ersten Hauptstrang aus Sicht der Studienautoren schon eine klare Markenpositionierung und ein professionelles Umfeld da ist, ist der zweite Strang erst zu entwickeln und aufzubauen. Aus diesem Grund beschränkten sich die Vorschläge zum Wassersportbereich auf dessen Stärkung: z. B. Trainingsstrecke für Kanuten, Aussichtsplattformen für Zuschauer und eine Verbesserung der Parksituation.

ERLEBNISWEG. Die Grundidee des zweiten Strategiestranges besteht darin, beidseitig entlang der Sanna – vom Kraftwerk in Wiesberg bis zur Innmündung – nach dem Muster eines Rosenkranzes den längsten Erlebnisweg (Abenteuerspielplatz) der Welt zu gestalten. Er hat auch noch den Anspruch, dass er für praktisch alle Bevölkerungsgruppen attraktiv und im ständigen Wandel sein soll. Erreicht wird dies durch themenzentrierte Angebote wie Bienenmuseum, Hochseilgarten, Besinnungswege, Märchenweg, Laufstrecke, Kräutergarten, Hundespielplatz etc., die natürliche Dynamik der Jahreszeiten und durch zwei zusätzliche „Erlebnisschichten“ auf Grundlage neuer Medien. In der Studie heißt es dazu weiter: „Schon das Vorhaben zeigt, dass es sich mehr um eine sehr langfristige Vision als um ein Projekt handelt. Daher muss der Ansatz so sein, dass er in Teile zerlegt werden kann und dass jeder Teil auch für sich einen Sinn macht.“

KEINE KOSTEN ERMITTELT. In der Studie wurden noch keine Kosten für das Erlebnisweg-Projekt ermittelt. „Die Projektstudie soll zu intensiven Diskussionen anregen und dann kommt man zum Ergebnis, was die Studierenden in der Folge definitiv auszuarbeiten haben“, erklärte Bgm. Dr. Wolfgang Jörg. Der Landecker Bürgermeister will die Studie auch im Planungsverband – ihm gehören die Gemeinden Landeck, Zams, Schönwies, Stanz, Grins, Fließ, Tobadill und Pians an – vorstellen. Es gibt auch noch für die Umsetzung keinen zeitlichen Fahrplan. Die einzige Aussage dazu: „Das Projekt könnte in mehreren Etappen realisiert werden“, so Univ.-Prof. Tappeiner.

Von Herbert Tiefenbacher

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.