Wachter schickt Inspektor Steininger in Pension

Benefizveranstaltung des Kiwanis Clubs Landeck-Imst in der „Blauen Goas“ – im Bild: Renate Zangerl, Doris Thönig, Angelika Pertoll, Alois Falbesoner und Josef Stöckl (v.l.) RS-Foto: Bundschuh

Fünf Fälle, fünf Erfolgskrimis: Nun pensioniert der Echt-Polizist seinen fiktiven Kollegen Steininger – ist das fair?

Eigentlich schade. Da hat der Matteo Steininger doch wirklich sehr gute Arbeit als Polizeiinspektor in Landstein am Inn geleistet. Man erinnere sich an „Der Holzfischer“, „Das Zingulum“, „Das Mädchen mit der Puppe“, „Katharinas Rache“ und Inspektor Matteos letzten Fall „Das Mädchen Dori“, wohl das Meisterwerk der Serie. Jetzt hat aber eine erfundene Figur gegenüber ihres Erschaffers eher schlechte Karten, meistens jedenfalls, somit verkündet Dietmar Wachter Matteo Steiningers Ruhestand. Mit den „kriminellen“ Leseabenden soll es aber weiter gehen.

Von Peter Bundschuh

Dietmar Wachters fünf Romane könnte man recht treffend als Tiroler Milieukrimis bezeichnen, wie der schreibende Polizist aus Landeck gegenüber der RUNDSCHAU bestätigte. Selbstverständlich sind alle handelnden Personen frei erfunden, gar keine Frage, und sollte sich dennoch irgendwer fälschlicher Weise selbst erkennen, so ist das reiner Zufall. Dietmar Wachter war an Ermittlungen in mehreren Mordfällen beteiligt, einer Aufgabenstellung, um die sich „Provinzpolizisten“ nicht gerade reißen, aber ihn „erwischte“ es halt nach Dienstplan gleich mehrmals. Lustig ist das nicht und das spiegeln auch seine Geschichten wieder. Manchmal „schmunzelig“, durchgehend aber harte oberländer Kost, ironisch und mit einer ordentlichen Portion Kritik an den Machenschaften der „besseren“ Gesellschaft. Thematisch zügig, sprachlich flüssig – „Schenkelklopfer“-Landkrimi findet man aber keinen unter den Fünfen.

Drei in der „Blauen Goas“.

Der Krimiabend in der Oetzer Blauen Goas war als Benefiz-Veranstaltung ausgelegt und wurde vom Kiwanis Club Landeck betreut. Organisiert wurde die heurige Herbstlesung im vorderen Ötztal wieder in gewohnt professioneller Weise von den Mitarbeitern der Oetzer Bücherei. Wachter war nicht alleine angereist, sondern hatte als Vortragenden seinen Namens- und Berufskollegen, den Vorarlberger Polizisten und Schauspieler Oswald Wachter, eingeladen. Der Autor selbst berichtete mit viel Humor über sein Leben als Polizist und Schriftsteller. Ivana Vlahusic, die ständige musikalische Stimme der Wachter-Lesungen, gestaltete den Abend mit Gesang und Gitarren-Begleitung.

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