„Wånn der Wiener an Schas låsst …“

Lackners Geschwätz wäre ohne Sofkas Musik nur halb so lustig gewesen. Ein Tiroler und ein Wiener, kann das gut gehen? Ja, es ging gut und das Publikum profitierte davon. Das Vorurteil, dass sich die Wiener und Tiroler nicht mögen, stimmt also nicht immer. RS-Foto: Krismer

„Eine Reise ins Goldene Wienerherz“ im Mieminger Kulturstadl

Der Wiener Schauspieler und Moderator Thomas Lackner und der Tiroler Komponist und Dirigent Hansjörg Sofka versammelten im Mieminger Kulturstadl eine Menge Leute um sich, um sich über die Wiener lustig zu machen. Dabei sparten sie nicht mit derben, ja oft sogar bösartigen Sprüchen – „Ein Wunder dass sich die beiden in Wien überhaupt noch blicken lassen können.“

Von Ewald Krismer

Texte und Lieder von Helmuth Qualtinger, Gerhard Bronner, HC Artmann, Alfred Polgar, Christine Nöstlinger und anderen waren die Vorlage für einen höchst amüsanten Abends. „Eine Reise ins Goldenen Wienerherz“ – außen goldig und innen grausig – stellte Lackner, den seine Karriere vom Wiener Burgtheater hierher nach Mieming verschlagen hat, gleich von Beginn an klar. Und sollte jemanden ob seiner grauslichen Erzählungen von „Fressn, Saufn und Steabm zum Speiben“ sein, der solle gefälligst vor die Türe gehen – von „McDonald’s“ habe er nämlich keine „Speibsackerln“ zur Verfügung gestellt bekommen.

Während sich das Publikum in der Pause dem heimischen Getränkeangebot widmete, machte es sich Thomas Lackner gemütlich, wartete aber vergeblich auf ein „Bierlein“, seinem derzeitigen Lieblingsgetränk. RS-Foto: Krismer
Wiener Seitenhiebe

So und so ähnlich ging es den ganzen Abend weiter und zwischendurch gab’s Seitenhiebe für seine Wiener Landleut’ – wie etwa mit Qualtingers „Wånn der Wiener an Schas låsst, måcht der Herrgott schön’s Wetter und die Engerl die schnuppern dazua und der Petrus ruaft, Wolkn wischerlts earscht später, wånn der Wiener an Schas låsst, gebts ruah!“ Auch für Wien-Touristen hatte der Wiener Tipps parat: „Steigts aufi auf’n Steffl schauts aufi aufn Kahlenberg, åbi auf’s Burgtheater und die Votivkiachn und driber den FPÖ-blauen Himmel, steigts sofuat wieda åber und fåahts schnöi wieda ham!“ Von seiner Geburtsstadt schwärmte er: „Wie schön wäre Wien ohne die Wiener?“ –„Naja, wie eine schlafende Frau!“

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