Wann sitzt Zündler in der Polizeifalle fest?

Auch diesen Pferdeunterstand wollte der Zündler abfackeln. Das Feuer konnte allerdings rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden. Foto: zeitungsfoto.at

Feuerteufel wollte erneut einen Pferdeunterstand in Inzing abfackeln – Exekutive ermittelt auf Hochtouren

Jetzt ist es Zeit, dass der Zündler, der in den letzten Wochen bei insgesamt sieben Feldstadel und zwei Pferdeunterständen Feuer legte, gefasst wird. Zuletzt war er in der Nacht auf Dienstag letzter Woche im Inzinger Ortsteil Toblaten aktiv, als dort erneut ein Pferdeunterstand in Flammen aufgehen sollte. Das Feuer konnte glücklicherweise von einem Anrainer rechtzeitig entdeckt und gelöscht werden.  Die Polizei ersucht die Bevölkerung dringend um Hinweise. 

Der Brand in der Nacht auf Dienstag vergangener Woche beim Pferdeunterstand in Inzing-Toblaten wurde von einem Anrainer gegen halb zwei Uhr entdeckt. Im Stall befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Pferde, diese hatte der Besitzer vorsorglich über Nacht im Freien gelassen. Der Brand konnte vom Anrainer und der alarmierten Feuerwehr Inzing rasch unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. In welcher Höhe sich der Sachschaden bewegt, steht noch nicht fest.

BERGWACHT BOT HILFE AN. Es war der neunte Brand, den der Zündler in den vergangenen Wochen gelegt hat. Auch der Brand eines Gartenhauses in der Nacht auf den 7. Juli in Rietz könnte eventuell auf das Konto des Unbekannten gehen. Die Polizei unternimmt derzeit alles, um den Feuerteufel zu fassen. Die Angst in der Bevölkerung ist groß. Man fürchtet, dass er nicht nur das Leben von Tieren, sondern demnächst auch Menschenleben aufs Spiel setzen könnte. Von einer Bürgerwehr, wie sie zuletzt zur Sprache kam, hält man bei der Exekutive nichts. Den Täter zu fassen sei Sache der Polizei, heißt es. Auch der Inzinger Bürgermeister Josef Walch lehnt Privatinitiativen ab. „Das bringt nichts, die Polizei und die Feuerwehr leisten gute Arbeit!“ Nach dem Brand in Inzing-Toblaten bot sogar die Bergwacht Völs Hilfe an und wollte im Gemeindegebiet von Inzing Feldstadel schützen. Dieses Angebot wurde ebenfalls abgelehnt.    Hinweise aus der Bevölkerung wären bei der Ermittlungsarbeit der Polizei wichtig. Wer kennt in seinem Umfeld eine Person, die immer dann in der Nacht unterwegs ist, wenn es brennt? Wie die RUNDSCHAU bereits berichtete, wurden bis auf das Feuer in Pfaffenhofen alle anderen Brände vor bzw. nach Mitternacht gelegt. Zweckdienliche Hinweise nehmen die Polizeiinspektion Zirl unter Tel. 059 133 7132, die Polizei Telfs unter Tel. 059 133 7126, das LKA Tirol unter Tel. 059 133 70-3333 und jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Kommentar

Polizeiarbeit nicht behindern!

Nach dem Brandanschlag in der Nacht auf Dienstag vergangener Woche auf einen Pferdeunterstand in Inzing-Toblaten sind die Dorfbewohner total verängstigt. Von einer Bürgerwehr ist die Rede, die Bergwacht Völs hat sogar angeboten, im Gemeindegebiet von Inzing die Feldstadel zu beschützen. 

So weit, so gut. Es ist verständlich, dass die Brandserie Ängste bei der Bevölkerung hervorruft und es ist gut, wenn Solidarität mit den Betroffenen demonstriert wird. Es ist aber nicht sinnvoll, wenn man dem Zündler auf eigene Faust das Handwerk legen will. Private Aktionen helfen nur wenig bis gar nicht. Es ist Aufgabe der Exekutive, alle zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um dem offenbar psychisch gestörten Stadelzündler das Handwerk zu legen. Selbst ernannte Sheriffs und Bürgerwehren stören die Polizei dabei, dem noch großen Unbekannten Fallen zu stellen, in die er mit ziemlicher Sicherheit tappen wird. Außerdem sind auch die bestens geschulten Feuerwehrkräfte in der Region Telfs-Zirl in Alarmbereitschaft. 

Eines nächtens  werden beim Zündler die Handschellen bestimmt klicken. Und wenn er dann vor dem Strafrichter steht, wird das unangenehm für ihn. Der Umstand, dass er zuletzt auch das Leben von Pferden in Kauf nahm, dürfte ihm vermutlich eine mehrmonatige unbedingte Haftstrafe einbringen. Der Zündler wäre also gut beraten, sein krankhaftesTreiben unverzüglich zu beenden und sich in psychiatrische Behandlung zu begeben, bevor in ihm der Drang nach noch „größeren Taten“ erwacht, bei denen ihm eventuell auch Menschenleben egal sind. Ein ehemaliger oberster Brandermittler des LKA Tirol brachte es einmal so auf den Punkt: „Mördern, die ihre Strafe abgesessen haben, verzeiht die Gesellschaft in den meisten Fällen. Auf Sexualverbrecher und Brandstifter zeigt die Gesellschaft ein Lebtag lang mit dem Finger!“ Allein diese Worte sollte den Zündler schnellstens zu einer Rückwärtsrolle veranlassen, meint 

Gebi G. Schnöll