Wasser ist Leben

Der Horlachbach, der in Niederthai aus dem Zwieselbachferner entspringt, ist der notwendige Antrieb des Wasserkraftwerks. Beim groben Rechen an der Wehranlage wird das Wasser im dreieinhalb Meter tiefen Sandfang gereinigt und zur Turbine weitergeleitet. RS-Foto: Brunner

Feierliche Kraftwerkseröffnung in Niederthai

Ein zehnjähriges Projekt fand kürzlich mit der offiziellen Einweihung sein Ende: Das Wasserkraftwerk in Niederthai, das bereits seit einem Jahr in Betrieb ist, wurde von Pater Andrä Falkner nun feierlich gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Nicht nur Involvierte, auch Interessierte hatten die Möglichkeit, die Wehranlage und das Krafthaus zu begutachten, der Segnung beizuwohnen und sich anschließend genauer über die Details des Kraftwerks, das immerhin 450 Haushalte mit Strom versorgt, zu informieren.

Von Linda Brunner

2008 fiel der Startschuss für das Projekt „Wasserkraftwerk Niederthai“. Initiator und Geschäftsführer Günther Falkner, dessen Familie bereits in der Vergangenheit mit Wasserkraft gearbeitet hat. „Angefangen hat es mit der alten Schmiede hier in Niederthai, wo mein Großvater 1940 schon eine Wasserkraftanlage gebaut hat, mit der er den Hausstrom erzeugt und die Schmiede betrieben hat. Diese ist aber, da sie niemand gewartet hat, mit der Zeit eingegangen. Da kam uns die Idee, alles zu modernisieren“, blickt Falkner zurück auf die ersten Planungsschritte zusammen mit seinem Bruder Klaus. Aufgrund der langwierigen Bewilligungen zog sich das Projekt bis 2017 hin, als die Turbine das erste Mal in Betrieb genommen wurde.

Gesegnet.

Dieses Jahr fand schließlich die offizielle Segnung durch Pater Andrä Falkner, dem Onkel des Geschäftsführers Günther Falkner, statt. Zuerst war die Wehranlage dran, wo das Wasser „eingefangen“ und gereinigt wird. Pater Andrä betonte die Bedeutung der „Silberader“ Horlachbach: „Wenn das Wasser nicht rinnt, wäre alles, was hier gebaut wurde, umsonst.“ Auch im „Sonnengesang“, der beim Krafthaus gebetet wurde, wurden die wertvollen Elemente in den Vordergrund gestellt. Nach dem Segen mit Weihrauch und Weihwasser ertönte zur Feier des Tages das Brummen der laufenden Turbine.

Höchste Leistung.

Die gelb-blaue Pelton-Turbine wurde auf den Namen „Ludmilla“ getauft und wird fortan von einer Holzfigur des hl. Christophorus – geschnitzt von Anton Pizzinini – beschützt. Das Kraftwerk wird täglich mit einer Höchstleistung von etwa 360 Kilowatt betrieben. Der daraus erzeugte Strom wird direkt in das Netz der Tiwag eingespeist. Damit versorgt das Wasserkraftwerk etwa 450 Haushalte im ganzen Ötztal. Von der elektronischen Wehranlage im Rauth, das tiefer im Horlachtal liegt, fließt das Wasser mit 680 Litern pro Sekunde durch den groben Rechen und den 17 Meter langen Sandfang. Dort setzt sich der Schmutz ab und das Wasser wird anschließend zur Turbine im Krafthaus in Niederthai weitergeleitet.

Ausklang.

Die Beteiligten an der „Kraftwerk Niederthai GmbH“ Elmar Fiegl, Gerold Walder die Gemeinde Umhausen, vertreten von Bürgermeister Jakob Wolf gratulierten Geschäftsführer Günther Falkner zu seinem Erfolg und ließen die Segnung bei einem zünftigen Mittagessen und Kuchenbuffet ausklingen.

Über Oberländer Rundschau

Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.