Wasserkraftwerk Höfen – ein Energie-Plus für die Region

Energieplus mit Hochwasser-Sicherheit. RS-Foto: Wagner

Versorgungssicherheit nach drei Bauphasen gewährleistet

Mit Blasmusik, viel Prominenz, einer interessierten Öffentlichkeit sowie dem Segen „von oben” wurde am Freitag das Wasserkraftwerk Höfen offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Von Uwe Claus.

Nach 16-monatiger Bauzeit bringt das Restwasserkraftwerk mit seiner Fischdurchgängigkeit durch den neuen Fischaufstieg sowie die Wehrausweitung für den Hochwasserschutz Verbesserungen für Mensch und Natur. Damit nutzen die Elektrizitätswerke Reutte die natürlichen Ressourcen und verfolgen mit dem Projekt Kraftwerk Höfen wichtige Ziele. Es ist in der Lage, 500 Haushalte mit Energie zu versorgen. Insgesamt wurden bei der Anlage 3500 m3 Beton verbaut.

Erhöhung der Hochwassersicherheit

„Für das Unternehmen EWR ist dies ein denkwürdiger Tag, den es gebührend zu feiern gilt”, stand für die beiden Vorstände, Dr. Christoph Hilz und Michael Hold, außer Zweifel. Die Wasserkraftanlage, kombiniert mit einer Photovoltaikanlage, ergänze den Kraftwerkspark der Stromunternehmens und leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit im Außerfern, im angrenzenden Allgäu sowie zur Energiezukunft von Tirol. Zudem werde die Hochwassersicherheit und Minderung der Verklausungsgefahr (teilweiser oder vollständiger Verschluss eines Fließgewässerquerschnittes infolge angeschwemmten Treibgutes oder Totholzes) durch den Ersatz von vielen kleinen Wehrfeldern durch zwei große (nach neuestem Stand der Technik) erhöht. Eine erhebliche Verbesserung der Fischdurchgängigkeit am Lech wurde mit dem ausgeführten Fischaufstieg als einem entscheidenden Schritt zugunsten der ökologischen Komponente durchgeführt. Die zeitgemäße Weiterentwicklung des EWR ist garantiert: „Es freut mich, dass wir vonseiten der Gemeinde unseren Anteil zur sicheren Stromversorgung beitragen durften”, sagte Höfens Bürgermeister Vinzenz Knapp. Mit dem neu erbauten Restwasserkraftwerk sei ein Bauwerk von zukunftsweisender Bedeutung gelungen. Er plädierte für eine autarke Energieabsicherung mittels Speicherkraftwerken und bat die Landesregierung darum, dieses Anliegen in der EU zu unterstützen. „Es ist wichtig und es pressiert – auch wir im Außerfern haben das Recht, autark zu sein”, mahnte er und fügte hinzu: „Jesus Christus hat Wasser zu Wein gemacht, der auch nicht unschädlich ist, wenn man Medizinern Glauben schenkt – und wir machen eben unser Wasser zu Strom, da soll mir jemand sagen, was daran falsch ist.” Reuttes Bürgermeister Alois Oberer wies als Eigentümervertreter darauf hin, dass das EWR als verlässlicher Partner bemüht ist, zeitgemäß zu agieren und sich weiterzuentwickeln. Er führte weiter aus, dass das Unternehmen bis 2025 nicht weniger als 65 Millionen Euro investieren wird. Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann hob die Verantwortung und die Herausforderung bei der Energieversorgung für die Zukunft durch das regionale Unternehmen EWR hervor. Dies für Wirtschaft und Bevölkerung zu gewährleisten, sei nicht selbstverständlich, dazu noch im Einklang mit der Natur, das sei ein nicht immer einfaches Unterfangen. Ähnlich äußerte sich Landeshauptmann Josef Geisler: „Das Kraftwerk ist ein weiterer Schritt zur Energieversorgung und man habe es verstanden, Natur und Technik einvernehmlich zu verbinden und damit Kollisionen vermieden.” Das Kraftwerk sei ein Vorzeigemodell und beweise, wie man eine Region durch partnerschaftliche Zusammenarbeit vorwärtsbringen kann. Für Dekan Franz Neuner ist Gottes Segen ein „Pluszeichen in den Köpfen und Herzen” vieler Menschen. Auch für dieses Bauwerk gelte „ an Gottes Segen ist alles gelegen” und er erinnerte daran, dass Wasser erfrischt, reinigt und belebt – ebenso wie der Glaube an die Macht des Herrn.

 

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