„Wegen den Buskosten opfert man die Liga!“

Eliteliga-Spiele wie Imst gegen Natters werden Seltenheitswert haben. RS-Foto: Unterpirker

Neue Eliteliga ist bei Oberländer Klubs nicht wirklich der Burner

Es war eine ziemlich aufregende Geburt, aber Mitte Dezember 2018 wurden in einer letzten ÖFB-Präsidiumssitzung schlussendlich Nägel mit Köpfen gemacht. Die Reform der Regionalliga West ist durch, ab 2019/20 wird die sogenannte „Eliteliga“ durchgeführt. Bei den beiden Oberländer Tirol-Liga-Vereinen Imst und Zams sieht man diesen Schritt, der einige Änderungen mit sich bringt, mit gemischten Gefühlen.

Von Albert Unterpirker

Laut Tiroler Fußballverband spielen ab der Saison 2019/20 je zehn Teams in einer ersten Phase im Herbst in den jeweiligen Landesverbänden Tirol, Vorarlberg und Salzburg (letztere stimmten gegen die Reform, Anm.). Darauf folgt in der Frühjahrssaison eine überregionale Phase mit sechs Mannschaften (Eliteliga), in der die beiden besten Teams jedes Bundeslandes um den Aufstiegsplatz der Region West in die 2. (Bundes-) Liga spielen. Diese Änderung bringt auch mit sich, dass es im Tiroler Unterhaus bis hinunter in die 1. Klasse in der kommenden Saison keinen (!) Absteiger geben wird. Übrigens: Die zwei anderen Regionalligen, Mitte und Ost, sind von dieser Reform nicht betroffen. Bei den beiden Oberländer Tirol-Liga-Klubs SC Imst und SV Zams, für die es in der nächsten Meisterschaft also in einem neuen Modus losgeht, sieht man die Reform mit eher gemischten Gefühlen. „Wir wollen den Verein entwickeln, zu den Top fünf in Tirol gehören und müssen in den Kader investieren“, sagt Manuel Westreicher, Interimsobmann beim SC Sparkasse Imst. Sportlich wolle man in der neuen Liga „soweit wie möglich“ kommen. Westreicher bemängelt bei der Reform vor allem die Zeitdauer: „Es war für alle Klubs unangenehm, dass es so lange gedauert hat. Die Reform hätte eigentlich vor der Saison feststehen müssen!“ Fix sei, dass man mit der Spielerplanung für die nächste Saison nun schon jetzt beginnen müsse. „Der nächste Kader wird von der Qualität wohl höher einzuschätzen sein, als der bisherige.“ Das wird notwendig sein, warten ab 2019/20 doch Kapazunder wie etwa Kitzbühel, Schwaz oder Kufstein auf die Gurgltaler. Bezüglich der Kaderplanung habe man gegenüber Innsbrucker Vereinen allerdings „einen Riesen Nachteil, denn Spieler, die bei uns anheuern, kommen uns sehr teuer (Stichwort: Fahrtkosten).“ Wie sieht er die Reform generell? „Schade, dass man die Regionalliga sterben lässt, sportlich ist es ein Rückschritt. Wegen der Buskosten opfert man die ganze Liga, ein Wahnsinn!“ Gibt’s was Positives auch? „Der eine oder andere Klub wird nun wohl schneller in die zweite Liga kommen – wenn er unbedingt will.“ Dem von Seiten des Verbandes vielbemühten Argument steigender Zuschauerzahlen widerspricht Westreicher: „Wenn Imst gegen Wörgl spielt, werden genauso viel Zuschauer kommen, wie gegen Kundl. Die Liga wird voraussichtlich erst mal schlechter werden und dann wird man wohl irgendwann wieder zurückrudern – zur Regionalliga“, so Westreicher.

GELDFRAGE.

Auch beim SV Luzian Bouvier Zams ist man bezüglich der Reform nicht in Jubelstürme ausgebrochen. „Wir werden nun intern besprechen, wie wir damit umgehen“, sagt Walter Haid, sportlicher Leiter des Tirol Liga-Klubs. „Es ist kein leichtes Thema für den Verein. Klar, sportlich will man immer nach oben – das ist auch meine persönliche Meinung und ich nehme an auch der Anspruch der Spieler und des Trainers – aber es muss natürlich viel zusammenpassen!“ Bezüglich minimierter Fahrtkosten hält Haid fest: „So wie es aussehen würde, wäre es für uns ein finanzieller Mehraufwand. Wir würden dann öfters ins Unterland fahren als jetzt.“ Würde Imst etwa ins Playoff aufsteigen, wäre der nächste Gegner erst in Innsbruck zu finden. Wie Westreicher sieht auch Haid die Sache mit steigender Fan-Zahlen skeptisch. „Erfahrungsmäßig kommt aus dem Unterland kaum ein Fan mit.“ Wie geht’s nun weiter? „Wir werden das Thema nun im Verein und mit der Mannschaft besprechen und dann die Marschrichtung festlegen. Finanziell wird es für uns ganz sicher ein Mehraufwand. Die große Frage wird sein: Wie treiben wir mehr Geld auf?“

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