Wehren gegen „schlimme Entwicklungen“

Bereit für die Arbeiterkammer-Wahlen im kommenden Frühjahr: FSG-Regionalkandidat Herbert Frank, FSG-Vorsitzender und -Spitzenkandidat Stephan Bertel und AK-Vorstand Bernhard Höfler (FSG-Listenplatz 2) (v.l.). RS-Foto: Matt

Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) zieht in AK-Wahlkampf

Mit den Arbeiterkammer-Wahlen steht Angestellten und Arbeitern im nächsten Jahr von 28. Jänner bis 7. Februar wieder ein Urnengang bevor. Die SPÖ-nahe Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) stellte jüngst in Imst mit Stephan Bertel ihren Tiroler Spitzenkandidaten vor. Als Regionalkandidat weilt Herbert Frank auf dem vierten Listenplatz.

Von Manuel Matt

Sonst bundesweit definitiver Platzhirsch in der Arbeiterkammer, mussten sich die Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) bei den letzten Arbeiterkammer-Wahlen in Tirol der ÖVP-nahen Liste von Erwin Zangerl beugen. So ist eben auch Zangerl im Fokus des sozialdemokratischen Wahlkampfs. Der amtierende Präsident der Tiroler Arbeiterkammer „steht für das System“, betont der 47-jährige Stephan Bertel, der für die FSG als Spitzenkandidat ins Rennen geht. Bertel sieht Zangerl „im Dilemma“ zwischen „alter“ und „neuer“ Volkspartei: „Doch Türkis und Schwarz, das ist eine Partei“, meint Bertel. Mit Blick auf die Bundesregierung kritisiert Bertel „schlimme Entwicklungen“ wie „Sozialpartner-Bashing“, eine schleichende Privatisierung des Gesundheitssystems sowie die Arbeitszeitflexibilisierung – besser bekannt unter „Zwölf-Stunden-Tag“, wobei die versprochene „Freiwilligkeit so eine Sache“ sei, meint der Spitzenkandidat. Auch könne der Arbeitnehmer so nur schwer seine Freizeit planen, so Bertel, könnten doch spontan Auftragsspitzen zu bewältigen sein. Zudem seien zwölf Stunden körperliche Arbeit für Ältere kaum zu bewältigen, die bei fehlender Leistung auf der Abschussliste landen könnten.

Verteidigung.

Als speziellen Gegner betrachtet FSG die Freiheitlichen, welche „die Kammer ganz abschaffen wollen“, warnt Bertel, der den Wählern ein „Zusammenstehen für unsere Heimat“ verspricht. Unter Heimat sei aber nicht nur das Land zu verstehen, sondern auch die eigenen Wurzeln, Familien, Kinder, Vereine, Institutionen, Rechte und Wertvorstellungen – „das gilt es zu verteidigen, auch gegen scheinbare Patrioten“, gibt sich Bertel als FSG-Spitzenkandidat kämpferisch.