Weihnachtsfriede am Hahnenkamm?

Auch wenn`s auf der Talabfahrt eher dürftig aussieht: Von der Berg- zur Mittelstation schien am Wochenende ein Skibetrieb möglich. Nun bangt man vor großem Regen. RS-Fotos: Gerrmann

Gemeinde Höfen und Inhaber der Reuttener Seilbahnen nähern sich an

Alles halb so wild? Das wird man sehen. Aber eins steht nach dem Gespräch zwischen Bürgermeister Vinzenz Knapp und dem Geschäftsführer der Reuttener Seilbahnen GmbH & Co. KG, Peter Gerber, wohl fest: Trotz des Wirrwarrs um das Überfahrtsrecht für die Pistenfans wird die Saison 2018/19 am Hahnenkamm wohl nicht ausfallen.

Von Jürgen Gerrmann

Die beiden Hauptakteure waren sich in die Haare geraten, weil zwei Jahre lang die vertraglich vereinbarte Pacht von 9000 Euro pro anno nicht eingegangen war. Als das Gemeindeoberhaupt mit dem Gang vor Gericht drohte, zahlte die Gesellschaft doch. Aber damit war das Dilemma noch nicht beendet. Denn nun befindet man sich quasi in einem Schwebezustand: Der alte Vertrag, auf den sich die Gemeindegutsagrargemeinschaft Höfen, der formale Eigentümer des Hahnenkamms, bisher stützen konnte, ist erloschen. Und ein neuer noch nicht da. Das könnte sich freilich, wenn die Rechtsanwälte das Papier abgeglichen haben, schon bald ändern.

Einigung vor Weihnachten?

Am Donnerstag setzten sich die Kontrahenten nämlich doch an einen Tisch. Was dabei heraus kam? Das ist (für die Öffentlichkeit) noch nicht ganz klar. Es scheint deine Art „Schweigeabkommen“ zu existieren. So bestätigte Vinzenz Knapp unserer Zeitung lediglich dies: „Wir sind zusammengesessen und haben uns angenähert.“ Allerdings seien noch einige Punkte im neuen Vertrag offen. Wobei der Bürgermeister zuversichtlich ist: „Wir werden das schon hinkriegen. Und wir wollen das bis Weihnachten hinkriegen.“ Mehr könne er nicht sagen.

Revisionsarbeiten auf Hochtouren.

Dass die Pisten am Hahnenkamm für die Skifahrer aus nah und fern durch den Grundbesitzer gesperrt würden, das konnte sich eh niemand so recht vorstellen. Auch die Revisionsarbeiten an der Bergbahn laufen vor dem Start in die neue Saison planmäßig und auf Hochtouren. Laut Aushang an der Talstation wollte man am 15. Dezember die Pisten öffnen; und es bestand sogar offenkundig die Hoffnung, die Lifte schon eine Woche früher anlaufen lassen zu können.
Im Moment scheint dies freilich eher fraglich. Denn für die erste Adventswoche sagen die Meteorologen große Regenschauern voraus, die die weiße Pracht schnell wieder dahinschmelzen lassen könnten. „Bis zur Mittelstation ginge es schon“, war am Wochenende am Hahnenkamm zu hören. Auch wenn das weiße Band bis zur Talstation eher bemitleidenswert aussah – der Eindruck trügt offenbar: Oben sei genug Schnee, versicherten die, die es wissen müssten. Die Schneekanonen hätten gut geliefert. Zumindest bisher.
Also: „Schaun mer mal!“ Vielleicht lehnt sich ja der ersehnte Pulverschnee ebenso pünktlich über den Hahnenkamm wie der Weihnachtsfriede über Gemeinde und Seilbahngesellschaft.

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