Weniger Geld für die Volksschauspiele Telfs

Im Telfer Gemeinderat bekennt man sich zu den Volksschauspielen. In die Produktionskosten, im Bild eine Szene aus dem Vorjahresstück „Der Brandner Kaspar und das ewig`Leben“, will man aber mehr Einblicke erhalten. Foto: Bernd Schranz

Gemeinderat stutzte Subventionsansuchen in Höhe von 170.000 Euro auf 150.000 Euro

Um eine Subvention in Höhe von 170.000 Euro hat heuer der Vorstand der „Tiroler Volksschauspiele Telfs“ bei der Marktgemeinde angesucht. Über das Ansuchen wurde bei der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag abgestimmt. Volkschauspiele-Obmann Markus Völlenklee muss  sich nach der Decke stecken und mit 150.000 Euro zufrieden geben. 

Bei den Volksschauspielen Telfs gibt es heuer im Sommer ein abgespecktes Aufführungsprogramm. Insgesamt 50 statt bisher 70 Vorstellungen werden zu sehen sein. Eine Subvention in Höhe von 170.000 Euro wollten die „Tiroler Volksschauspiele Telfs“ für den Spielsommer haben, das stieß Bürgermeister Christian Härting allerdings sauer auf.  Vor allem deshalb, weil sich der Volksschauspiele-Vorstand partout nicht in die Karten blicken lassen will. Von Seiten der Marktgemeinde wollte man nämlich, dass die Kulturbeauftragte Ruth Haas in den Vorstand integriert wird, das geschah bis dato aber nicht.  „Die Volksschauspiele gehören zu Telfs, sie beleben unsere Gemeinde. Wir haben beschlossen, bei den Subventionen an Vereine zu sparen, das gilt auch für die Volksschauspiele. Mein Vorschlag lautet daher auf ein Subventionshöhe von 150.000 Euro“, erklärte der Bürgermeister.

PRO UND KONTRA. „Wir erhalten vom Vorstand lediglich Informationen über die Gesamtkosten“, kritisierte auch Vizebürgermeisterin LA Cornelia Hagele und sie betonte: „Wir müssen die Subvention an einen vollen Vorstandssitz und Einsicht in das detaillierte Budget und die Rechnungen knüpfen.“ Auch Kulturreferent GV Josef Federspiel (WFT) kann mit der Kürzung leben. Wie er sagt, „mit einem weinenden Ja“. Er regte zudem an, der Verein müsse „mehr Offenheit zeigen und endlich weg von dem total personenfixierten Programm“. GV Alexander Schatz (WfT) wunderte sich, dass bei der Gemeinderatssitzung kein einziger Vertreter der Volkschauspiele zugegen war. „Immerhin geht es hier um viel Geld. Bei solch einer Summe vermisse ich das Interesse!“ VP-Gemeinderat Vinzenz Derflinger meinte: „Egal, ob 170.000 oder 150.000 Euro. Wenn bei den Volksschausspielen unterm Strich nichts raus kommt, werden die eh wieder bei der Gemeinde vorstellig!“ GR Norbert Tanzer (SPÖ) bezeichnete die Volksschauspiele als wichtigen kulturellen Motor in Telfs und er stellte die Forderung in den Raum, dass auch die Gastronomie während des Volksschauspielsommers besser unterstützt werden sollte. Der Freiheitliche Gemeindevorstand Michael Ebenbichler (FPÖ) sprach sich für eine Kürzung der angesuchten Subventionssumme aus:  „Wir haben im Zusammenhang mit den Volksschauspielen einige Projekte zu starten versucht, dabei aber Schiffbruch erlitten. Für zwei Monate 170.000 Euro ist zu viel Geld“ Anders sah es VP-Mandatarin Angelika Mader:  „Beim Kürzen tue ich mich schwer.“ Und auch GR Sepp Köll (Telfs Neu) war der Meinung, dass man die geforderte Subventionssumme ausbezahlen solle.

GEMEINDERAT FÜR SUBVENTIONSKÜRZUNG. Derzeit steuert das Land Tirol 160.000 Euro bei, der Bund 100.000 Euro. Das Gesamtbudget beträgt rund 850.000 Euro. Dass Land und Bund jetzt ebenfalls weniger geben, glaubt man nicht – im Gegenteil. „Ich möchte ein Bekenntnis des Landes, dass sie ebenso viel bezahlen wie die Gemeinde mit der Barsubvention und allen Nebenleistungen – auch denen unserer Gemeindewerke“, meinte Bürgermeister Christian Härting (WFT). Das wären dann trotz der Kürzung über 200.000 Euro pro Jahr. 19 Gemeinderäte sprachen sich nach den Wortmeldungen doch für eine Subventionskürzung aus, die beiden freiheitlichen Gemeinderäte votierten dagegen, da ihnen die Subventionssumme von 150.000 Euro immer noch zu hoch schien.